AMD Phenom II X6 1075T und Phenom II X4 970 im Test

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Fazit



Kommen wir zum Abschluss des heutigen Tests. Wirkliche Überraschungen haben wir dabei heute nicht gesehen, denn sowohl die Leistung des Phenom II X6 1075T als auch die des Phenom II X4 970 konnte man bereits anhand bekannter Prozessoren aus AMDs Portfolio sehr gut abschätzen.

So ordnet sich der Phenom II X4 970 mit seinen 3,5 GHz durchweg an der Spitze der Vierkern-Prozessoren von AMD ein. Der Vorsprung gegenüber dem Phenom II X4 965 ist dabei mit rund drei Prozent jedoch recht gering, was schlicht dem minimalen Taktunterschied von 100 MHz – rund drei Prozent gemessen am Phenom II X4 965 – geschuldet ist. Damit platziert sich diese CPU allerdings nach wie vor mit deutlichem Abstand hinter einem Core i5 750. Immerhin haben scheinbar die Fertigungsverbesserungen dazu geführt, dass der Phenom II X4 970 sparsamer zu Werke geht als ein Phenom II X4 965 im C3-Stepping. Die Übertaktungs- und Undervolting-Fähigkeiten liegen hingegen auf dem Niveau des Vorgängers.

Auch der Phenom II X6 1075T bringt keine echten Überraschungen mit sich. Macht eine Software keinen Gebrauch von mehreren Kernen, so liegt die CPU in etwa auf dem Niveau des Phenom II X4 970 und damit hinter einem Core i5 750 ein. In seltenen Fällen – wenn es Probleme mit der "Turbo CORE"-Technologie gibt – ist sogar ein Phenom II X4 970 die performantere Wahl. Falls ein Programm jedoch von sechs Kernen Gebrauch macht, kann der Phenom II X6 1075T sein volles Potential ausschöpfen und kann dann teilweise sogar einen Core i7 860 schlagen, schneller als ein Core i5 750 ist er dann aber auf jeden Fall.

Bild: AMD Phenom II X6 1075T und Phenom II X4 970 im Test

In Sachen Leistungsaufnahme kann auch der Phenom II X6 1075T nicht mit den aktuell Intel-Modellen konkurrieren. Auch bei Betrachtung des gesamten Systems läuft die Sockel-1156-Plattform von Intel außer Konkurrenz. Immerhin liegt unser Testsystem auf Basis eines 890GX-Mainboards dann aber vor den Systemen, die auf Intels Sockel 1366 setzen. Für Energiesparer ist eine derartige CPU somit nicht die richtige Wahl, auch wenn unsere Undervolting-Ergebnisse aufzeigen, dass man mit etwas Tuning noch einiges einsparen kann.

Wie lautet nun also das Fazit zum Phenom II X6 1075T bzw. Phenom II X4 970? Wie immer muss man dazu den Preis in Betracht ziehen. AMD nannte uns für ersteren einen Preis von 239 US-Dollar. Im Einzelhandel ist er bereits für 226 Euro gelistet. Damit ist er allerdings nur 10 Euro günstiger als ein Phenom II X6 1090T, der nicht nur schneller ist sondern auch noch einen offenen Multiplikator besitzt. Aus unserer Sicht stellt der Phenom II X6 1090T daher die bessere Wahl dar. Ein Phenom II X4 970 sollte hierzulande mit 160 Euro zu Buche schlagen.

Bezieht man Intels Portfolio mit in die Betrachtung ein, so zeigen sich die Probleme des Phenom II X6 1075T sowie des Phenom II X4 970. So ist ein Core i5 750 bereits ab 165 Euro zu haben und ist bei Single-Threaded-Applikationen nicht nur schneller sondern auch sparsamer als die beiden AMD-Prozessoren. Erst bei massiv parallelisierten Anwendungen kann sich der Phenom II X6 1075T absetzen. So ist er dann teilweise sogar schneller als ein Core i7 860, der immerhin mit 247 Euro zu Buche schlägt.

Somit bleibt es bei den bereits bekannten Tatsachen. Ein Phenom II X6 1075T macht nur dann Sinn, wenn man passende Software einsetzt. Ansonsten ist ein Phenom II X4 970 die günstigere sowie teilweise sogar performantere Wahl und auch Intel bietet hier beispielsweise mit dem Core i5 750 schnellere und günstigere Alternativen an.


[fo], 21.Semptember 2010

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