AMD Phenom II X4 940 und 920 im Test

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Phenom II-Praxis: Übertakten leicht gemacht?



Es liegt uns in diesem Kapitel fern, von AMDs Overdrive-Utility zu sprechen. Dass Mainboard und inzwischen auch CPU-Hersteller immer weiter auf Software-Eingriffe unter Windows setzen, ist mehr ein Marketing-Hype als eine brauchbare Notwendigkeit. Mit Phenom hatte sich AMDs AOD eher als "Angel of Darkness" anstatt eines probaten OC-Utilities präsentiert.

Nein, es geht uns hier erst einmal um den Ausblick, den AMD in den Raum stellte, gepaart mit der Praxis. Und der Ausblick von AMD sollte natürlich auch ein Indikator für mögliche, künftige Taktsteigerungen sein. Werfen wir einen Blick darauf.

Bild: AMD Phenom II X4 940 und 920 im Test

Gesehen, zur Kenntnis genommen und danach haben wir es praktisch schon zu den Akten gelegt. AMD prognostizierte im Vorfeld bereits diese Präsentation, welche von bis zu 3900 MHz Taktmöglichkeit bei Lüftkühlung sprach. Allerdings wies die gleiche Präsentation auch einen Phenom mit Luftkühlung und Taktraten bis 3170 MHz auf. Und an dem Punkt war uns doch schon klar, dass dieser Ausblick doch deutlichen Optimismus versprüht.

Unser eigener Phenom X4 9950 war auf ein paar Systemen stabil mit 3000 MHz ohne Spannungszugaben zu betreiben, auf anderen Plattformen war diese Taktung lediglich unter erhöhter Spannung möglich. Und selbst auf diesem Weg erreichten wir kaum nennenswerte Taktsteigerungen, geschweige denn Regionen, welche AMD in ihrer Präsentation für repräsentativ erklärt.

So gingen wir recht gelassen und ohne großartige Erwartungshaltung an riesige Übertaktungserfolge an dieses Unterfangen...

Bild: AMD Phenom II X4 940 und 920 im Test

.. und wurden dann doch erst einmal etwas überrascht. Mit Default-Spannung erreichten wir einen stabilen Takt von runden 3,6 GHz. Diesen Takt – erzielt auf dem Gigabyte 790FX – stellten wir sodann auch noch einmal auf dem 790GX von Gigabyte und dem 790GX von MSI nach. In allen Fällen war dies möglich.

Überraschend waren dann durchaus aber auch Rückmeldungen von diversen Kollegen, welche weniger Erfolg hatten und von 3,4 bis 3,5 GHz sprachen. So scheint der Autor dann dieses Mal ausnahmsweise Hans im Glück gewesen zu sein.

Enttäuschend war dann wiederum das Taktverhalten unter Spannungszugaben. Wir versuchten auf Biegen und Brechen 3,9 GHz Prozessortakt stabil lauffähig zu bekommen, doch es ist uns nicht ganz klar, welche Art von Luftkühlung AMD sich vorstellt, damit dieses Ziel – trotz des offenbar recht guten CPU-Musters – gelingen sollte. Selbst bei 1,6 Volt war eine solche Taktrate nicht realisierbar.

Immerhin, mit hitzigen und recht lauten 1,5 Volt Spannung gelangen uns dann zumindest die 3,8 GHz.

Bild: AMD Phenom II X4 940 und 920 im Test

Was zeigt dieser Ausblick? Erst einmal nicht viel. Wir besitzen ein gutes Testmuster eines Phenom X4 9950, welches sich mit Default-Spannung auf 3 GHz übertakten lässt. Das entspricht einer Taktsteigerung von rund 15 %. Und wir besitzen nun ein Muster eines Phenom II – offenbar auch ein recht gutes – welches sich bis 3,6 GHz übertakten lässt. Dies wiederum entspricht ca. 20 % Steigerung. Aber ob diese beiden Muster nun wirklich den Rückschluss zulassen, dass der neue Phenom II in 45-nm-Fertigung besseres Übertaktungspotential besitzt, das wollen wir nicht einmal im Ansatz behaupten. Jedoch bleibt festzuhalten, dass AMD im aktuellen Fertigungsprozess in seinen ersten Chargen gleich eine deutliche Taktsteigerung bei gesunkener Leistungsaufnahme und gleichzeitig verbesserter Grundperformance gelang.