CPU und Grafikeinheit vereint - Intel Core i5 "Clarkdale" im Test

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Praxis: TurboMode



Eine der wesentlichen Neuerungen, die Intel zusammen mit der Einführung der Nehalem-Architektur im November 2008 präsentierte, ist der TurboMode. Diese Technik erlaubt es dem Prozessor bei einer Leistungsaufnahme unterhalb seiner Thermal Design Power (TDP) und unkritischen Temperaturen seinen Takt in einem fest vorgegebenen Rahmen selbstständig zu erhöhen. Zu hohe Temperaturen oder ein zu hoher Energiebedarf, der in Echtzeit von der Power Control Unit überwacht wird, führen dazu, dass der Takt nicht so weit erhöht wird wie es maximal möglich wäre. Dies haben wir beispielsweise beim Launch der Lynnfield-Prozessoren festgestellt.

Unser Core i5 661 hatte hingegen nicht mehr derartigen Problemen zu kämpfen. So arbeitet er wie vorgesehen bei Auslastung von nur einem Kern mit 3,6 GHz statt mit 3,33 GHz. Werden beide Kerne ausgelastet, so sind es immerhin noch 3,46 GHz. Um eine stabile Übertaktung zu gewährleisten, wird allerdings automatisch auch die Versorgungsspannung für die zwei Kerne angehoben. Doch bringt diese Übertaktung im Alltagsbetrieb überhaupt etwas? Immerhin entspricht eine Takterhöhung von 266 MHz nur einer Steigerung von weniger als acht Prozent. Diese Frage wollen wir mit den nachfolgenden Benchmarks untersuchen. Dabei nutzen wir natürlich eine diskrete Grafikkarte in Form der GeForce GTX 280.

Turbo-Modus - CPU und Speicher
PCMark05 CPU-Suite
PCMark 05 Memory-Suite
PCMark Vantage Productivity-Suite
Cinebench C4D
Intel Ci5 661 (Turbo an)
9471,0
7509,0
5361,0
788,0
Intel Ci5 661 (Turbo aus)
8953,0
7214,0
5196,0
737,0
Punkte (mehr ist besser)


Turbo-Modus - Rendering, Kompression und Multimedia
Cinebench CPU-Renderin
WinAce
TMPEG
Nero Vision
Intel Ci5 661 (Turbo aus)
16,0
49,0
230,0
127,0
Intel Ci5 661 (Turbo an)
15,0
47,0
223,0
124,0
Sekunden (weniger ist besser)


Turbo-Modus - Spiele
Prey (LQ)
EQTW (LQ)
FC2 (LQ)
FC2 (HQ)
Intel Ci5 661 (Turbo an)
290,3
94,6
85,9
58,7
Intel Ci5 661 (Turbo aus)
284,8
93,8
85,9
58,8
FPS (mehr ist besser)


Während Spiele – selbst bei niedrigester Bildqualität – so gut wie gar nicht reagieren, sieht man im Alltagsbetrieb immerhin kleine Performance-Verbesserungen. Mit maximal 7 Prozent fallen diese jedoch wie erwartet eher gering aus. Anders als bei den Lynnfield-Modellen, bei welchen der Takt wesentlich stärker erhöht wird, profitieren die aktuellen Clarkdale-Ableger somit kaum vom TurboMode. Aus unserer Sicht kann man diesen im Moment ohne schlechtes Gewissen deaktivieren. Der Performance-Nachteil ist minimal, dafür sinken die Temperaturen und die Leistungsaufnahme – wen wundert dies, denn Intel erhöht beim TurboMode automatisch die Versorgungsspannungen.