Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula - Wer macht das Rennen?

Mainboards | HT4U.net | Seite 8

Alltagsbetrieb: BIOS



Beim BIOS vertreten die beiden Hersteller – wie beim Platinendesign – unterschiedliche Konzepte und somit setzt jeder andere Schwerpunkte. Dazu verwendet ASUS eine Software von American Megatrends Inc. (AMI) und Gigabyte vertraut auf ein Award-Produkt. Im Folgenden wollen wir hier lediglich auf einige Auffälligkeiten im BIOS eingehen. Wer einen tieferen Einblick gewinnen möchte, findet in der Bildergalerie im Anhang noch weitere Bilder.

Äußerlich erscheinen beide BIOSe sehr aufgeräumt und überzeugen mit einer durchdachten Struktur. Damit dürften sich selbst Neulinge recht schnell einleben und sollten nicht lange nach den Einstellungen suchen müssen. Wer allerdings nicht in der Materie steckt, wird Hilfestellungen vergeblich suchen. Weder die BIOSe selbst, noch die Handbücher liefern hier eine wirklich brauchbare Hilfe.

Allerdings muss man beiden Herstellern zu Gute halten, dass die Voreinstellungen mittlerweile sehr gut sind. So werden standardmäßig alle Energiesparmechanismen der CPU aktiviert, Hyperthreading und TurboMode sind ebenfalls per default funktionsfähig. Einzig die Nutzung von AHCI – dem Advanced Host Controller Interface – welches beispielsweise für das Native Command Queuing (NCQ) von Festplatten bzw. HotPlug notwenig ist – aktivieren beide nicht. Hier muss der Anwender somit – genauso wie bei der Lüftersteuerung der ASUS-Platine – selbst Hand anlegen. Ebenfalls beiden Platinen gemein ist eine Funktion mit der es (endlich) möglich ist, auch bei manueller Einstellung der CPU-Versorgungsspannung, eine Absenkung selbiger im Idle zu erreichen.

Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?
Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?
ASUS Maximus III FormulaGigabyte P55-UD6
CPU-Konfiguration


Bei beiden Platinen konnte außerdem die integrierte Flash-Funktion überzeugen. Besonders gut ist diese auf dem Maximus III Formula gelungen. Mit dieser kann man nicht nur das BIOS von einem USB-Laufwerk sondern auch von gewöhnlichen NTFS-Partitionen auf Festplatten laden. Ebenfalls gemein ist beiden Mainboards, die Möglichkeit unterschiedliche BIOS-Konfigurationen abzuspeichern. Erneut hat dabei ASUS leicht die Nase vorne, bietet man auf dem Maximus III Formula mit dem "Go Button" einen Taster an, mit welchem man ohne das BIOS aufzurufen, bestimmte Einstellungen (Takt, Spannungen) laden kann. Für Übertakter dürfte diese Funktion bestimmt sehr nützlich sein.

Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?
Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?
ASUS Maximus III FormulaGigabyte P55-UD6
Übertaktungsfunktionen


Apropos Übertakter, beide Platinen bieten sehr umfangreiche Übertaktungsoptionen an, wobei uns deren Aufteilung beim P55-UD6 etwas besser gefallen hat. Gar nicht überzeugen konnten uns die automatischen Übertaktungsfunktionen des Maximus III Formula, vor allem auf Grund der angelegten Spannungen, die viel zu hoch ausfielen. Hier können wir nur raten, von diesen Funktionen die Finger zu lassen.

Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?
Bild: Gigabyte P55-UD6 vs. ASUS Maximus III Formula – Wer macht das Rennen?
ASUS Maximus III FormulaGigabyte P55-UD6
Lüftersteuerung


Bei der Lüftersteuerung hat dann allerdings wieder die ASUS-Platine etwas mehr zu bieten. Während auf dem P55-UD6 nur zwischen "An" und "Aus" gewählt werden kann und im Falle von ersterem noch die Wahlmöglichkeit zwischen einer Regelung mittels Puls-Weiten-Modulation (PWM) oder Spannungsmanipulation besteht, gibt es auf dem Maximus III Formula bis zu drei vorkonfigurierte Drehzahlkonfigurationen. Wem diese nicht gefallen, kann auch manuell eine eigene Drehzahlkurve konfigurieren.

Leider verweigerte das ASUS Maximus III Formula gelegentlich mit seltsamen BIOS-Problemen den Start, was den ansonsten guten Eindruck des BIOS störte. Besonders gerne gab es "OC Failure"- und "CPU FAN"-Fehler, ohne dass eine Übertaktung vorlag und ohne dass der CPU-Lüfter stillstand. Hier sollte der Hersteller noch nachbessern, denn auf Dauer kann dies einen Nutzer ganz schön nerven. Beim P55-UD6 von Gigabyte störte hingegen der sehr lange POST-Vorgang, insbesondere bei der RAID-Nutzung denn hier wird erst noch das AHCI-ROM und erst danach das RAID-ROM des P55-Chipsatzes geladen.

Wieder mit von der Partie ist beim P55-UD6 von Gigabyte im Übrigen das gescholtene Virtual DualBIOS, welches in einem versteckten Bereich der Festplatte ein Backup des BIOS anlegt um es gegebenenfalls von dort wiederherzustellen. Standardmäßig ist diese Funktion allerdings deaktiviert, so dass sich keiner Sorgen um einen etwaigen Datenverlust machen muss.