Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula - Wer macht das Rennen?

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Praxis: Speicherkompatibilität



Dem ersten Test dem sich jedes Mainboard bei uns unterziehen muss, ist die Untersuchung auf die Speicherkompatibilität, schließlich wollen auch wir vermeiden, dass uns der Rechner während der nachfolgenden Benchmarks auf Grund von Speicherproblemen abschmiert.

Wie beim Großteil der Konkurrenz, ist es auch bei den beiden heutigen Platinen möglich Speichertaktraten weit über DDR3-1600 hinaus einzustellen, ohne auch nur den Referenztakt um 1 MHz angehoben zu haben. Mit dieser Tatsache wird natürlich auch die Werbetrommel gerührt, doch wie sieht es in der Realität aus? Intel beschränkt sich in seinen Spezifikationen immerhin auf DDR3-1333 als maximalen Takt für den Core i7 860. Generell sollte man sich daher vor dem Kauf von Mainboard oder Speicher genaustens informieren, ob die Wunschpaarung auch miteinander kann, oder ob sie miteinander den Dienst verweigern.

Um herauszufinden, ob eine Paarung stabil läuft haben wir zu erst mindestens zwei Stunden den Memtest86+ laufen lassen und anschließend das System unter Windows noch mit dem 3DMark06 unter Stress gesetzt.

SpeicherMengeTaktTimingsSpannungASUS Maximus III FormulaGigabyte P55-UD6
Corsair XMS3 Platinum [CM3X2G1333C9]2 x 2 GB1333 MHz9-9-9-241,6 Vstabilstabil
G.Skill Ripjaw [F3-12800CL7D-4GBRH]2 x 2 GB1600 MHz7-7-7-241,65 Vstabilstabil
G.Skill [F3-12800CL9T-6GBNQ]3 x 2GB1600 MHz9-9-9-241,6 VFehler (stabil bei 1333 MHz)stabil
OCZ Platinum Series [OCZ3P1333LV6GK]3 x 2GB1333 MHz7-7-7-201,65 Vstabilstabil
OCZ Platinum Series [OCZ3P1333LV6GK] & [OCZ3P13332GK]3 x 2GB + 1 x 2 GB1333 MHz7-7-7-201,65 Vstabilstabil
OCZ Value Series [OCZ3V10662GK]2 x 1 GB1066 MHz7-7-7-201,5 Vstabilstabil


Die Ergebnisse sprechen dabei auf den ersten Blick eine eindeutige Sprache und zwar zu Gunsten der Hersteller. Kein Proband gab sich eine Blöße und arbeitete mit nahezu allen Konstellationen problemlos zusammen. Einzig mit dem Triple-Channel-Kit von G.Skill gab es auf dem Maximus III Formula von ASUS das Problem, dass diese Speichermodule nur mit 1333 MHz stabil liefen.

Doch die Tabelle verschleiert ein größeres Problem bei den Kits, welche ein XMP-Profil für besonders hohe Taktraten besitzen. Diese hohe Taktraten erzielen viele Speichermodule nur, wenn man die Versorgungspannung für den Speichercontroller, anhebt. Lädt man das XMP-Profil eines Speichers, so geschieht dies automatisch, es sei denn man unterbindet den Vorgang in dem man selbst diese Spannung einstellt. Hier ist somit Vorsicht geboten. auch weil diese oft weit oberhalb der Spezifikationen für den Speichercontroller liegen.

Beide Mainboards bieten zudem reichhaltige Möglichkeiten die Performance noch weiter zu verbessern oder im Falle von Stabilitätsproblemen gegen diese anzusteuern. Aufschluss über die Controller- und Speicher-Timings liefert dazu die nachfolgende Tabelle. Wie man aus dieser herauslesen kann ist so ziemlich alles mit von der Partie was das Herz begehrt. Jedoch wäre es besser, wenn man zusätzlich noch ein paar Erklärungen zu den Optionen anbieten würde, danach sucht man nämlich leider vergebens. Wer detailiertere Informationen zu diesen Parametern sucht wird beispielsweise in unserem Artikel "BIOS – Das Geheimnis des Erfolges" fündig.

Controller- & Speicher-TimingsASUS Maximus III FormulaGigabyte P55-UD6
CAS Latency (CL)3 – 116 – 15
RAS to CAS Delay3 – 101 – 15
RAS Precharge3 – 101 – 15
RAS Active to Precharge Time3 – 311 – 31
RAS to RAS Delay1 – 71 – 7
Row Refresh Cycle Time30 – 1101 – 255
Write Recovery Time1 – 151 – 15
Read to Precharge Time1 – 151 – 15
Read to Precharge Delay1 – 151 – 15
Round Trip Latency1 – 151 – 255
Command Rate1T, 2T1T, 2T

Bei den Speicherspannungen zeigten sich die beiden Platinen von ihrer guten Seite und legten in allen getesteten Fällen sehr exakt die eingestellte Spannung auch in der Realität an. Allerdings sollte man sich beim P55-UD6 nicht auf die Auto-Einstellung im BIOS verlassen, die oftmals etwas zu viel Spannung anlegen möchte.

ASUS Maximus III FormulaGigabyte P55 UD6
EinstellungRealitätVersorgung überEinstellungRealitätVersorgung über
IMC-Spannung1,1 Volt1,12 Volt12 Volt1,1 Volt1,09 Volt5 Volt
Speicher-Spannung1,5 Volt1,50 Volt5 Volt1,5 Volt1,52 Volt5 Volt

Die gemessenen Spannungen an den DIMM-Sockeln lagen dabei in allen Lebenslagen stabil an, so dass man von Problemen durch schwankende Spannungen unter Last hier sicher nicht betroffen sein wird.

Interessant für Technikinteressierte ist an dieser Stelle vielleicht noch die Tatsache, dass ASUS – anders als Gigabyte und viele andere Hersteller – den Uncore-Bereich samt Speichercontroller (IMC) über die 12-Volt-Schiene des Netzteils versorgen. Gigabyte greift hierzu auf die 5-Volt-Leitung zurück.