AMD Phenom II X4 940 und 920 im Test

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Phenom II-Praxis: Spannungen



Wie wir bereits eingangs unseres Artikels ausgeführt hatten, ging AMD einen durchaus unüblichen Weg bei ihrem Die-Shrink. Regelmäßig ist man es gewohnt, dass mit kleinerem Fertigungsprozess auch die Spannungen sinken. Bei AMD scheint dies erst einmal aber nur für den Idle-Mode zu gelten, bei welchem der Hersteller von einer Spannungsabsenkung von bis zu 0,875 Volt spricht.

In der Praxis zeigte sich, dass unser Muster des Phenom II im Idle-Mode, unter zugeschaltetem Cool'n'Quiet mit einer Spannung von 0,99 Volt auf vier Phasen arbeitete – die fünfte Phase, als Steuereinheit senkte ihre Spannung nur unwesentlich.

Bild: AMD Phenom II X4 940 und 920 im Test


Unter Last geht AMD mit dem 45-nm-Phenom-II allerdings einen überraschenden Weg und nennt die maximale Spannung, bei welcher diese Prozessoren im Markt eintreffen könnten, mit bis zu 1,5 Volt, eine Spannung, welche wir schon von Athlon 64-Modellen in 90-nm-Strukturbreite kannten.

Unser heutiges Muster wurde vom System als 1,35-Volt-Modell erkannt, gerade einmal 0,05 Volt weniger als der AMD Athlon 64 X2 6400+, AMDs ehemaliges und höchst getaktetes 90-nm-Flaggschiff.

Praktisch lag die Spannung der CPU dann doch noch etwas höher an – was nicht verwundert, denn es ist keine Seltenheit, dass die Mainboardhersteller etwas mehr Spannung anlegen, als der CPU-Hersteller vorgibt.

Bild: AMD Phenom II X4 940 und 920 im Test


Es stellt sich natürlich die Frage, was AMD mit der hohen Nennung möglichen VIDs für Phenom-II-Prozessoren verfolgt. Vielleicht benötigt AMD hier aktuell etwas mehr Luft nach oben, um für Taktsteigerungen gewappnet zu sein. Und jetzt mit einer niedrigen TDP zu starten, welche man dann mit Taktsteigerungen Stück für Stück nach oben schrauben müsste, würde nach den vergangenen 12 Monaten keine Sicherheit beim Endkunden oder den Partnern erwecken. Man beißt also hier lieber gleich in den saueren Apfel und hofft darauf, dass durch Verbesserungen in der laufenden Fertigung Spannungserhöhungen nicht notwendig werden.

Einen völlig "stromlosen" Wert, auch bei den fließenden Strömen, konnten wir im laufenden Test nicht feststellen. Dazu wollen wir allerdings auch vorsichtig diesen Umstand nicht verneinen, denn in der Art der hier vollzogenen kontaktlosen Messung kann es natürlich auch zum Versagen des Zangenamperemeters führen. DeFacto hat AMD uns heute allerdings noch einmal bestätigt, dass der Phenom II in der Lage sei, einzelne Kerne komplett abzuschalten, stromlos zu machen.