Nehalem für alle - Intel Core i5 und Core i7 auf Sockel 1156 im Test

Prozessoren | HT4U.net | Seite 22

Praxis: Übertakten



Immer wieder im Mittelpunkt der Betrachtung steht das OC-Potential eines Prozessors, welches wir im Groben versuchen auszuloten. Dabei gilt es die relativ höchste Taktrate mit und ohne Spannungserhöhung festzustellen, wobei uns je eine halbe Stunde Prime und Core2MaxPerf als Stabilitätstest dienen.

Das Interessante an den Lynnfield-Prozessoren im Bereich des Übertaktens ist, dass dieser neben der normalen VCore eben noch eine Uncore-Spannung, die den gleichnamigen Prozessor-Bereich versogt, hat. So haben wir gleich drei Taktraten zu finden. Zunächst ohne Spannungserhöhung, dann mit erhöhter VCore und letztlich wird zusätzlich noch die Uncore-Spannung angehoben.

Bild: Nehalem für alle - Intel Core i5 und Core i7 auf Sockel 1156 im Test
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Ci7 870 3195 MhzCi7 870 3852 MHz
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Ci7 870 3967 MHzCi5 750 3305 MHz

Während der Core i7 870 mit bis zu 3,9 GHz durch aus solide Ergebnisse zeigte, erwies sich unser Testmuster des Core i5 750 als überraschen schwermütig. Ohne Spannungserhöhung erreichten wir immerhin 3,3 GHz doch anschließend weigerte sich der Prozessor trotz angehobener Spannung den Takt zu steigern. Dabei konnten wir Temperatur und Speicher-Probleme ausschließen, weshalb wir schlicht davon ausgehen müssen, dass wir die Grenzen der CPU erreicht hatten.

An dieser Stelle wurden wir dann doch neugierig, ob denn der Uncore- oder der Core-Bereich das limitierende Element bei der Übertaktung darstellt, denn auch unser Exemplar des Core i7 860 wollte partout nicht mit einem Referenztakt über 170 MHz stabil zusammenarbeiten. Daher haben wir in einem weiteren Schritt den Frequenz-Multiplikator für die vier Kerne auf 9 abgesenkt um deren Limitierung auszuschließen. Auch den Speichertakt wählten wir so niedrig wie nur möglich. Doch Besserung brachte dies nicht, was schlicht und einfach bedeutet, dass der Uncore das bremsende Element ist.

Da das BIOS des P55-UD6 von Gigabyte die Option bietet den QPI-Multiplikator von 36 (entspricht bei Standardtakt einem QPI-Takt von 2,4 GHz) auf 32 abzusenken, haben wir auch noch diese Option untersucht. Dabei tat sich Erstaunliches, denn auf einmal konnten wir den Referenztakt weiter steigern – der Core i7 860 stieg nun erst bei 195 MHz aus. Natürlich hätte eine höhere Uncore-Spannung, wir legten lediglich 1,4 Volt an, durchaus zu noch höheren Taktraten verholfen, doch am Ergebnis hätte sich nichts geändert. Der QPI-Takt scheint bei den Lynnfield-Prozessoren zu einer ernsthaften Bremse beim Übertakten zu werden, sobald man diesen mit deutlich mehr als 3 GHz betreibt.

Bild: Nehalem für alle - Intel Core i5 und Core i7 auf Sockel 1156 im Test
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QPI-Takt 3,06 GHz, BCLK = 170 MHzQPI-Takt 3,04 GHz, BCLK = 190 MHz

Sieht man von diesem Problem einmal ab, stellt sich beim Übertakten natürlich noch ein Zweites ein. So steigt zwar die Leistung an, doch eben auch die Leistungsaufnahme, insbesondere dann, wenn die Spannungen angehoben werden. Dies kann, bezogen auf das Gesamtsystem, auch mal 50 Prozent mehr bedeuten, wie die nachfolgenden Diagramme zeigen.

Overclocking - Leistungsaufnahme (Idle)
Gesamtsystem
CPU inklusive Wandler
Intel Ci7 870 (3967 MHz)
91,2
15,1
Intel Ci7 870 (3825 MHz)
90,7
14,6
Intel Ci7 870 (3195 MHz)
83,0
8,6
Intel Ci7 870 (2930 MHz)
82,9
8,6
Watt

CPU inkl. Wandler: Nur Core-Bereich!


Overclocking - Leistungsaufnahme (Last)
Gesamtsystem
CPU inklusive Wandler
Intel Ci7 870 (3967 MHz)
265,6
173,0
Intel Ci7 870 (3825 MHz)
261,1
167,8
Intel Ci7 870 (3195 MHz)
177,2
95,2
Intel Ci7 870 (2930 MHz)
176,8
94,8
Watt

CPU inkl. Wandler: Nur Core-Bereich!