AMD Athlon X2 7850 Black Edition - Der letzte seiner Art

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Fazit



Nachdem heutigen Test kann man durchaus sagen, dass genau das eingetreten ist, was wir erwartet hatten. Der AMD Athlon X2 7850 BE entlockt keinen Jubelschrei. Vielmehr muss man die Frage in den Raum stellen, warum zum jetzigen Zeitpunkt diese CPU noch in den Markt geschickt wird?

Doch fassen wir zunächst zusammen. Wie schon der Athlon X2 7750 Black Edition zeigt auch der Athlon X2 7850 BE, dass sich der Prozessor von der Leistung her sicherlich mit Konkurrenten wie dem E5300 oder dem E4600 messen kann. Doch gibt es auch durchaus Anwendungen bei denen der 7850 BE das Nachsehen hat. Preislich liegen die Prozessoren aktuell etwa auf einer Wellenlänge. Im Schlagabtausch mit den Intel-Prozessoren muss sich der 7850 BE dann aber schon dem E7300 geschlagen geben. Natürlich ist der E7300 auch deutlich teurer, an einen Vergleich der Top-Modelle in Form des E8600 ist dabei gar nicht zu denken.

Doch gibt es bei Prozessoren natürlich auch andere Kriterien, welche in die Beurteilung einfließen. Und auch bei der Leistungsaufnahme gewinnt der 7850 BE keine Preise. Dabei sind es vor allem die Idle-Werte, welche die Kuma-Prozessoren – auch in den eigenen Reihen – etwas ins Abseits stellen. Da hilft auch kein Undervolting, selbst wenn man damit die Leistungsaufnahme deutlich reduzieren kann. Zudem ist dies auch sehr stark abhängig von dem verwendeten Mainboard.

Beim Übertakten kann auch diese X2 Black Edition Variante – welche sich nach AMDs Ansicht eben an Enthusiasten wendet – nicht wirklich überzeugen. Magere 200 MHz mehr waren der CPU zu entlocken.

Bild: AMD Athlon X2 7850 Black Edition – Der letzte seiner Art

Kommen wir also wieder zur Eingangsfrage: Warum stellt AMD inmitten des Erfolges der Phenom-II-Serie einen solchen Prozessor vor? Natürlich lässt sich der Athlon X2 7850 BE preislich nicht mit den Phenom-II-CPUs messen, doch wirft er auch nicht das beste Licht auf die AMD Prozessoren als solches. Er stellt vielleicht allenfalls einen Zeitvertreib auf die erwarteten Zwei-Kern-Modelle, basierend auf der Phenom II-Technik, dar.

Es bleibt nur eine sinnige Erklärung: AMD verkauft schlicht Restbestände der 65 nm-basierenden K10-Prozessoren ab. Das kann man auch keinem übel nehmen, doch wirft der Kuma in Zeiten von Phenom II eher Schatten in das Tal in dem gerade erst die Sonne wieder zu scheinen begonnen hat. Er ist der letzte seiner Art und sicherlich, mit einem derzeitigen Preis von knapp über 60 Euro, eine mögliche Leistungssteigerung für ein in die Tage gekommenes System. Aber mit deutlichen Einschränkungen, denn auch ein 6000+ vermag manches mal durch den Takt vor einem Athlon X2 7850 BE zu liegen.

[dk], 24. Mai 2009

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