Arctic Cooling Accelero L2 Pro: Kleiner Preis und große Leistung?

Gehäuse & Kühlung | HT4U.net | Seite 13

Fazit



Wir kommen zum Schluss eines überraschenden Testes. Wir hätten niemals von einem Produkt der 10- bis 13-Euro-Klasse eine solche Leistung erwartet. Ein in 40 nm gefertigter Chip einer Radeon HD 4770 wurde mit einer ca. 30- bis 35-%-GPU-Spannungszugabe nicht nur ausreichend und mit verbleibenden Reserven gekühlt (bei maximaler Übertaktung), sondern dabei – das ist das besondere – technisch betrachtet lautlos.

In diesem Zustand verbrät ein solcher Chip, wie nachgewiesen, ca. 150 Watt unter Furmark – einer simulierten Vollauslastung der Chipeinheiten. Laut Arctic Cooling hat man sich mit diesem günstigen Voll-Aluminium-Kühler aber nur auf 100 Watt festgelegt.

Lässt man all diese speziell angestellten OC-Versuche außer Acht, hat man es mit einem Produkt zu tun, welches im Bereich Lautstärke Maßstäbe setzt. Die Möglichkeiten unserer Messanlage wurde massiv im Lastfreien Betrieb unterschritten. Dieser Kühler – und wir hatten ihn gleich in zweifacher Ausfertigung angefordert – überraschte uns auf der ganzen Linie.

Dort wo also wirlich nur mit TDPs von 100 °C bei Grafikkarten gerechnet werden muss – und dorthin wendet sich Arctic Cooling eigentlich mit dem Produkt – darf der Endkunde dann auch wirklich einen absoluten Silent-Kühler erwarten, welcher im Betrieb nie auffällig wird. Darüber hinaus gibt es Leistungspotential, dass der Hersteller dem Produkt auf dem Papier nicht zugestehen möchte, aber im heutigen Test wirklich vorhanden war.

Bild: Arctic Cooling Accelero L2 Pro: Kleiner Preis und große Leistung?

Wo liegen die Schattenseiten? Wir fanden eigentlich keine. Der Lieferumfang ist mehr als man bei einem Produkt dieser Preisklasse erwarten darf und man mag allenfalls über den Zwang lächeln, dass einem externen Grafikkartenkühler – vom Endkunden gefordert – Kühlkörper für RAM und Spannungsversorgung beiliegen müssen. Dass die Montageumstände dieser Kühlerchen an gewisse Voraussetzungen geknüpft sind, dass sie im heutigen Test keine Vorteile zeigten, dass der L2 Pro ein Voll-Aluminium-Kühler ist und keine Kupfer-Anteile beherbergt – all das spricht nach den gezeigten Leistungsdaten erst einmal nur für den Hersteller selbst.

Als eigentlichen Kritikpunkt muss man allenfalls die Bauform nennen. Der Accelero L2 Pro belegt – fertig montiert auf der Grafikkarte – drei Steckplätze im System. Der potentielle Kaufinteressent sollte sich also zuvor über die Raumverhältnisse auf seinem Mainboard im Klaren sein.

Stellt sich allenfalls noch die Frage ob Arctic Cooling weiß, was er hier für diesen Preis gebaut hat. Nach diesen Testerfahrungen bleibt uns aktuell lediglich noch der Hinweis, dass dieser Alternativ-Kühler wirklich heiß ist – wir können es nicht anders beschreiben. Preislich ist der Arctic Cooling Accelero L2 Pro kaum zu schlagen, im Bereich Lautstärke vermutlich ohnehin nicht.

Dass die Garantie verloren geht, sobald man den Hersteller-Kühler einer Grafikkarte demontiert und einen alternativen Kühler montiert, das sollte selbstverständlich sein. Nichtsdestotrotz – hier führt einfach kein Weg vorbei, müssen und wollen wir diesem Produkt unseren einzigen und selten vergebenen HT4U.net Editors Choice Award aussprechen.

award



Der Arctic Cooling Accelero L2 Pro ist derzeit z. B. ab 12,90 Euro bei Caseking erhältlich.

[pg], 8. Juli 2009

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