Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula - Wer macht das Rennen?

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Fazit



Beginnen wollen wir im Fazit heute nicht direkt bei den beiden heutigen Testkandidaten sondern bei einem Problem, welches wir im Rahmen dieser Tests sehr ausführlich beleuchtet haben: Den Transferraten der diversen Controller. Während bei den bisherigen Chipsätzen und Prozessoren die Energiesparmechanismen keine negative Auswirkungen auf die Transferraten hatten, ist dies beim P55-Chipsatz und den Lynnfield-Prozessoren defintiv anders. Insbesondere die tiefen Schlafzustände C2 bis C6 der Prozessoren lassen die Durchsätze teilweise massiv einbrechen. Über das Warum und Wieso kann man aktuell nur spekulieren, die Hersteller – allen voran Intel – halten sich im Moment noch bedeckt. Dennoch macht es auf Grund der stark steigenden Leistungsaufnahme keinen Sinn, die Schlafzustände zu deaktivieren. Man sollte sich hier lieber ein paar Sekunden länger gedulden und dafür rund 25 Watt einsparen.

Lässt man diesen Aspekt einmal außer Acht, so bringt dieser Test kaum Neuigkeiten ans Licht – was für die gute Arbeit der beiden Hersteller spricht. In Sachen Performance nehmen sich die beiden Kandidaten rein gar nichts und liegen auf absolut dem gleichen Niveau. Auch beim Übertakten liegen beide Platinen sehr nahe bei einander – mit einem 5-MHz-Vorteil beim Referenztakt zu Gunsten des Maximus III Formula. Bei der Leistungsaufnahme dreht sich das Blatt dann minimal zu Gunsten des Gigabyte P55-UD6, allerdings unterscheiden sich die beiden Motherboards hier ebenfalls nur durch Nuancen.

Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?

Deutlicher ist der Vorteil des P55-UD6 gegenüber dem Maximus III Formula bei der Soundlösung sowie dem Netzwerkcontroller. Ersterer machte massive Probleme bei der Treiber- und Softwareinstallation und letztere konnte auf Grund der PCI-Einbindung nicht wirklich überzeugen. Ebenfalls wenig begeistern konnten die Energiespartools sowie die JMicron-Controller auf beiden Platinen. Diese hängen vor allem bei den Schreibraten sehr deutlich hinter dem P55-Chipsatz, so dass dieser ganz klar die erste Wahl sein sollte.

Doch welche Platine ist denn nun die bessere? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, zu unterschiedlich sind die Ansprüche der Anwender. Wer auf maximale Übertaktungsergebnisse aus ist und mit nervigen BIOS-Fehlern leben kann, der sollte zum 191 Euro teuren ASUS Maximus III Formula greifen, alle anderen sind mit dem Gigabyte P55-UD6 wohl besser bedient. Nicht nur Netzwerkchip, Soundlösung und Energieverbrauch sprechen hier zu Gunsten des Gigabyte-Boards, sondern auch die wesentlich umfangreichere Ausstattung in Verbindung mit einem um 35 Euro geringeren Preis. Uneingeschränkt empfehlenswert ist dabei aber letztere auch nicht, denn die Softwarebeigaben, die lange Bootdauer im RAID-Betrieb sowie nur zwei regelbare Lüfteranschlüsse und einige Schwächen im Layout sind unserer Meinung nach keine 157 Euro wert.



[fo], 20. Januar 2010

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