Windows Vista Performance Check

Sonstige Reviews | HT4U.net | Seite 17

Fazit



In aller Kürze über all die Benchmarks dieses Testparcours betrachtet: Windows XP ist schneller als Windows Vista. Und ist das gravierend? Das kommt ganz darauf an. Noch immer waren neue Betriebssysteme von Microsoft erst einmal Ressourcen-trächtiger als die Vorgänger. Das darf man grundsätzlich auch akzeptieren, denn im Laufe der Zeit wird dann auch die Hardware schneller und nimmt kleinere Einbußen in der Performance schmerzfrei mit.

Und wenn wir uns die meist geringfügigen Abweichungen in unseren Kapiteln CPU und Speicher, wie auch Rendering ansehen, dann passen diese Abweichungen genau zu unseren gerade genannten Erklärungen – dies ist aktzeptabel. Selbst den Multimedia-Bereich dürften wir hier, trotz dem einen oder anderen Ausreißer, durchaus noch gelassen sehen.

Der Performance-Rückstand im Kapitel Packer oder Spiele ist dann allerdings schon kaum noch unter "Kleinigkeit" zu verbuchen. Gerade die Rückstände im Bereich Spiele verwunderten uns doch sehr, auch in Verbindung mit DirectX 10. Gerade DirectX 10 stellt eine Schlüsselrolle für Microsoft mit dar, kann man über diese Ecke doch Freunde im Lager der Spieler gewinnen. Es entsteht jedoch ein wenig der Eindruck, dass die angeflanschten DirectX 10-Effekte der Spieleschmieden die Leistung über Gebühr einbrechen lassen, was nicht durch eine höhere Grafikqualität zu erklären ist.

Bild: Windows Vista Performance Check

An der Ecke sind wir auf den kommenden Artikel des Kollegen vom 3DCenter gespannt, welcher sich aktuell mit der Problematik von Windows Vista und Spielen im Detail auseinandersetzt.

Im Vergleich zwischen Windows Vista 32- und 64-bit konnten wir im Prinzip keine trifftigen Gründe finden, welche für Vista 32 sprechen. Da bleibt Vista 64 einzig der Nachteil, dass es ggf. ältere Applikationen gibt, welche sich dort störrisch zeigen könnten, dafür eben der Vorteil bleibt, dass die 4 GB-Speichergrenze der 32-bit Betriebssysteme aufgehoben wird. Bei den heutigen Niedrigpreisen für Hauptspeicher ist alleine das Wohl für viele ein Grund auf Vista 64 zu wechseln. In den Benchmarks zeigte dies zwar keinerlei Vorteile für das Betriebssystem, jedoch muss man festhalten, dass es natürlich auch Applikationen am Markt gibt – gerade im Grafikbereich – welche sehr wohl von einem größeren Hauptspeicher profitieren.

Benutzt man solche Applikationen aber nicht, so bestünde im Prinzip auch überhaupt kein Grund einen Wechsel von Windows XP auf Windows Vista 64 vorzunehmen.

Aber heulen nutzt letzten Endes auch nichts. Auf praktisch allen neuen Rechnern kommt Vista vorinstalliert daher (meist Vista 32) und für diese Anwender steht auch überhaupt nicht zur Diskussion auf XP zu wechseln (wenngleich auch nur mit großen Mühen). Man wird dort nicht einmal Nachteile feststellen können, weil der neue Rechner ohnehin schneller arbeiten wird als der nun ersetzte.

Und wir müssen uns natürlich ebenfalls unsere Gedanken machen, denn im Bereich der Produktneuvorstellungen – siehe kürzlich Core i7 oder Grafikkarten, wird man zumeist erst einmal nur mit Windows Vista Treibern seitens der Hersteller bedient. XP-Treiber gibt es dann natürlich auch noch, aber häufig erst, nachdem das Produkt vorgestellt wurde und damit ist uns dann natürlich nicht geholfen.


[pg], 20. November 2008


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