Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula - Wer macht das Rennen?

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Praxis: Audio-Qualität



Die Audio-Qualität haben wir wieder mit dem Audio Analyzer 6.2.1 von Rightmark bestimmt. Dazu haben wir mit Hilfe der Software die Klangqualität der Soundchips auf den Platinen für zwei typische Szenarien ermittelt. Zum einen haben wir mit einer Sample-Rate von 16-bit und 48 KHz die DVD-Wiedergabe nachgebildet und mit 24-bit bzw. 96 KHz die Wiedergabe einer HD-Audio-Datei emuliert.

Da bei den Tests das Testsignale am Ausgang der Soundkarte abgegriffen wird und dann mit einem Kabel direkt wieder am Eingang des Chips eingespeist wird, hat die Güte des verwendeten Kabels einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die erzielten Resultate. Um den Einfluss möglichst gering zu halten, verwenden wir daher ein Kabel von hama mit vergoldeten Klinkensteckern.

Wer mehr über die nachfolgenden Tests bei der Audio-Messung sowie deren Bedeutung erfahren möchte, findet eine ausführliche Erklärung im Glossar zum Review des MSI P45 Platinum.

Wollen wir also einmal schauen, was die Chips können und wer seinen Vorschusslorbeeren am ehesten gerecht wird. Auf dem P55-UD6 von Gigabyte handelt es sich dabei um einen Realtek 889A – das Beste was der Hersteller aktuell zu bieten hat – und das Maximus III Formula bringt eine SupremeFX X-Fi mit einem VIA VT2020 – ebenfalls das Flaggschiff des Unternehmens.

Frequency response (40 Hz – 15 kHz) [dB]Noise level [dB(A)]Dynamic range [dB(A)]THD [%]THD + Noise [dB(A)]IMD + Noise [%]Stereo crosstalk [dB]IMD at 10 kHz [%]Gesamt
ASUS Maximus III Formula (SupremeFX X-Fi mit VIA VT2020)+0,01 , -0,06-70,270,40,0054-75,20,024-81,10,027
exzellentmäßigmäßigsehr gutmäßiggutsehr gutgutgut
Gigabyte P55-UD6 (Realtek 889A)+0,10 , -0,10-90,990,80,131-52,80,256-83,10,326
sehr gutsehr gutsehr gutmäßigschlechtmäßigsehr gutmäßiggut
Sampling mode: 16-bit, 48 kHz


Frequency response (40 Hz – 15 kHz) [dB]Noise level [dB(A)]Dynamic range [dB(A)]THD [%]THD + Noise [dB(A)]IMD + Noise [%]Stereo crosstalk [dB]IMD at 10 kHz [%]Gesamt
ASUS Maximus III Formula (SupremeFX X-Fi mit VIA VT2020)+0,07 , -0,11-70,470,50,0061-75,20,024-79,60,026
sehr gutmäßigmäßigsehr gutmäßiggutsehr gutgutgut
Gigabyte P55-UD6 (Realtek 889A)+0,10 , -0,10-92,692,60,0032-69,30,041-83,70,034
sehr gutsehr gutsehr gutsehr gutmäßiggutsehr gutgutgut
Sampling mode: 24-bit, 96 kHz


Geht man rein nach den Endergebnissen, so liegen beide Lösung gleich auf und erreichen erzielen gute Resultate. Jeder der beiden Chips hat dabei seine individuellen Stärken und Schwächen, wobei der Realtek-Codec beim Rauschpegel und beim Dynamik-Bereich die Nase vorne hat und der VIA-Chip hingegen eine besseren Frequenzverlauf sowie bessere Intermodulationsverzerrungen aufweist.

SupremeFX X-FiRealtek 889A
Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?
Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?


In den Augen – oder besser gesagt in den Ohren – des Autors, ist die gefühlte Klangqualität des Realtek-Chips allerdings besser als die des VT2020 von VIA. Möglicherweise liegt die Ursache dabei allerdings im Treiber begründet, denn dieser bereitete uns auf dem Maximus III Formula massive Probleme. Erst nach einer kompletten Neuinstallation von Windows, wollte sich der VIA-Treiber installieren lassen. Die Creative-Software blieb hingegen durchweg störrisch und war stets der Meinung keine kompatible Hardware zu finden. Deshalb müssen wir Messungen für alle X-Fi-Komponenten im Moment schuldig bleiben. Wir stehen aktuell mit ASUS in Kontakt um diese Probleme zu erörtern.

Gigabyte lizenziert für die Realtek-Lösung Dolby Digital, womit man auch bei der Nutzung einer digitalen Schnittstelle stets Surround-Sound genießen kann. ASUS geht hier einen anderen Weg, doch dank X-Fi CMSS 3D sollte auch hier dauerhaft der Genuss von Surround-Sound bei digitaler Übertragung möglich sein.

ASUS Maximus III FormulaGigabyte P55-UD6
Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?
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Update: 20.01.2010
Mittlerweile hat uns eine neue Soundkarte von ASUS erreicht. Doch auch mit dieser und der insgesamt vierten Windows-Neuinstallation auf dem Maximus III Formula erblickten wir obigen Fehler. Schließlich haben wir jegliche Software, die in Verbindung zur Supreme X-Fi stehen könnte deinstalliert und die alten Treiber von der ASUS-CD (!) installiert. Siehe da, auf einmal wollte die Creative-Software eine Produktaktivierung und die Soundkarte wurde korrekt erkannt. Installiert man hingegen gleich die neusten Softwarepakete für den VIA-Codec und das Creative-Center, so verweigert letzteres den Betrieb. Hier muss also dringend nachgebessert werden.

Selbiges gilt im Übrigen für den Komfort der Software-Lösung. Mit den Versionen von der CD, muss man ein Mehrkanal-System umständlich über die Windows-Sound-Einstellungen konfigurieren bevor es genutzt werden kann. Standardmäßig erkennt die Creative-Software nämlich nur ein 2(.1)-System.

Letztendlich lohnen sich die Mühen allerdings. Zwar verbesseren sich die Messwerte nicht – obige haben also nach wie vor Geltung – aber die gefühlte Soundqualität ist sehr gut. Dennoch muss der Hersteller die Softwarelösung dringend überarbeiten.

Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?