AMD ATI Radeon HD 5770 - Angriff auf das Performance-Segment

Grafikkarten | HT4U.net | Seite 8

Temperaturen: GPU Control Unit?



Wir hatten AMD auf dem Pressebriefing vor einigen Tagen auf dieses Thema angesprochen. Ähnlich wie bei Intel, soll es angeblich eine GPU Control Unit geben, welche Überwachungsfunktionen bei der Radeon HD 5000-Familie übernimmt und als Schutzmaßnahme dient. Geht ein Intel-Prozessor beispielsweise über seine erlaubte Leistungsaufnahme (Core i7 / i5), so kann er mit Taktaussetzern und/oder Spannungsabsenkungen entgegenwirken.

AMD verneinte, dass etwas dieser Art umgesetzt worden sei, einen Überlastungsschutz habe man aber schon bei der HD 4000-Familie umgesetzt und natürlich auch in der HD 5000-Familie. Und wäre da unser defektes Testmuster einer HD 5770 nicht gewesen, hätten wir vielleicht Throttling in der GPU-Praxis nie gesehen.

Wie soeben ausgeführt, waren wir mit unserer AMD Radeon HD 5770 einem Testmuster mit defektem Kühler aufgesessen. Der Kühler war zwar durchaus in der Lage diese GPU unter üblichen Applikationen ausreichend zu kühlen, bei hoher Last aber musste er die Waffen strecken.

Bild: AMD ATI Radeon HD 5770 – Angriff auf das Performance-Segment

Last-Betrieb(Furmark) mit defekter Kühllösung: Throttling tritt ein


Innerhalb von wenigen Sekunden (maximal 10 bis 15 Sekunden) erreichte die GPU Temperaturen von 105 °C und exakt dort stieg dann ein Schutzmechanismus der HD 5770 ein – von AMD uns bislang noch nicht näher erklärt, trotz mehrfacher Anfragen – welcher mit Taktaussetzern und Spannungsabsenkungen versuchte entgegen zu wirken, zu erkennen an der gezackten Furmark-Linie.

Die Taktaussetzer ließen sich dabei über kein Tool attestieren, allerdings konnten wir sie bei den Spannungen nachstellen. Und da die Spannungen gesenkt wurden, muss zweifelsfrei auch der Takt abgesenkt worden sein – ansonsten wären wir wohl eher mit Taktabstürzen konfrontiert worden – wie in der Vergangenheit.

Spannungen GPU Spannungen RAM
Bild: AMD ATI Radeon HD 5770 – Angriff auf das Performance-Segment
Bild: AMD ATI Radeon HD 5770 – Angriff auf das Performance-Segment


Nun hätte man annehmen dürfen, dass hier möglicherweise eine Temperatur- oder Leistungsaufnahme-Abhängigkeit besteht. Wir erreichten bei den erwähnten 105 °C eine Leistungsaufnahme von knapp 120 Watt.

Auf der ASUS EAH 5770 mit intaktem Kühler verhielt sich der Mechanismus allerdings ein wenig anders. Wir übertakteten die Karte auf 1000 MHz GPU-Takt und 1430 MHz Speicher-Takt – dies konnten wir nur über einen Eingriff in die Spannungen umsetzen, welcher der ASUS Smart-Doctor ermöglichte. Wir hoben die Spannung von 1,125 (so meinte der Doctor die Default-Spannung zu erkennen), auf 1,212 Volt an. Real lagen hier aber bereits 1,239 Volt an.

Dabei wurde uns in keiner Test-Applikation ein einziger Bildfehler geliefert. Unter Furmark durften wir dann abermals hier und dort Taktaussetzer feststellen.

Bild: AMD ATI Radeon HD 5770 – Angriff auf das Performance-Segment

Wir bewegten uns gerade einmal im Bereich von 81 °C – die Leistungsaufnahme lag hier allerdings schon bei 137 Watt. Eine dauerhafte Stabilität unter 3D-Anwendungen konnten wir aber ebenfalls nicht nachstellen. Das System selbst stürzte nie ab, brachte auch keine Fehler mit sich. Doch ein Benchmarkversagen in Stalker und ein Aussetzer in Crysis Warhead stellte sich ein.

Weiterhin warten wir diesbezüglich auf Antworten von AMD – nicht wegen der Abstürze, sondern vielmehr darüber, was genau man denn nun bei der HD 5000-Familie anders macht. Dass man etwas anders macht, hatte man uns schon bestätigt – mehr aber auch noch nicht.