Intel Core 2 Duo und Core 2 Quad im Prozessor-Vergleich

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Quad oder nicht Quad?



Die modernisierte Form der Frage "Sein oder nicht sein" von William Shakespeare lautet wohl: "Quad oder nicht Quad?" Aber auch diese Frage ist, ähnlich wie das Original, nicht einfach zu beantworten.

Die wohl wichtigste Frage, welche mit dieser poetischen Verfälschung einher geht, ist die Frage nach dem Einsatzgebiet des Computers. So muss man wohl zwischen den verschiedenen Einsatzgebieten eines Computers differenzieren und sich die Unterschiede zwischen QadCore und DualCore genau anschauen.

Beginnen wollen wir hier mit dem Bereich Rendering, denn gerade bei diesem Anwendungsgebiet wird grundsätzlich zu vier Kernen geraten. Dem kann man, unter Betrachtung der Testergebnisse0, getrost zustimmen. In drei von vier Rendering-Benchmarks zeigten die QuadCores zwischen 25 Prozent, bei Adobe After Effects, bis hin zu 100 Prozent, bei Pov-Ray, bessere Ergebnisse. Einzig Cinebench in seiner älteren Version achtete nicht auf die Anzahl der Kerne beim C4D-Shading.

Bild: Intel Core 2 Duo und Core 2 Quad im Prozessor-Vergleich

Ein deutlich unklareres Bild zeichnet sich dann schon im Bereich der Multimedia-Benchmarks ab. Auch hier entscheidet natürlich die Anwendung über den Nutzen der Kerne, doch finden sich hier vermehrt Anwendungen die sich eher von anderen Eigenschaften beeinflussen lassen. Genau diese Anwendungen machen aber dann auch deutlich, warum die Wahl des richtigen Prozessors entscheidend ist. Denn wenn die vier Kerne nicht genutzt werden, dann entscheidet vor allem der Cache und der Takt über die Geschwindigkeit.

So zeigt sich dann auch in diesen Benchmarks, dass ein E8600 mit einem Takt von 2 GHz schneller sein kann als ein Q8200 oder ein Q9400 mit gleichem Takt. Bei der Erstellung einer MP3-Datei mit Hilfe von iTunes benötigte der E8600 ebenso wie der Q9400 92 Sekunden, der Q8200 war eine Sekunde langsamer. Ganz anders wirkten sich die vier Kerne bei TMPEG aus, hier war der E8600 zwischen 31 Prozent zum Q8200 und 60 Prozent zum QX9650 langsamer.

Diese Unterschiede lassen sich im Bereich Spiele nicht mehr reproduzieren. Hier kann ein E8600 auch mal gute neun Prozent schneller sein als ein Q8200, vor allem wenn man die niedrigen Auflösungen betrachtet. In den höheren Auflösungen spielt dann die Grafikkarte die tragende Rolle, was aber nur bedeutet das ein QuadCore aufschließen kann.

Von dieser Regel macht in unserem heutigen Benchmark-Parcours nur Unreal Tournament 3 eine Ausnahme, dass den Unterschied zwischen zwei und vier Kernen erkennen kann. Die vier Kerne machen sich jedoch vor allem in den niedrigen Auflösungen bemerkbar. Bei einer Auflösung von 1600 x 1200 liegen zwischen dem E8600 und dem Q9400 nur noch 7 Prozent während es bei 800 x 600 rund 24 Prozent sind.

Natürlich gibt es auch andere Spiele, die den Umgang mit vier Kernen gelernt haben. Doch hält sich die Anzahl in überschaubaren Grenzen. Limitierender Faktor in den relevanten Auflösungen ist die Grafikkarte nicht die CPU, wenn man z. B. von GTA IV absieht.

Auch nachdem heutigen Test können wir die Frage nach einem Quad-Core nicht mit einem eindeutigen Ja oder Nein beantworten, jedoch ist deutlich geworden, das ein Quad-Core die entsprechenden Anwendungen für seinen Nutzen brauch. Der durchschnittliche Nutzer eines Computers dürfte dagegen mehr Spaß an einem höheren Takt haben, als an vier Kernen.