Gigabyte EP45-UD3 [Intel P45]

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Leistungsaufnahme: CPU inklusive Wandler



Werfen wir nun also einen Blick auf die Leistungsaufnahme der CPU – inklusive der Wandler für die Stromversorgung des Prozessors. Diese haben wir wie immer mit Hilfe unseres Zangenampermeters von Tenma bestimmt.

Den Intel Core 2 Quad Q9300 hatten wir bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit einer Leistungsaufnahme von 44,6 Watt unter Last nur für den Prozessor bestimmt, so dass es uns durch unsere heutigen Tests zudem möglich ist den Wirkungsgrad der Wandler bei maximaler Auslastung zu bestimmen. Zu Beachten ist hierbei, dass die Versorgungsspannungen einen maßgeblichen Einfluss hat und somit schnell alles ganz anders aussehen kann, wenn ein Hersteller die VCore gegenüber den Herstellerangaben verändert. Auch der Umstand, dass neue Chipsatzgenerationen mehr Energiesparmöglichkeiten bieten, kann das vormals klare Ergebnis etwas verwaschen.

Leistungsaufnahme CPU (inkl. Wandler)
Idle (ruhender Desktop - alle EE-Mechanismen aktiv)
MSI P45 Platinum
7,3
MSI P45 Platinum + GreenPower
5,5
Gigabyte EP45-UD3
5,3
Gigabyte EP45-UD3 + DES
4,8
ASUS P5Q Deluxe
4,6
ASUS P5Q Deluxe + EPU6
2,8
ASUS P5Q Pro
4,2
ASUS P5Q Pro + EPU6
2,9
Watt


Lässt man einmal die EPU-Software außen vor, so liegen alle Kandidaten innerhalb eines Bereichs von maximal drei Watt. Dies bedeutet jedoch, dass ohne GreenPower das MSI-Mainboard schon fast 75 Prozent hinter der sparsamsten Konfiguration in Form des ASUS P5Q Pro liegt. ASUS zeigt hier auch recht eindrucksvoll, dass die 16 Phasen auf dem P5Q Deluxe nur unwesentlich schlechter arbeiten als die 8 auf dem P5Q Pro, was auf einen sehr guten Wirkungsgrad der Wandler hindeutet. Gigabyte reiht sich dabei mit dem EP45-UD3 zwischen den Platinen von ASUS und MSI ein und dies obwohl der Hersteller im Gegensatz zu ASUS nur sechs Phasen verwendet.

Betrachtet man zusätzlich noch die Resultate mit installierter DES-Software, so zeigt sich, dass die minimale Spannungsabsenkung im Auto-Modus(!) des Tools zusammen mit der Phasenabschaltung kaum einen Vorteil ergibt. Bisher erweist sich die Software somit eher als bedeutungslos.

Über den Wirkungsgrad lässt sich hier nur indirekt eine Aussage treffen, denn diesen Prozessor haben wir nicht exakt im Idle vermessen. Ein ähnliches Modell konnten wir bei etwa 7 Watt auf einem P35-Board vermessen – unklar sind hier aber die korrekt anliegenden Spannungen im Idle sowie etwaige Energiesparmechanismen, welche chipsatzseitig noch einfließen. Klar ist aber auch so, dass die Ergebnisse abgesehen von dem P45 Platinum ohne Green Power gut bis sehr gut sind, wobei ASUS hier definitiv den beiden anderen Herstellern einen Schritt vorraus ist.

Leistungsaufnahme CPU (inkl. Wandler)
Last (Core2MaxPerf 1.3)
Intel Core 2 Quad Q9300 (real)
44,6
MSI P45 Platinum
57,1
MSI P45 Platinum + GreenPower
55,6
Gigabyte EP45-UD3
54,2
Gigabyte EP45-UD3 + DES
46,3
ASUS P5Q Deluxe
51,8
ASUS P5Q Deluxe + EPU6
51,8
ASUS P5Q Pro
51,7
ASUS P5Q Pro + EPU6
50,6
Watt


Unter Last kippt dann das Bild extrem zu Gunsten des EP45-UD3 von Gigabyte, bei Verwendung von DES. Auf den ersten Blick möchte man meinen, dass die Resultate absolut unmöglich sind, denn schließlich hätte man bei einer realen Leistungsaufnahme nur für den Prozessor einen Wandlerwirkungsgrad von fast 100 Prozent. Doch die Ergebnisse stimmen und die Erklärung ist so einfach wie genial. Die DES-Software reduziert die VCore von 1,15 Volt auf unter 1,1 Volt wodurch der riesige Vorsprung gegenüber der Konkurrenz entsteht.

Ob die Ergebnisse so auch auf andere Prozessoren übertragbar sind, wissen wir im Augenblick nicht. Möglicherweise könnte die extreme Runterregulierung der VCore zu Stabilitätsproblemen führen. Denkbar ist aber auch dass sie bei anderen Modellen nicht in diesem Maße auftritt.

Der Wirkungsgrad der Wandler ohne DES liegt bei guten 80 Prozent oder mehr, denn das EP45-UD3 legt mit 1,15 Volt etwas mehr Spannung unter Last an, als die Konkurrenten mit 1,12 Volt. Mit DES sieht es natürlich besser aus, aber ein exakter Wert lässt sich hier auf Grund der extremen Spannungsveränderung nicht bestimmen.

Im Vergleich zur Konkurrenz liegt das EP45-UD3 somit in etwa auf dem Niveau der beiden ASUS-Platinen und damit knapp vor dem MSI P45 Platinum, welches sich erneut die letzte Position holt. Doch wie sieht es aus, wenn man das ganze System mit in die Betrachtung einbezieht? Büßt Gigabyte hier – ähnlich wie ASUS – die Einsparungen durch DES ein?