AMDs neue Speerspitze Phenom II X6 1100T Test

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Spannungen und Temperaturen



Für die nachfolgenden Kapitel ist die Versorgungsspannung für die Prozessorkerne von entscheidender Bedeutung. Daher wollen wir zunächst einen Blick auf die Spannungen des Phenom II X6 1100T werfen.

Im Idle besitzt der Phenom II X6 1100T eine VID von 1,20 Volt, unter Last sind es verglichen mit anderen Phenom-II-X6-Modellen in unserem Labor recht moderate 1,30 Volt. Bei Auslastung von maximal drei Kernen und Verwendung des TurboModes sind es 1,45 Volt. Zum Vergleich: Unser Phenom II X6 1075T bot hingegen 1,35 Volt bzw. 1,475 Volt, so dass wir unter Testsample des Phenom II X6 1100T wohl ein recht gutes Exemplar zu sein scheint.

Bild: AMDs neue Speerspitze Phenom II X6 1100T Test
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Dies sind natürlich nur die theoretischen Werte – in der Realität sieht es etwas anders aus. So hat unser verwendetes Mainboard, das ASUS M4A89GTD Pro/USB3 eine starke Tendenz zum Undervolten – es legt also eine etwas geringere Spannung an. Dadurch ergibt sich im Idle eine gemessene Spannung von 1,19 Volt und unter Last sind es 1,23 Volt bzw. 1,40 Volt wenn der TurboMode genutzt wird.

ModellIdleLast mit Turbo CORELast ohne Turbo Core
Phenom II X6 1100T1,19 Volt1,40 Volt1,23 Volt


Leider verhält sich unser Testsample des Phenom II X6 1100T in Sachen Temperatur-Sensoren wie eigentlich alle aktuellen AMD-Exemplare in unserem Labor. Keine gängige Softwarelösung kann auch nur näherungsweise vernünftige Temperaturen auslesen. So liegen beispielsweise die Temperaturen im Idle bereits 3 °C unter Zimmertemperatur – absolut unmöglich.

Bild: AMDs neue Speerspitze Phenom II X6 1100T Test


Auch unter Last stoßen wir auf dieses Problem. So wollen uns die digitalen Sensoren Glauben machen, dass die Temperatur bei Belastung zweier Kerne bei 58,5 °C liegt, wohingegen unser Messfühler – platziert auf der Mitte des Heatspreaders zwischen selbigem und Kühlerboden – jedoch satte 10° Celsius mehr vermeldet. Das hier etwas nicht stimmen kann, ist offensichtlich.

Bild: AMDs neue Speerspitze Phenom II X6 1100T Test


Dies ist natürlich sehr ärgerlich, vor allem wenn man sich nicht nur damit begnügt sein System mit Standardeinstellungen zu betreiben. Eine echte Lösung wird es wohl für die aktuellen Prozessoren nicht mehr geben, dafür liegt das Problem zu sehr in der Hardware verankert. So besitzt zwar jeder Kern seine eigenen Sensoren, doch deren Werte werden an ein zentrales Register in der integrierten Northbridge gesendet. Das Register beinhaltet schließlich nur den maximalen Wert aller Kerne, so dass sämtliche Software-Lösungen nur einen Wert für alle Kerne auswerfen. Erschwerend kommt hinzu, dass AMD – ähnlich wie Intel – nicht die exakten Temperaturen in dem Register hinterlegt sondern nur einen Offset-Wert. Anders als Intel verrät AMD diesen Wert jedoch nicht. Dies könnte mit ein Grund für die geschilderte Temperatur-Problematik sein. Da aber auch das AMD-eigene Tool Overdrive keine besseren Werte liefert, gibt es wohl noch einige weitere Baustellen.

Somit muss man festhalten, dass man den Temperatursensoren keinesfalls trauen sollte und einen Sicherheitszuschlag von 10 bis 20 °C miteinbeziehen sollte.