AMDs 890GX-Chipsatz: Alter Norden, Neuer Süden

Mainboards | HT4U.net | Seite 17

Fazit



Kommen wir zum Fazit und damit der Bewertung des 890GX-Chipsatzes. Zunächst müssen wir uns noch einmal das Ziel von AMD in Erinnerung rufen, welches der Hersteller mit diesem Chipsatz verfolgt. So soll der 890GX nicht nur den mittlerweilen betagten 790GX ablösen, sondern in Form der Leo-Plattform zusammen mit den Phenom-II-Prozessoren auch der neuen Intel-Konkurrenz bestehend aus Core i3/i5 und H5x-Chipsatz das Leben schwer machen.

Auf der Habenseite des neuen 890GX-Chipsatzes steht dabei eindeutig der Funktionsumfang, der aktuell konkurrenzlos gut ist. Mit 14 USB-2.0-Ausgängen, Gigabit-LAN, HDAudio, 16 PCI-Express-2.0-Leitungen für Grafikkarten und weitere acht PCI-Express-2.0-Leitungen für zusätzliche Steckkarten sowie Controller dürften wohl nahezu jeden glücklich machen. Oben drauf packt AMD noch die native Unterstützung von bis zu sechs SATA-III-Geräten – etwas, das Intel wohl erst Ende 2010 einführen wird. Und schlussendlich gibt es noch eine integrierte Radeon HD 4290, die sich in vielen Bereichen nur knapp einer diskreten Radeon HD 4350 geschlagen geben muss und damit deutlich vor den integrierten Intel-Beschleunigern rangiert.

Bild: AMDs 890GX-Chipsatz: Alter Norden, Neuer Süden

Die Frage ist natürlich immer: Wer braucht dies alles? SATA-III dürfte wohl das Kaufargument für die neuen Chipsätze aus der Serie 8 werden, doch wie steht es um den Nutzen durch SATA-III? Wer auch in nächster Zeit auf gewöhnliche Festplatten setzen wird, der kann getrost auf SATA-III verzichten, hier sind die Festplatten schlicht zu langsam um einen Vorteil aus dem neuen Standard zu schöpfen. Anders sieht es freilich bei SSDs aus, hier dürfte über kurz oder lang kein Weg an SATA-III vorbeigehen. In diesem Fall ist der 890GX – und auch die kommenden Chipsätze von AMD – klar die beste Wahl.

Und wie steht es um die restlichen Funktionen des 890GX-Chipsatzes? Trotz der guten Leistung ist die iGPU für die meisten Spiele zu langsam und auch der restliche Funktionsumfang kann von den meisten Anwendern wohl nie ausgenutzt werden. Möglicherweise ist daher der Griff zu einem anderen Chipsatz die bessere Entscheidung. Es gilt also genau abzuwägen, ob man die Features des 890GX wirklich nutzt, wenn nicht ist der 785G aktuell die bessere Wahl, sind Mainboards mit diesem doch günstiger und verbrauchen in der Regel weniger Energie. Der 790GX-Chipsatz rangiert zwar leistungsmäßig auf Augenhöhe des 890GX, doch eine deutlich höhere Leistungsaufnahme machen den 790GX nun endgültig zum alten Eisen.

Bleibt die Frage zu klären, wie es um die blaue Konkurrenz bestellt ist. Aktuell finden sich erst zwei Mainboards mit AMDs 890GX-Chipsatz in unserem Preisvergleich beginnend bei 130 Euro. AMD selbst nennt 110 US-Dollar als angesetzten Preispunkt. Bereits für 104 Euro erhält man jedoch Intels H57-Chipsatz, so dass in Sachen Mainboards heute (28.02.10) ein Gleichstand zu erwarten ist. Für Intel spricht dabei der wesentlich geringere Energiebedarf, so dass für Anwender die auf SATA-III verzichten können die Intel-Plattformen eine sehr gute Alternative darstellen.

Bild: AMDs 890GX-Chipsatz: Alter Norden, Neuer Süden

Möglicherweise ändert sich dieses Bild schon in Bälde zu Gunsten von AMD, wenn der Hersteller weitere Modelle aus der neuen Chipsatzserie mit leicht abgespecktem Funktionsumfang oder ohne integrierte Grafikeinheit präsentiert. Für Anwender, die die Nutzung der iGPU planen, könnte dabei ein Gerüchten zu Folge geplanter 880G-Chipsatz sehr interessant sein, der quasi ein 785G mit der Southbridge SB810 ist und somit auch SATA-III unterstützt.


[fo], 02. März 2010

Diesen Artikel im Forum diskutieren.