AMDs 890GX-Chipsatz: Alter Norden, Neuer Süden

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AMD 890GX: Die Southbridge



Als Southbridge kommt beim 890GX-Chipsatz standardmäßig die neue SB850 zum Einsatz. Im Gegensatz zur Northbridge, die eigentlich keine echten Neuerungen mitbringt, handelt es sich dabei um ein gänzlich neues Produkt mit zahlreichen Erweiterungen gegenüber den Modellen aus der Serie 7. Eine neue Namensgebung des Chipsatzes – nun beginnend mit einer 8 – ist somit durchaus gerechtfertigt.

Die langfristig wohl bedeutenste Neuerung ist dabei die native Unterstützung von SATA-III, dessen Technik wir uns gleich noch einmal gesondert zuwenden wollen. So können bis zu sechs Geräte des neuen Standards gleichzeitig genutzt werden, wobei nach den Spezifikationen jedes Gerät bis zu 600 MByte/s transferieren kann. In der Praxis ist dies natürlich aktuell nicht möglich, denn solche Laufwerke gibt es im Moment noch nicht. Erst wenn derartige Hardware erhältlich ist, lässt sich beurteilen ob in diesem Fall der Durchsatz von 2 GByte/s für jede Richtung des "A-Link Express III"-Interface ausreicht oder eine Bremse ist.

Für den RAID-Betrieb stehen der SB850 wie der Vergängerversion SB75 die Modi RAID-0, RAID-1, RAID-0+1 und RAID-5 zur Verfügung. AHCI und JBOD werden ebenfalls unterstützt.

Außerdem hat AMD die Anzahl der USB-2.0-Ausgänge von 12 auf 14 aufgestockt, Gigabit-LAN in die Southbridge integriert und zwei zusätzliche PCI-Express-2.0-Leitungen der SB850 zur Seite gestellt. Ob es sich bei dem Gigabit-LAN-Controller um einen vollwertigen Controller handelt (MAC = Controller und PHY = Schnittstelle), oder ob – ähnlich wie bei Intel – noch einige Funktionen fehlen (PHY), hat man uns bisher nicht verraten. Es deutet jedoch vieles auf die letztere Variante hin, denn bisher sind keine Platinen aufgetaucht, die ohne zusätzlichen Netzwerk-Chip auskommen. Weiterhin mit von der Partie ist – wie bei allen bisherigen Southbridge-Modellen – ein PATA-Port (UDMA133) für insgesamt zwei Geräte und HDAudio. Damit könnten die Mainboard-Hersteller auf Controller von anderen Unternehmen verzichten, was durchaus Kompatibilitätsprobleme vermeiden kann.

SB600SB700SB710SB750SB850
USB 2.01012121214
PCI-Anschlüsse66666
PCI-Express-2.0-Ports----2
Gigabit-LAN----ja
PATA11111
SATA46666
SATA-Standard3 GBit/s3 GBit/s3 GBit/s3 GBit/s6 GBit/s
RAID0,1,0+1,JBOD0,1,0+1,JBOD0,1,0+1,JBOD0,1,0+1,5,JBOD0,1,0+1,5,JBOD
Fertigung130 nm55 nm55 nm55 nm55 nm
Vergleich der Southbridges


Anders als die Southbridge-Modellen SB750 und SB710 gibt es bei der SB850 keine "Advanced Clock Calibration" (ACC). AMD sorgt hier für eine direkte Verbindung zwischen CPU und Southbridge, während die Southbridge ohne die ACC immer nur über die Northbridge an den Prozessor angekoppelt war. Dadurch soll eine bessere Synchronisierung der Taktraten erreichbar sein, was dann wiederum dem Übertakten zuträglich wäre. Außerdem kann mittels der ACC bei vielen modernen Prozessoren deaktivierte Hardware wie Kerne oder Caches wieder aktiviert werden, so dass aus einem Athlon II X2 mit etwas Glück schnell ein Phenom II X4 wird. Man versicherte uns gegenüber allerdings, dass die einzelnen Mainboard-Hersteller äquivalente Lösungen im BIOS umsetzen würden. Bei ASUS können wir dies bestätigen, denn hier gibt es den sogenannten Core-Unlocker.

Bild: AMDs 890GX-Chipsatz: Alter Norden, Neuer Süden

Wie die Northbridge wird auch die Southbridge in einem 55-nm-Verfahren beim taiwanischen Auftragsfertiger TSMC hergestellt. Zusammen bilden beide in Verbindung mit den neuen Phenom-II- und Athlon-II-Prozessoren sowie den Radeon-HD-5000-Grafikkarten die neue Leo-Plattform, zu welcher sich in Kürze auch die neuen Sechskern-Prozessoren Phenom II X6 gesellen werden. Diese ist der Nachfolger der Dragon-Plattform, die auf dem 790GX-Chipsatz mitsamt den alten Radeon-HD-4000-Pixelbeschleunigern basiert.