AMDs 890GX-Chipsatz: Alter Norden, Neuer Süden

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Praxis: USB-Performance



Die USB-Performance haben wir mit Hilfe von HDTach ermittelt. Dazu haben wir eine externe Festplatte von Seagate mit 500 GB angeschlossen und einen langen Durchlauf von HDTach (32 MB) ausgeführt. Neben der Burst Rate, welche eher von theoretischer Natur ist, haben wir dabei auch die Werte für die durchschnittliche Lese- und Schreibleistung protokolliert.

Als Vergleich zu Intel-basierten Systemen haben wir noch die Ergebnisse einer ICH10R-Southbridge auf einem ASUS P5Q Deluxe und des P55-Chipsatzes auf einem Gigabyte P55-UD6 mit aufgenommen.

USB-Performance: Seagate FreeAgent Pro
HDTach RW 3.0 (Burst Rate)
AMD SB850 (ASUS M4A89GTD PRO/USB3)
28,3
AMD SB750 (ASUS M4A78T-E)
18,2
AMD SB710 (Gigabyte MA785GMT-UD2H)
29,3
NVIDIA nForce 750a
33,3
Intel ICH10R (ASUS P5Q Deluxe)
35,2
Intel P55 (Gigabyte P55-UD6)
36,3
MB/s


USB-Performance: Seagate FreeAgent Pro
HDTach RW 3.0 (Read)
HDTach RW 3.0 (Write)
AMD SB850 (ASUS M4A89GTD PRO/USB3)
25,9
24,6
AMD SB750 (ASUS M4A78T-E)
15,1
13,2
AMD SB710 (Gigabyte MA785GMT-UD2H)
26,5
25,0
NVIDIA nForce 750a
32,7
23,3
Intel ICH10R (ASUS P5Q Deluxe)
34,9
29,5
Intel P55 (Gigabyte P55-UD6)
32,8
25,0
MB/s


Wie die Ergebnisse deutlich zeigen, schneidet die Umsetzung der SB850 auf dem ASUS M4A89GTD ähnlich gut wie jene der SB710 auf dem Gigabyte MA785GMT-UD2H ab und liegt somit immer noch ein gutes Stück hinter der Konkurrenz von Intel zurück. Hier hilft es auch nicht Cool'n'Quiet oder C1E zu deaktivieren.

Da die Vergangenheit gezeigt hat, dass die Transferraten von AMDs Southbridge-Lösungen stark vom Mainboard-Hersteller abhängen, wollen wir hier somit kein vorschnelles Urteil fällen. Allerdings gehörten gerade die ASUS-Platinen des öfteren zu jenen, mit einer schlechten USB-Leistung, so dass die berechtigte Hoffnung besteht, dass es AMD gelungen ist, hier den Anschluss an den blauen Kontrahenten herzustellen.


USB 3.0 vs. USB 2.0


Auch wenn die SB850-Southbridge keine native USB-3.0-Unterstützung mitbringt, so wirbt AMD damit, dass sich der 890GX-Chipsatz im Gegensatz zu Intels aktuellen Modellen deutlich besser für die Anbindung zusätzlicher USB-3.0-Controller eignet. Dies führt der Hersteller vor allem darauf zurück, dass sowohl die SB850-Southbridge als auch die Northbridge nur PCI-Express-2.0-Leitungen besitzt und somit in der Theorie jede Leistung einen Durchsatz von 500 MByte/s in jede Richtung bereitsstellen kann. Bei Intel muss man hingegen in der Regel mehrere PCI-Express-1.1-Leitungen, welche nur eine halb so große Bandbreite bereitstellen, bündeln. In der Theorie steht der 890GX-Chipsatz somit in der Tat etwas besser da, doch wie sieht es in der Praxis aus? Dazu haben wir unsere externe USB-3.0-Festplatte von Buffalo einmal an den auf dem M489GTD PRO/USB3 vorhanden NEC-USB-3.0-Controller angeschlossen und einmal an einen herkömmlichen USB-2.0-Anschluss um die Unterschiede aufzuzeigen.

USB-Performance: USB 3.0 vs USB 2.0
HDTach RW 3.0 (Burst Rate)
AMD 890GX (USB 3.0, ohne C1E)
187,1
AMD 890GX (USB 3.0)
158,6
AMD 890GX (USB 2.0)
27,5
MB/s


USB-Performance: USB 3.0 vs USB 2.0
HDTach RW 3.0 (Read)
HDTach RW 3.0 (Write)
AMD 890GX (USB 3.0, ohne C1E)
121,1
103,2
AMD 890GX (USB 3.0)
104,5
86,7
AMD 890GX (USB 2.0)
25,6
24,4
MB/s


Die Ergebnisse fügen sich nahtlos in die bereits gewonnenen Erkenntnisse ein. Egal ob Intel- oder AMD-Chipsatz, so lange der USB-3.0-Controller über eine Chipsatz-Anbindung mit mindestens 500 MByte/s pro Richtung verfügt, gibt es nur unwesentliche Unterschiede. Dies zeigte bereits ein entsprechender Vergleichstest auf diversen AMD- und Intel-Platinen. Auch auf dem heute getesteten ASUS M4A89GTD PRO/USB3 muss mal allerdings für die maximale Leistung C1E deaktivieren. Angesichts des massiven Mehrverbrauchs können wir davon jedoch nur abraten.