Gigabyte EP45-UD3 [Intel P45]

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Alltagsbetrieb: BIOS



Das BIOS des EP45-UD3 stammt wie immer bei Gigabyte von Award und zeigt sich äußerlich sehr aufgeräumt. Im Folgenden wollen wir lediglich auf einige Auffälligkeiten im BIOS eingehen. Wer einen tieferen Einblick gewinnen möchte, findet in der Bildergalerie im Anhang noch weitere Bilder.

Das BIOS macht einen überwiegend aufgeräumten Eindruck, sodass sich Neulinge recht schnell einleben sollten und nicht lange nach den Einstellungen suchen müssen. Wer allerdings nicht in der Materie steckt, wird Hilfestellungen vergeblich suchen. Weder das BIOS selbst, noch das Handbuch liefern hier eine wirklich brauchbare Hilfe.

Bild: Gigabyte EP45-UD3 [Intel P45]
Bild: Gigabyte EP45-UD3 [Intel P45]

Doch nicht nur daran hapert es. So weißt das BIOS selbst an einigen Stellen sichtbare Defizite auf und auch unter der Haube gibt es an der ein oder anderen Stelle noch massiven Nachholbedarf. Beispielsweise wird erst nach längerem Suchen oder Ausprobieren klar, welchen der beiden Festplatten-Controller man auf AHCI umgestellt hat. Wieso man hier nicht offensichtliche Namen wie "ICH10 Mode" und "JMicron Mode" verwendet ist uns absolut schleierhaft. Dazu kommt dann auch noch, dass das integrierte AHCI-ROM für die Intel Southbridge noch aus dem Jahre 2006 stammt und dadurch einige Gedenksekunden beim Starten vergehen. Doch dazu später noch mehr.

Ebenfalls fragwürdig ist die Entscheidung die "Green LAN"-Option nicht zu aktivieren. Ist diese aktiv, schaltet sich der Netzwerkchip nur bei eingestecktem Kabel an und man kann somit das ein oder andere Watt sparen.

Doch all diese Probleme sind nichts gegen das Risiko, welches hinter dem "Virtual DualBIOS"-Feature steckt. Jenes Feature sorgt dafür, dass das BIOS eine Kopie seines Codes in einem versteckten Bereich auf der Festplatte anlegt und dabei unter Umständen ohne Warnung Daten überschreibt. Der Hersteller hat zwar mittlerweile auf die Kritik reagiert und ein BIOS-Update bereitgestellt, mit dem man das Backup unterbinden kann, jedoch ist diese Option nicht standardmäßig aktiviert. Nach einem BIOS-Reset droht somit jedesmal die Gefahr des Datenverlustes.

Das BIOS des EP45-UD3 hat allerdings nicht nur schlechte Seiten. Insbesondere das "M.I.T"-Menü ist sehr gut gelungen. Es ist zwar etwas verschachtelt, daher aber auch sehr aufgeräumt, was gerade nach den überfüllten Menüs von ASUS sehr angenehm war.

Bild: Gigabyte EP45-UD3 [Intel P45]
Bild: Gigabyte EP45-UD3 [Intel P45]

Die zahlreichen Tuning-Optionen zeigen bereits an, dass das Mainboard ein Wolf im Schafpelz sein will. Ob ihm dies auch gelingt werden wir etwas später noch untersuchen. Besonders gut hat uns gefallen, dass man die Spannungen und Taktraten direkt eintippen kann, so dass ewige Scrollaktionen wegfallen.

Sehr gut ist auch die integrierte Flash-Funktion namens QFlash. Mit dieser kann man von einem USB-Laufwerk oder einer Diskette ohne großes Risiko das BIOS flashen. In das Menu gelangt man, wenn im Hauptmenu des BIOS die "F8"-Taste grdrückt wird.

Bild: Gigabyte EP45-UD3 [Intel P45]
Bild: Gigabyte EP45-UD3 [Intel P45]

Auch die Seite mit den Monitoring-Inhalten ist ein Pluspunkt. So wird neben der VCore auch die Versorgungsspannung für den Speicher angezeigt sowie die Temperaturen für CPU und Mainboard. Auch die Lüftersteuerung kann hier konfiguriert und die Drehzahlen der angeschlossen Lüfter überwacht werden.

Allerdings sollte man von der Steuerung nicht zu viel erwarten, denn abgesehen von "An" oder "Aus" und dem Regelungstyp, also ob per Puls-Weiten-Modulation geregelt wird oder klassisch über eine Spannungsschiene, kann man hier nicht einstellen. Aus unserer Sicht stellt die Regelung einen guten Kompromiss zwischen leise und gut gekühlt dar, mehr aber auch nicht.

Womit wir wieder beim Anfang angekommen wären, nämlich den Kritikpunkten. Alles in allem wirkt das gesamte BIOS und die damit verbundenen Dinge einfach noch unausgereift. An vielen Ecken beschleicht einen das Gefühl "gut gemeint, aber schlecht gemacht". Schade!