Hexa-Core für alle! - AMD Phenom II X6 im Test

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Turbo CORE: AMDs Turbo-Modus



Mit der Nehalem-Architektur führte Intel den Turbo-Modus für Desktop-Prozessoren ein und schaffte damit ein Problem der ersten Mehrkern-Prozessoren aus der Welt: Zu niedrige Taktfrequenzen für schlecht parallelisierte Anwendungen. Mit den Phenom-II-X6-Modellen wird AMD nun auf diesen Zug aufspringen und seinerseits mit "Turbo CORE" eine solche Technologie einführen. Dabei gibt es doch einige Unterschiede zwischen den jeweiligen Ansätzen, die wir im Folgenden erläutern wollen.

Befinden sich drei oder mehr Kerne im Idle, so senkt die "Turbo CORE"-Technologie deren Taktfrequenz auf 800 MHz ab und steigert den Takt der übrigen Kerne um 400 MHz bzw. 500 MHz vollautomatisch über die nominelle Taktfrequenz des Prozessors. Die nachfolgende Tabelle gibt darüber Aufschluss welches Modell, welche Taktsteigerung erfährt. Eine feinere Abstufung gibt es dabei nicht, d. h. der Takt wird stets um 400 MHz bzw. 500 MHz gesteigert, sobald mindestens drei Kerne im Idle sind und mindestens ein Kern ausgelastet ist. Dennoch sollte dies ausreichen um schlecht parallelisierte Applikationen ausreichend stark zu beschleunigen, zumal bereits die nominellen Taktraten mit maximal 3,2 GHz recht hoch sind.

ModellTaktTakt mit Turbo CORETDP
Phenom II X6 1090T BE3,2 GHz+ 400 MHz125 Watt
Phenom II X6 1075T3,0 GHz+ 500 MHz125 Watt
Phenom II X6 1055T2,8 GHz+ 500 MHz125 / 95 Watt
Phenom II X6 1035T2,6 GHz+ 500 MHz95 Watt
Phenom II X4 960T3,0 GHz+ 400 MHz95 Watt


Damit ist auch schon der größte Unterschied zu Intels Variante erklärt, denn diese arbeitet deutlich dynamischer und kann auch noch bei Auslastung aller Kerne die Taktfrequenzen anheben, sofern die CPU noch innerhalb ihrer Spezifikationen arbeitet.

Wie bei Intels TurboBoost-Technik wird allerdings auch bei AMDs "Turbo CORE" auch die Versorgungsspannung angehoben. Da AMDs Thuban-Prozessoren jedoch keine Monitoring-Funktion zur Überwachung der Leistungsaufnahme besitzen, ist es fraglich wie AMD sicherstellen will, dass bei der automatischen Übertaktung nicht die TDP-Grenze (Thermal Design Power) überschritten wird. In den Dokumentationen zum Launch gibt man sich zumindest selbstbewusst und versichert, dass die TDP stets eingehalten wird.

Bild: Hexa-Core für alle! – AMD Phenom II X6 im Test