Intel Core 2 Duo und Core 2 Quad im Prozessor-Vergleich

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Fazit



Nach den heute gezeigten Leistungsmessungen sollte es dem potentiellen Interessenten nun ein wenig leichter fallen aus der doch recht unübersichtlichen Produktpalette an Core-2-Prozessoren das passende Stück für sein System ausfindig zu machen.

Dabei profitieren die Modelle meist nur geringfügig durch einen höheren Front Side Bus. Man muss die Applikationen schon gezielt wählen, damit man durch einen höheren FSB Leistungsvorteile hervorheben kann. Das ist weniger verwunderlich, denn die Core-2-Modelle sind durch ihre Architektur und ihr Cache-Verhalten schlicht darauf ausgelegt in Desktop-Systemen mit Desktop-Applikationen den möglichen Flaschenhals FSB zu kompensieren. Und eben das gelingt aktuell recht gut.

So bleibt natürlich die Frage nach der Menge der Kerne und dem zur Seite stehenden Cache. Ein größerer Cache macht sich sicherlich gut bemerkbar und steht den Core-2-Modellen beim kaschieren des FSB absolut hilfreich zur Seite. Natürlich stellt sich auch hier wieder die Frage nach den verwendeten Applikationen, jedoch darf man hier doch deutlicher zu großen Caches raten.

Bild: Intel Core 2 Duo und Core 2 Quad im Prozessor-Vergleich

Und auch bei der Frage zwei oder vier Kerne bleibt eben wieder nur die Antwort: kommt darauf an! Solch ein Testparcours zeichnet niemals das Bild der eigenen Anwendungen und ist damit auch nur bedingt hilfreich. Vielmehr werden die Tests aus bestimmten Gründen gewählt und möchte man einen Vier-Kern-Prozessor als unnütz herausstellen, muss man schlicht nur die passenden Applikationen dazu wählen. Und möchte man einen Vier-Kern-Prozessor als Maß der Dinge zeichnen, dann lässt man eben Applikationen weg, welche nicht mit vier Kernen umgehen können.

"Die Zukunft gehört den Vier-Kern-Modellen", ist eine Aussage, welche sich in diversen Foren heraus kristallisiert und natürlich auch etwas, was die Hersteller solcher Prozessoren nach außen auch verkaufen möchten. Und an dieser Stelle muss eben nur noch die Software-Industrie entsprechend mitziehen und die passenden Applikationen liefern. Da nutzt es wenig, dass ein Programm wie z. B. 7-Zip einen integrierten Benchmark bietet, welcher vier Threads handhaben kann, die reale Applikation beim Packen von Dateien aber weiterhin nur zwei CPUs anspricht.

Wer aktuell an ein Systemupdate denkt oder gar ein komplett neues System anschaffen möchte, um damit wieder für die kommenden sechs Jahre oder gar länger gewappnet zu sein, der sollte tatsächlich überdenken, jetzt in ein Vier-Kern-Modell zu investieren. Über einen solchen Zeitraum erscheint mit Sicherheit weitere Software, die mit Vier-Kernen umgehen kann. Wer aber aktuell lediglich ein wenig mehr Leistung für diverse Anwendungen wünscht und dem es schon im nächsten Jahr wieder in den Fingern kribbelt, am System zu schrauben, der kann auch getrost zu einem Zwei-Kern-Modell greifen.

In allen Fällen sollte man derzeit jedoch zu den 45-nm-Versionen von Intel greifen und die 65-nm-Auslaufmodelle in den Regalen belassen. Dafür wird man dann schlicht mit energieeffizienten Prozessoren belohnt, welche sich dann auch noch sehr leise kühlen lassen. Dabei hat unser Test gezeigt, dass ein E2180 der Einsteiger-Serie nicht unbedingt sparsamer sein muss, als ein Modell der E7-Serie. Hier steht und fällt alles mit der CPU-eigenen Spannung.

Übertaktungspotential steckt dabei in allen der angetesteten CPU-Serien. In diesen Fällen muss man dann unter Umständen Mainboard-Hürden stemmen und sich ggf. im Klaren sein, dass es mit der Energieeffizienz schnell vorbei sein kann.

Und so vielfältig die Intel Core 2-Modelle aktuell gestaffelt ist, so vielfältig ist natürlich auch die Preisgestaltung. Für jeden sollte hier etwas dabei sein, doch den Sechser im Lotto wird man hier leider nicht finden.


[dk], 27. Januar 2009

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