Reale Leistungsaufnahme aktueller Grafikkarten von AMD und NVIDIA im Vergleich

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Bild: Power consumption of current graphics cards Bild: Power consumption of current graphics cards

Exkurs: HD 4870 – Das Wandler-Problem



Bereits im Test zur Radeon HD 4870 hatten wir bereits ein ungutes Gefühl bei den Temperaturen der Spannungswandler dieses Modells beklagt. Alternative Kühllösungen versagten aufgrund einer nicht ausreichenden Kühlung der digitalen Wandler und mit dem Original-Kühler wurden selbst auf der Rückseite des PCBs bedenkliche Temperaturen erreicht. Was bringt uns aber dazu diese Problematik plötzlich erneut aufzuwärmen? Ein Warn-Meldung der neusten FurMark-Version brachte schon fast in Vergessenheit geratene Bedenken zurück.

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Seit der Version 1.6.0 startet der Furmark auf ATI-Karten mit einem Hinweis, dass der Grafikkarten-Hersteller künstlich die erzeugte Last auf seinen Radeon-Modellen begrenzt. Sobald der Catalyst-Treiber das Programm erkennt, läuft die Karte lediglich noch auf Sparflamme. Der Erkennungs-Mechanismus kann jedoch bereits durch ein einfaches Umbenennen der EXE-Datei umgangen werden. AMD hat sich beim Vertuschen seiner Vorgehensweise sogar so viel Mühe gegeben, dass nicht einmal die Taktraten gesenkt werden – man scheint hier auf andere Treiber-interne Mittel zurückzugreifen umd die Belastung zu reduzieren. Die Problematik lässt sich jedoch anhand des integrierten Benchmarks überprüfen.

AMD haben wir im übrigen mit der Thematik konfrontiert und dazu befragt, allerdings zeigte man sich unwissend. Bislang haben wir noch keine geeignete Antwort zur Thematik erhalten.

Modell Furmark-Benchmark (FurMark.exe) Furmark-Benchmark (etqw.exe)
Radeon HD 4870 3033 Punkte 6219 Punkte
Radeon HD 4830 2212 Punkte 4134 Punkte
Radeon HD 3870 3136 Punkte 3195 Punkte
Radeon HD 3450 321 Punkte 322 Punkte


Anhand dieser Zahlen lässt sich ableiten, dass die geschilderte Problematik – anders als in der Furmark-Warnmeldung angegeben – lediglich auf die Radeon-HD-4000-Serie zuzutreffen scheint. Darunter mit der Radeon HD 4870 genau jenes Modell, welches uns in Puncto Temperatur der Wandler schon jeher ein unwohles Gefühl in der Magengegend bereitete. Dank der digitalen Wandler der Karte ist mittlerweile auch der Riva Tuner in der Lage neben der GPU-Temperatur die Temperatur der Spannungswandler auszulesen, was unsere Bedenken bestätigte.

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Es ist an dieser Stelle nun mehr alles andere als verwunderlich, warum AMD derartige Vorkehrungen für den FurMark trifft. Die Karte ist der Belastung schlichtweg nicht gewachsen. Während sich die GPU-Temperatur in absolut undenklichen Gefilden bewegt, steigt die Temperatur der Wandler ins Unermessliche. Mittlerweile ist auch das Datenblatt zum Wandler von Vitec Electonics verfügbar, welches die maximal Betriebs-Temperatur mit 125°C angibt.

Mittels FurMark erreichten wir laut RivaTuner bereits binnen weniger Minuten eine Temperatur von 125°C, womit eindeutig bestätigt ist: Die Radeon HD 4870 hat ein Problem mit der Wandler-Temperatur, und zwar ein gewaltiges. Sicherlich ist der Furmark ein Worst-Case-Szenario, das in dieser Form in aktuellen Spielen auf diese Art nicht oder kaum anzutreffen ist. Aber es verdeutlicht, dass die Wandler der Karte schnell am Rande der Spezifikationen – und in speziellen Fällen eben auch darüber hinaus – arbeiten.

Um den Rahmen dieses Artikels jedoch nicht zu sprengen, werden wir uns in naher Zukunft mit dieser Thematik nochmals mit einem eigenständigem Artikel befassen und uns nun wieder eigentlichen Kernthema – der Leistungsaufnahme von Grafikkarten – widmen.

Update – 10.02.09: Bei dem beschriebenen Vitec-Chip handelt es sich um die der Spannungs-Regelung zugehörigen Spulen. Die Temperaturen des Riva-Tuners beziehen sich jedoch auf die Volterra-Chips deren Datenblätter nicht öffentlich zugänglich sind.