AMD ATI Radeon HD 5870 im Test

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Eyefinity – Ausgangsvielfalt inklusive HD-Audio



Bereits im Vorfeld zu diesem Launch gab AMD bereits bekannt, dass die Radeon-HD-5000-Serie über einen deutlich verbesserten Support für den Betrieb mehrerer Monitore bietet. War es bisweilen sowohl bei ATI als auch bei NVIDIA lediglich möglich zwei Monitore gleichzeitig zu betreiben, egal wie viele Ausgänge auf der Grafikkarte vorhanden waren, so trifft diese Einschränkung auf die neuen Radeon-Karten nicht mehr zu. Je nach Konstellation können bis zu sechs Ausgänge parallel genutzt werden.

Bild: AMD ATI Radeon HD 5870 im Test

Ganz allgemein betrachtet verfügen die neuen GPUs über sechs Display-Controller. Diese können aus sechs digitalen und zwei analogen Verbindungen wählen. Bei den sechs digitalen Verbindungen kann wahlweise auf TMDS (für HDMI und DVI) oder 8B/10B (für Displayport) gesetzt werden. Auf diese Weise sind zum Beispiel sechs Displayports auf einer Karte realisierbar. Derartige Modelle werden auch erhältlich sein und von AMD als Eyefnity-Karten vermarktet werden. Auf dem Papier wäre auch die Kombination von sechs HDMI oder sechs Single-Link-DVI möglich, was jedoch aufgrund deren Maße nicht in der Praxis umsetzbar ist. Für Dual-Link-DVI werden zwei TMDS-Verbindungen benötigt, weshalb in diesem Falle maximal drei dieser Ausgänge verbaut werden können.

Eine in der Praxis relevante und auch bei unserem Testmuster anzutreffende Konstellation ist die Kombination zweier Dual-Link-DVI-Ausgänge mit einem HDMI-Ausgang und einem Displayport. Laut AMD ist diesbezüglich auch die Kombination von Displays verschiedener Größe kein Problem. Treiber mit "Eyefinity"-Unterstützung werden für Windows Vista, Windows 7 und auch Linux veröffentlicht werden – ein Support für Windows XP ist laut AMD nicht geplant.

Ein Test dieser Funktion war mit den aktuellen Grafikkartenmustern der HD 5870 nicht möglich, denn der HDMI-Ausgang auf sämtlichen Karten bei der Presse war deaktiviert und da keine Display-Portgeräte zur Verfügung standen, konnten wir Eyefinity aktuell in der Praxis nicht testen. Laut AMD lag ein Fehler in der Firmware vor, weshalb der HDMI-Port deaktiviert ist. Inzwischen lag dann AMD Deutschland auch eine neue Firmware vor, doch bis zum Abend vor dem Launch fehlte noch immer das passende Flashtool. Wir werden uns die Funktion noch einmal ansehen, sobald die Firmware unserer Karte aktualisiert ist.

Update 25.09.2009:
Entgegen unserer ursprünglichen Aussage können aus der Gruppe HDMI, DVI und VGA grundsätzlich maximal zwei Ausgänge gleichzeitig betrieben werden. Zusätzlich zu diesen zwei Ausgängen, können noch weitere DisplayPorts (falls vorhanden) im Multi-Monitor-Betrieb genutzt werden. Für die HD 5870 mit zwei DVI-Ausgängen, einem HDMI und einem DisplayPort bedeutet dies, dass maximal drei Monitore angesteuert werden können. Zudem muss für den Eyefinity-Betrieb mit 3 Monitoren grundsätzlich der DisplayPort verwendet werden werde, da die Konstellation "DVI-DVI-HDMI" nicht funktioniert. Leider konnten wir dies für diesen Artikel aufgrund des deaktivierten HDMI-Ausgangs nicht überprüfen und wir vertrauten der Aussage die wir auf eine extra gestellte Nachfrage bei AMD auf dem zugehörigen Presseevent erhalten hatten.

Die Ursache für diese Einschränkungen liegt laut AMD darin, dass für diese Ausgänge (DVI, HDMI, VGA) jeweils ein eigenständiger Taktgenerator benötigt wird, von denen nur deren zwei vorhanden sind. Für weitere DisplayPorts steht ein einzelner zusätzlicher Taktgenerator zur Verfügung, welcher allerdings in diesem Fall für sämtliche DisplayPort-Ausgänge genutzt werden kann, aufgrund dessen gibt es bei diesem Typ keine derartigen Probleme.

Bild: AMD ATI Radeon HD 5870 im Test

Hochgenuss für die Ohren



Bereits seit der HD-2000-Serie können die Grafikkarten von AMD nicht nur Bildsignale ausgeben, sondern auch Ton, seit der Radeon HD 4000-Serie sogar in 7.1 Surround Sound. Die Ausgabe der Audio-Signale erfolgt hierbei per HDMI oder Displayport. Somit kann auf aktuellen Radeon-Karten auch Mehrkanal-Sound von Blu-Rays oder DVDs an einen AV-Receiver weitergereicht werden. Allerdings fehlte sämtlichen Modellen bisweilen die Unterstützung von PAP (Proteced Audio Path), weshalb die bei Blu-rays gängigen Audio-Formate Dolby TrueHD und DTS-HD auf 48 kHz bei 16 bit heruntergerechnet werden mussten, wodurch natürlich ein gewisser Qualitätsverlust entsteht.

Audiophile Heimkino-Fans werden sich an dieser Stelle nun händeklatschend freuen: Die Radeon HD 5000 Serie unterliegt diesen Einschränkungen nicht mehr. PAP wird unterstützt und somit steht dem qualitativ hochwertigen Hörgenuss nichts mehr im Wege. Dank voller Unterstützung von HDMI 1.3a sind die Karten der HD 5000 Serie nun endgültig in der Lage die Audio-Signale verlustlos als Bitstrom an den Verstärker zu schicken.