Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula - Wer macht das Rennen?

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Leistungsaufnahme: Gigabytes Dynamic Energy Saver 2



Wie ASUS mit seiner EPU-Software legt auch Gigabyte mit dem Dynamic Energy Saver 2 oder kurz DES 2 dem Mainboard ein Tool bei, mit dem sich die Effizienz deutlich steigern lassen soll. DES 2 ist dabei eine Weiterentwicklung des urspünglichen Dynamic Energy Savers und bietet nun deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten. Auch die Optik hat der Hersteller in diesem Zuge gleich überarbeitet. Ob es was gebracht hat? Das wollen wir nun herausfinden.

Das BIOS des P55-UD6 bietet abseits der üblichen Energiesparoptionen wie den C-States oder dem Suspend-to-RAM-Modus keine weiteren Möglichkeiten die Leistungsaufnahme abzusenken, wenn man nicht manuell in die anliegenden Spannungen eingreifen möchte. Gigabyte vertraut hier – wie eigentlich alle Mainboard-Hersteller – voll und ganz auf eine proprietäre Software im Zusammenspiel mit den Controllern, welche die Wandler der CPU-, Speicher- und Chipsatz-Stromversorgung steuern.

Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?

Mit DES 2 ist es möglich neben der Absenkung von VCore und Takt der CPU auch noch einzelne Phasen in der Spannungsversorgung des Prozessors abzuschalten um die Effizienz zu erhöhen. Leider geschieht dies alles mehr oder minder automatisch, sobald man DES 2 aktiviert hat, so dass man als Nutzer kaum Einfluss nehmen kann. So kann man die Taktabsenkung bzw. die Phasenabschaltung lediglich aktivieren oder deaktivieren und nicht exakt einstellen, was geschehen soll. Ebenso bei der Spannungsabsenkung. Dort kann man nur aus drei Vorgaben wählen und diese offenbaren nicht einmal um wie viel Volt die VCore nun abgesenkt wird. Schade, dass Gigabyte die Runderneurung des Dynamic Energy Savers nicht zum Anlass genommen hat, hier detailliertere Einstellungen vorzunehmen.

Immerhin kann man mittlerweile auch eine Absenkung der Versorgungsspannung für den Chipsatz sowie für den Speicher aktivieren. Des Weiteren kann der Nutzer den Referenztakt (BCLK) sowie den Speichertakt reduzieren, was ebenfalls nochmal ein paar Watt einsparen dürfte. Zu guter Letzt bietet DES 2 nun – wie die EPU-Software von ASUS – die Möglichkeit die Taktraten der Grafikkarte zu manipluieren und in die Lüftersteuerung einzugreifen. Allerdings geschieht all dies nach wie vor nur durch einen einzigen Klick, also eher implizit. Hier fehlt schlicht und einfach noch eine Kontrolle über das, was wirklich passiert.

Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?

Auch wenn Gigabyte die Optik überarbeitet hat, ist diese nach wie vor sehr auffallend dank des vielen "Blingblings" und erinnert irgendwie an den Aufbau von ASUS EPU-Software. Insbesondere die rotierenden Kolben erinnern den Autor stark an Nebelwerfer – viel Wind um Wenig. Doch die Haptik ist ja nur eine Seite, denn viel entscheidender ist ja, ob die Einstellungen etwas bringen. Schließlich kann man die GUI auch beenden und das eigentliche Programm läuft in einer Art Stealth-Modus weiter.

Um herauszufinden, welchen Einfluss der Dynamic Energy Saver 2 hat, haben wir einmal alle Spannungen sowie die Leistungsaufnahme ohne das Tool vermessen und dann die Prozedur noch einmal mit der Software wiederholt. Wir haben dabei die Konfiguration von Hand vorgenommen und neben der maximalen VCore-Absenkung (Level 3) auch die Absenkung der Versorgungsspannung für den Speicher und den P55-Chipsatz aktiviert. Die nachfolgende Tabelle stellt dabei die anliegenden Spannungen für die beiden Testfälle gegenüber.

Komponenteohne DESmit DES
Speicher1,52 V1,50 V
Chipsatz1,06 V0,96 V
Uncore-Bereich1,09 V1,10 V
Core-Bereich
Idle0,85 V0,86 V
Last (4 Kerne, ohne TM)1,09 V1,06 V
Last (1 Kern, mit TM)1,24 V1,16 V
Last (2 Kerne, mit TM)1,21 V1,15 V
Last (3 Kerne, mit TM)1,12 V1,06 V
Last (4 Kerne, mit TM)1,13 V1,07 V

Betrachtet man diese Ergebnisse, so fallen diese doch recht ernüchternd – aber deutlich besser als bei ASUS – aus. Die Speicherspannung wird kaum verringert, die Versorgungsspannung für den Uncore- sowie für die Core-Breich im Idle werden gar nicht angetastet und lediglich die Chipsatz-Spannung wird merklich um 0,1 Volt abgesenkt. Lediglich unter Last wird die Versorgungsspanung für die vier Kerne unseres Core i7 860 etwas reduziert. Mit einer reduzierten Leistungsaufnahme im Idle ist somit kaum zu rechnen, und auch unter Last dürften die Einsparungen mit DES eher gering ausfallen. Doch dazu mehr auf den nächsten Seiten.