NVIDIA GeForce 9800 GX2: Wenn der Rauch sich legt

Grafikkarten | HT4U.net | Seite 53


Fazit



Nach all den Zeilen bleibt vorerst einmal festzuhalten, dass NVIDIA sicherlich gut daran getan hat, zum Launch der GeForce 9800 GX2 nicht mit einem Windows XP-Treiber anzutreten. Der hier verwendete, und zum Start vorgestellte 174.53 zeigte sich mehr als störrisch und machte viele Probleme im Test. Möglicherweise sind die geschilderten Umstände seit heute schon behoben, denn heute hat NVIDIA eine Treiberversion 174.74 Beta nachgeliefert, welche Kompatibilitätsprobleme beseitigen soll. Da wir mit sämtlichen im Test verwendeten NVIDIA-Karten, bis eben auf die GX2 keine Probleme hatten, hoffen wir aktuell einfach einmal, dass hier ein Bugfixing erfolgt ist. Wir wollen uns dies die kommende Woche noch einmal detailliert ansehen.

Was letzten Endes aber die Leistung angeht, hat NVIDIA durchaus – betrachtet über die breite Palette der Anwendungen – klar neue Maßstäbe gesetzt. Die AMD HD 3870 X2 Lösung wird dabei praktisch klar deklassiert. Sehen wir einmal von Anno 1701 ab – dem einzigen Spiel im Test, bei welchem die GX2 nicht skalierte – bewegt man sich auch schon einmal bis zu 100% bei der Leistung über dem Produkt des Mitbewerbers und Vorteile im Bereich von 20 bis 30 Prozent sind ebenfalls keine Seltenheit. Nichts anderes musste man aber im Vorfeld auch erwarten, auf Grund des angezielten Preissegmentes.

Dabei muss man ebenfalls erwähnen, dass im Bereich des SLI-Supports von NVIDIA wirklich deutlich nachgelegt wurde. Denken wir an frühere Artikel zurück, so traf man nicht selten auf Probleme. Wie zuvor schon angedeutet, fanden wir dieses Mal lediglich das Spiel Anno 1701, welches nicht mit der GX2 skalierte, sich aber dennoch fehlerfrei betreiben ließ.



Bild: NVIDIA GeForce 9800 GX2: Wenn der Rauch sich legt



Gerade im Bereich Treiber bietet NVIDIA auch einen deutlichen Vorteil gegenüber AMD. Sollte denn wirklich einmal ein Spiel nicht korrekt beschleunigt, oder eben fehlerhaft durch den Dual-Betrieb dargestellt werden, so besteht im NVIDIA-Treiber noch immer die Option SLI zu deaktivieren. Bei AMDs 3870 X2 vermisst man eine solche Option und der Anwender ist auf eine schnelle Reaktion des Herstellers in Form eines fehlerbereinigten Treibers angewiesen.

Nicht wirklich überzeugend zeigte sich die GX2 auf dem Segment Temperaturverhalten und Lautstärke. Beide Punkte gehen hier, wie wir aufgezeigt haben, Hand in Hand. Durch die äußere Hülle, in welche NVIDIA das Dual-Board steckte, wollte man eigentlich einen besseren Airflow erreichen. Doch nach unserem Eindruck erreichte man eher das Gegenteil. Unsere Belastungstests, welche wir auch ohne dieses Cover durchgeführt hatten, zeigten klar, dass die Karte in dem Fall weniger schnell heiß wird und der Lüfter drehte auch langsamer. Mit Cover und den dann vorhandenen Lüftungsschlitzen steigert sich die Lautstärke der Lüfterabluft noch einmal deutlich.

Im Bereich der Leistungsaufnahme unter Last zeigte sich die GeForce 9800 GX2 durchaus noch gut. Insbesondere im Vergleich zur HD 3870 X2 war man gar noch etwas genügsamer. Im unbelasteten Zustand lag die GX2 allerdings fast 20 Prozent über der AMD X2. Hier will NVIDIA in kommender Zeit mit HybridPower noch entgegen wirken. Dann soll im Lastfreien Zustand die Leistungsfähige Grafikkarte komplett deaktiviert werden können. Momentan sprechen wir hier aber noch von Zukunftsmusik.

So bleibt festzuhalten, dass sich das neue NVIDIA Flaggschiff, wie zu erwarten, an wirkliche Enthusiasten richtet. Diese sollten dann nach Möglichkeit aber kein empfindliches Gehör haben oder bereit sein die GX2 zu „entkleiden“ und damit die Garantie zu verlieren. Preislich hat sich in den letzten Tagen einiges bei den GeForce 9800 GX2-Modellen getan.

Unser Testkandidat in Form der Zotac 9800 GX2 ist aktuell zu Preisen ab 435 Euro.erhältlich. Das ist immer noch ein stolzer Preis. Eine AMD Radeon HD 3870 X2 gibt es aktuell zu Preisen ab 300 Euro.


[pg], 28.03.2008




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