Gigabyte EP45-UD3 [Intel P45]

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Leistungsaufnahme: Einfluss der VCore



Der Leistungsbedarf bei Standard-Settings ist das eine, doch etwas ganz anderes ist der Energiehunger, wenn man Übertaktet oder Spannungen eigenhändig verändert. Während unserer Tests zu den P45-Platinen fiel uns dabei immer wieder auf, dass keines der Mainboards in Verbindung mit unserem Core 2 Quad die VCore im Idle absenkte, sobald man diese manuell einstellt. Doch warum? Auf diese Frage können wir hier und jetzt keine Antwort geben, denn aus unserer Sicht spricht nichts dagegen ein solches Feature zu implementieren. Möglicherweise wollen die Herstellern die Wandler entlasten, wir wissen es nicht.

Beantworten können wir aber die Frage wie sich die Leistungsaufnahme im Idle-Betrieb verändert, wenn man an der VCore herumspielt. Dazu haben wir einige Messungen bei verschiedenen Spannungen durchgeführt und die Ergebnisse einmal exemplarisch für eine VCore von 1,40 Volt in den beiden nachfolgenden Diagrammen mit den Werten bei Standard-Settings – also einer VCore um die 1,12 Volt – verglichen. Für andere Spannungswerte ergab sich so ziemlich das gleiche Bild, wobei bei noch höheren Werten die Unterschiede noch drastischer werden. Und um die Ergebnisse gleich vorneweg zu nehmen, alle Systeme benötigen nun einige Watt mehr. Die Hoffnung, es würde vielleicht nichts ausmachen, ist also fehl am Platze.

Leistungsaufnahme für manuell eingestellte VCore
CPU inkl. Wandler (Standard)
CPU inkl. Wandler (1.40 Volt)
MSI P45 Platinum
7,3
11,3
Gigabyte EP45-UD3
5,3
15,3
ASUS P5Q Deluxe
4,6
8,9
ASUS P5Q Pro
4,2
8,6
Watt

Konzentrieren wir uns erst einmal auf die Resultate für Prozessor inklusive Wandler. Abgesehen von dem Gigabyte-Mainboard steigt bei allen anderen der Energiebedarf um 4 bis 4,4 Watt an. Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Das EP45-UD3 haut allerdings dem Fass den Boden aus und benötigt wahnsinnige 10 Watt mehr. Was hier auch immer intern passiert – wir hatten extra alle uns zugänglichen Spannungen fest eingestellt – mit einer solchen Vorstellung gewinnt man keinen Umweltschutzpreis.

Wer sich fragt warum die Resultate mit EPU-Software und DES hier fehlen, dem sei gesagt dass diese nicht mehr regulierend eingreifen, sobald man manuell in die Einstellungen eingreift. DES regelt dann zwar noch die Phasenabschaltung, diese bringt jedoch keine Einsparungen in diesem Fall mit sich. Etwas anders sieht es bei MSI aus, denn die GreenPower-Einstellungen im BIOS kann man durchaus nutzen. Tut man dies, so senkt sich der Energiebedarf insgesamt um etwa 1,5 Watt für beide Betriebsmodi ab.

Leistungsaufnahme für manuell eingestellte VCore
komplettes System (Standard)
komplettes System (1.40 Volt)
MSI P45 Platinum
128,0
130,1
Gigabyte EP45-UD3
124,6
134,6
ASUS P5Q Deluxe
130,0
135,1
ASUS P5Q Pro
126,7
131,2
Watt

Verschiebt man sein Augenmerk auf das gesamte System, so verändert sich die Situation kaum. Abgesehen vom EP45-UD3, das erneut zehn Watt mehr benötigt, steigt der Energiebedarf wieder um etwa vier bis fünf Watt an. Dadurch ist nun das ursprünglich sparsamste System mit dem EP45-UD3 fast der schlechteste Kandidat und das ursprünglich so gescholtene MSI P45 Platinum liegt an der Spitze.

Doch warum verschlechtern sich alle Kandidaten teilweise so dramatisch? Die Gründe hierfür sind rein physikalischer Natur und im Wesentlichen ist daran der quadratische Anteil der Versorgungsspannung an der Leistungsaufnahme verantwortlich. Durch die diversen Schlafzustände des Prozessors ist es zwar möglich die Leistungsaufnahme generell auf einem sehr niedrigen Niveau zu halten, an einem Anstieg des Energiehungers können aber auch diese nichts ändern.

Warum das Gigabyte Mainboard dabei wesentlich schlechter abschneidet, kann man nur mutmaßen. Möglicherweise dreht es an für uns unzugänglichen Spannungen und kommt daher auf ein überdurchschnittlich schlechtes Ergebnis. Trotz allem sollte man nicht vergessen, dass das gesamte System bei Verwendung des EP45-UD3 nur vier Watt hinter der sparsamsten Konfiguration liegt.