Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula - Wer macht das Rennen?

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Alltagsbetrieb: Temperaturen



Ein nicht unwesentlicher Aspekt bei Mainboards ist die Temperaturentwicklung der verwendeten Komponenten. Hohe Temperaturen bedeutet automatisch mehr und vor allem schneller drehende Lüfter was unweigerlich zu einer stärkeren Geräuschkulisse führt. Außerdem führen hohe Temperaturen auch zu einer höheren Leistungsaufnahme und schließlich sind hohe Temperaturen nicht gerade förderlich, wenn es um das Übertakten geht. Somit ist es für den Nutzer natürlich unerlässlich auf die Temperaturen zu achten und hohe Temperaturen am besten komplett zu vermeiden.

Als Prozessor-Kühler kam während der Tests der Scythe Kabuto zum Einsatz, dessen Lüfter zu gleich der einzig Laufende in unmittelbarer Nähe zum Mainboard war. Die Lüftersteuerung wurde dem Mainboard selbst überlassen um einen möglichst alltäglichen Einsatz zu simulieren. Beim Scythe Kabuto handelt es sich dabei um einen Top-Blow-Kühler, d.h. der Lüfter sitzt parallel zum Mainboard auf dem Kühlkörper und belüftet somit die Spannungswandler sowie die umliegenden Bauteile rund um den CPU-Sockel gleich mit. Die Zimmer-Temperatur lag während aller Tests konstant bei 20 °C.

Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?

Betrachtet man die auf den nachfolgenden Grafiken dargestellten Temperaturen für die verschiedenen Komponenten der beiden Platinen im Idle so sticht sofort ins Auge, dass das Maximus III Formula wesentlich wärmer wird, als das P55-UD6. Der Hauptgrund ist dabei die verwendete Lüftersteuerung, denn beim Maximus III Forumla beginnt sich der Lüfter des Scythe Kabuto in der Standard-Einstellung erst ab einer Kerntemperatur von 32 °C für die Kerne des Core i7 860 zu drehen. Da im Idle diese Temperaturen jedoch nicht erreicht werden, dreht sich der Lüfter so gut wie nie und die Platine wird somit deutlich wärmer, als beim Gigabyte-Mainboard, welches den Lüfter permanent rotieren lässt.

ASUS Maximus III FormulaGigabyte P55-UD6
Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?
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Temperaturen im Idle – Klick zum Vergrößern


Unter Last – mit Core2MaxPerf – zeigen die Platinen eindrucksvoll, dass die Leistungsaufnahme von maximal 95 Watt des Core i7 860 kein Problem für die Spannungswandler darstellt. Diese erwärmen sich – auch auf Grund eines nun schneller drehenden Lüfters – nur unmerklich um maximal drei Grad Celsius. Hier macht sich das Design mit sehr vielen Wandler bezahlt, da so die Last gut verteilt werden kann. Die CPU selbst erwähmt sich natürlich deutlich, mit 53 °C auf beiden Platinen bleiben aber auch hier die Temperaturen im absolut grünen Bereich.

Beim Chipsatz unterscheiden sich beide Platinen dann erneut wieder sehr deutlich, was schlicht und einfach an der Platzierung des Chips liegt. Während dieser beim Maximus III Formula quasi unterhalb der Grafikkarte bzw. deren Kühler liegt, ist er auf dem P55-UD6 zwischen CPU-Sockel und der Grafikkarte plaziert. Somit wird bei letzterem der Chipsatz-Kühler vom CPU-Lüfter mitgekühlt, während bei der ASUS-Platine kaum ein Luftzug über den Chipsatz-Kühler weht.

ASUS Maximus III FormulaGigabyte P55-UD6
Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?
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Temperaturen unter Last – Klick zum Vergrößern


Zu guter Letzt wollen wir an dieser Stelle noch einen Kommentar zu der Lüftersteuerung abgeben. Die Standard-Einstellung der ASUS-Platine hat uns eigentlich sehr zugesagt – auch wenn bei unserem Testsystem der Lüfter der GeForce GTX 260 den Geräuschvorteil des stillstehenden CPU-Lüfters im Idle zu Nichte gemacht hat. Neben dieser Einstellung bietet die Platine bzw. deren BIOS außerdem die Möglichkeit eines Silent- und eines Performance-Modus. Außerdem kann der Nutzer auf Wunsch auch das Drehverhalten des Lüfters selbst definieren. Sehr löblich! Weniger gut hat uns ein Problem mit der Drehzahlerkennung des Maximus III Formula gefallen. Bei quasi jedem Start nervte uns die Platine mit einem "CPU Fan Error" und verharrte an dieser Stelle – auch wenn der Lüfter permanent lief – bis man mit der "F1"-Taste sein "Einverständnis" erklärte. Man kann zwar derartige Fehlermeldungen deaktivieren, doch wenn dann tatsächlich etwas nicht stimmen sollte, wird man eben auch nicht mehr gewarnt.

Die Lüftersteuerung von Gigabyte bietet deutlich weniger Einstellungsmöglichkeiten. Hier gibt es eigentlich nur die Modi "aktiv" oder "deaktiviert". Darüberhinaus kann man lediglich noch einstellen, ob man gerne eine PWM-Regelung hätte oder liebe eine altmodische Steuerung mittels Spannungsmanipulation.