Nehalem für alle - Intel Core i5 und Core i7 auf Sockel 1156 im Test

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Der Uncore: Allgemeine Übersicht



Im Gegensatz zum Core-Bereich, bei dem es zwischen Bloomfield und Lynnfield keine nennenswerten Unterschiede gibt, krempelte Intel den Uncore-Bereich mehr oder weniger komplett um, um aus dem eigentlich für Server gedachten Bloomfield-Prozessor eine Mainstream-taugliche CPU zu machen. Der Uncore des Lynnfield beinhaltet nun den acht Megabyte großen L3-Cache, die Power Control Unit sowie den überarbeiteten Speichercontroller. Gänzlich neu im Uncore-Baukasten, ist das Direct Media Interface (DMI) für die Anbindung des Chipsatzes sowie das integrierte Schnittstelle für die Grafikkarte.

Bild: Nehalem für alle - Intel Core i5 und Core i7 auf Sockel 1156 im Test
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Aufbau LynnfieldAufbau Bloomfield

Die Trennung von Core und Uncore ermöglicht Intel nicht nur das schon beschriebene Baukasten-Prinzip, sondern auch eine eigene Takt- und Spannungsversorgung für beide Bereiche. Der Takt des Uncores hängt dabei – anders als bei den Bloomfield-Modellen – nicht von dem Takt des Speichers ab und kann auch nicht von Hand eingestellt werden. Stattdessen ist er stets auf 2,4 GHz – beim Core i5 750 nur 2,13 GHz – fixiert. Diese feste Einstellung führt allerdings auch dazu, dass bei einer Erhöhung des Referenztaktes der Uncore-Takt ebenfalls ansteigt, was den Uncore beim Übertakten zu einem wesentlichen Hindernis macht, welches es entsprechend zu beachten gilt.

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Damit einhergehend taktet natürlich auch der L3-Cache mit einem festen Wert von 2,4 GHz (2,13 GHz beim Ci7 750). Der Cache wird dabei wieder von allen Kernen gemeinsam genutzt und arbeitet inklusiv, d.h. alle Inhalte der L1/L2-Caches aller Rechenkerne liegen dort gespiegelt vor. Sinn dieser Vorgehensweise ist die Beschleunigung von Zugriffen eines Kerns auf die Datenbestände eines anderen. Damit muss der suchende Kern nur den L3-Cache durchsuchen, nicht aber die L2-Caches der anderen Kerne.

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Uncore-Takt des Core i5Uncore-Takt der Core i7 8xx

Da die Versorgungsspannung nicht mit der VCore für die Prozessorkerne übereinstimmen muss, benötigt der Uncore zudem eine eigenständige Stromversorgung mit zusätzlichen Wandlern. Diese werden dabei nicht über die 12-Volt-Leitungen, welche eigentlich für den Prozessor gedacht sind, gespeist. Stattdessen läuft die Versorgung wahlweise über die 3,3-, 5- oder eine separate 12-Volt-Leitung. Dies ist auch der Grund, warum es uns aktuell nicht möglich ist, die reale Leistungsaufnahme des Uncores zu bestimmen.

Doch neu ist dies nicht wirklich, denn bereits beim Bloomfield wurde dies so gehandhabt. Darum wollen wir uns nun nicht mehr mit dem beschäftigen, was bereits bekannt ist, sondern zu dem übergehen was neu ist. Eine wesentliche Änderung – so momentan von Intel kommuniziert – ist dabei der fehlende Quick Path Interconnect (QPI) in den Lynnfield-Prozessoren. Über jene, mächtige Schnittstelle kommunizieren die Bloomfield-basierenden Core-i7-9xx-Prozessoren mit dem Chipsatz. Allerdings ist QPI nicht wirklich verschwunden ...