Vorhang auf für Bulldozer - AMD enthüllt neue Architektur

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Sonstige Neuerungen & Finale Worte


AES und AVX


Mit der Bulldozer-Architektur wird AMD wie bereits erwähnt auch die Unterstützung der AVX-Erweiterung (Advanced Vector Extensions) einführen. Darüber hinaus können die Bulldozer-Prozessoren auch mit SSE4.1- und SSE4.2- sowie AES-Instruktionen zur Verschlüsselung von Daten umgehen. Man zieht hier also mit den Features von Intels kommender "Sandy Bridge"-Generation gleich.


Powergating und TurboCore II


Ebenfalls gleich zieht man in Sachen Turbo Modus und Energiespar-Technologien. So werden die Bulldozer-Prozessoren – ähnlich wie die aktuellen Core-i-Modelle von Intel – in der Lage sein Teile des Prozessors komplett von der Energieversorgung abzukoppeln. Diese Powergating genannte Technologie soll dabei nicht nur auf Modul-Level sondern auch auf Kern-Ebene zum Einsatz kommen, so dass es möglich sein wird einzelne Integer-Kerne komplett abzuschalten – möglicherweise gilt dies auch für die Gleitkommaeinheiten. Bestätigt hat AMD bisher jedoch nur die Abschaltung der Integer-Kerne.

Bild: Vorhang auf für Bulldozer – AMD enthüllt neue Architektur

Weiterhin werden die Bulldozer-Prozessoren über eine Hardwareeinheit verfügen, die den Energieverbrauch in Echtzeit überwacht – ähnlich der Power Control Unit von Intel. Erkennt die Einheit, dass gewisse Kerne stark ausgelastet sind, das thermische sowie das energetische Budget jedoch noch nicht ausgeschöpft ist, übertaktet sie die belasteten Kerne automatisch. Die Bulldozer-Ableger werden somit eine deutlich ausgereiftere Version der TurboCore-Technologie, die beim Phenom II X6 zum ersten Mal eingesetzt wurde bzw. wird, unterstützen.


Abschließende Worte


Lässt man die gegebenen Informationen einmal sacken und vergleicht diese mit den Werten der aktuellen Prozessoren, so wird einem zweifelsohne klar, dass AMD mit Bulldozer ordentlich aufrüstet. Bessere Sprungvorhersage, aggressiveres Prefetching, breiter Decode-Stufe und das CMT-Design sowie die neuen Energiespartechnologien kombiniert mit dem verbesserten TurboCore machen Hoffnung auf eine stark gesteigerte Leistung pro Kern, pro MHz und pro Watt.

Für eine endgültige Leistungseinschätzung ist es aktuell jedoch noch zu früh. So fehlen beispielsweise noch die Informationen über den Speichercontroller und damit die Speicherbandbreiten, die Größen von L2- und L3-Cache sowie die Taktraten. Gerade hinter letzteren steht noch ein größeres Fragezeichen und die negativen Schlagzeilen über die 32-nm-Fertigung mit High-K-Metal-Gate bei Globalfoundries dürften hier bei dem ein oder anderen für Magengrummeln sorgen. Geht man jedoch davon aus, dass AMD die Bulldozer-Prozessoren zum Start 2011 mit ähnlichen Taktraten wie die aktuellen Ableger in den Markt entlassen kann, so dürfte es wieder spannend werden und zwar nicht nur im Segment unter 200 Euro, sofern es nicht zu weiteren Startverschiebungen kommt...


[fo], 25. August 2010

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