CPU und Grafikeinheit vereint - Intel Core i5 "Clarkdale" im Test

Prozessoren | HT4U.net | Seite 32

Fazit



Nach 30 Seiten über die Technik, die Eigenschaften und die Leistung der neuen Clarkdale-Prozessoren und der drei neuen Chipsätze ist es nun Zeit ein Fazit über die Nachfolger der Core 2 Duos zu ziehen.

Eingangs haben wir die Frage aufgeworfen, ob die Clarkdale-Modelle würdige Kandidaten sind um das Erbe der so erfolgreichen Core 2 Duos anzutreten. Diese Frage kann man kurz und bündig mit "Ja" beantworten, denn in allen Bereich sind die neuen Prozessoren den alten Modellen überlegen. Den Vorsprung erkaufen sich die Clarkdales dabei nicht durch einen höheren Takt oder eine höhere Leistungsaufnahme, denn bei geringerem Energiebedarf und gleicher Taktfrequenz liegt man ein gutes Stück vor den Modellen der "Core 2 Duo E8xxx"-Serie. Neben Hyperthreading ist dabei vor allem die Integration des Speichercontrollers sowie die neue 32-nm-Fertigung für die Prozessorkerne ein wesentlicher Grund für die Überlegenheit auf verschiedenen Segmenten.

Dank einer integrierten Grafikeinheit sind die Clarkdale-Prozessoren zudem ein Geheimtipp für HTPCs. Ein aktuell noch nicht dargebotener, geringer Energiebedarf gekoppelt mit einem Grafikbeschleuniger, der alle gängigen Hardwarecodecs unterstützt und der Möglichkeit der verlustfreien Wiedergabe von Audiomaterial von Blu-Rays machen die Plattform aus Clarkdale-Prozessor und H5x-Chipsatz zu einer echten Empfehlung für derartige Computersysteme.

Doch auch für reine Office-Rechner und ebenso für Spieler sind die neuen Prozessoren sehr interessant, allerdings müssen letztere eine zusätzliche Grafikkarte verbauen, denn die GMA HD reicht bestenfalls für Spiele der Leistungsklasse bekannter Fußball-Simulationen. Wer auf der Suche nach dem letzten Quäntchen Performance ist, muss jedoch genau abwägen, welche Art von Anwendungen zum Einsatz kommen. Bei geringfügig parallelisierten Applikationen können sich die Clarkdale-Modelle auf Grund des sehr hohen Taktes sehr gut gegen die Konkurrenz behaupten, doch je besser eine Anwendung mit der Kernzahl skaliert, desto stärker werden die Quad-Core-Prozessoren aus dem Lager Lynnfield-, Bloomfield- und Phenom-II-X4-Serien.

Bild: CPU und Grafikeinheit vereint - Intel Core i5 "Clarkdale" im Test

Bei all dem Lob, gibt es aus unserer Sicht jedoch auch einige Aspekte, die nicht gefallen. Allen voran ist da die Namensgebung der Prozessoren zu nennen. Eigentlich sollten die Namen und Nummern der Core-Prozessoren zu einer besseren Einstufung führen, doch gelingt dies in unseren Augen immer schlechter. So beherrscht ein Core i5 661 kein TXT, wohingegen es doch sonst alle Core i5s beherrschen um nur ein Beispiel zu nennen. Hier bedarf es eine bessere Kennzeichnung der Features, damit auch Leute, die sich nicht täglich mit der Materie auseinandersetzen, leichter "durchsteigen". Denjenigen, die sich einen Überblick über die gebotenen Features bilden wollen, sei die Intel-Webseite Ark ans Herz gelegt.

Auch die Produktpalette der Chipsätze bietet Anlass zur Kritik. Kein USB 3.0 und Serial-ATA III sind für einen komplett neuen Chipsatz – gerade aus dem Hause Intel – eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Hier zwingt man die Mainboard-Hersteller förmlich zu halbgaren Ansätzen. Ebenso müssen die Preise kritisiert werden, denn kostete früher eine Kombination aus grafikfähiger Northbridge und einer Southbridge 43 US-Dollar fällt nun der gleiche Preis für einen Ein-Chip-Chipsatz an, der im wesentlichen einer Southbridge gleicht.

Damit sind wir bei dem Thema angekommen, welches letztendlich immer über das Wohl und Wehe von Prozessoren entscheidet: den Preisen. Wie die nachfolgende Tabelle darstellt, verteilen sich die sieben neuen Modelle über eine große Preisspanne beginnend bei 87 US-Dollar für den Pentium G9650 und endend bei 284 US-Dollar für den Core i5 670.

CPU-ModellGroßhandelspreis in US-Dollar
Athlon II X2 25069
Pentium E650084
Athlon II X3 43587
Pentium G695087
Core 2 Duo E7500113
Core i3 530113
Athlon II X4 630122
Core i3 540133
Phenom II X4 955 BE175
Core i5 650176
Core 2 Duo E8500183
Core 2 Quad Q9400183
Phenom II X4 965 BE195
Core i5 660, Core i5 661196
Core i5 750196
Core 2 Duo E8600266
Core i5 670284
Core i7 860284


Wie die Tabelle deutlich macht, gibt es viele Preispunkte, für die es sowohl Zweikern- als auch Vierkern-Prozessoren erhältlich sind. Hier gilt es – wie oben erwähnt – genau abzuwägen, ob der Quad-Core mit niedrigerem Takt von Vorteil ist, oder ob es doch der taktschnellere Dual-Core ist. Für den Kauf eines alten Core 2 Duos gibt es dabei nun keine Argumente mehr, denn die Clarkdale-Prozessoren sind preislich attraktiver und performanter.

Ein Vergleich mit Produkten von AMD fällt recht schwer, denn in dem Bereich über 250 US-Dollar taucht kein Produkt mehr auf. Deren Spitzenmodelle Phenom II X4 955 und 965 BE bewegen sich im Preisrahmen von maximal 195 US-Dollar und treten somit gegen den Core i5 66x an. Auf Grund des geringen Preises der AMD-Modelle gilt dabei grundsätzlich, dass man zum gleichen Preis mehr Kerne bei ähnlichem Takt erhält. Ob nun die Modelle von AMD von Vorteil sind oder die von Intel, hängt erneut davon ab wie gut die eingesetzten Applikationen mit der Anzahl der Kerne skalieren. Mit der integrierten Grafikeinheit GMA HD hat Intel auf jeden Fall mit den Chipsatz-GPUs von AMD gleichgezogen, so dass der Chipsatz kein entscheidendes Kaufargument mehr ist. Dafür liegt Intel nun aber beim Energiebedarf bei den System mit einer iGPU deutlich vor dem Erzrivalen.


[fo] & [dk] , 04. Januar 2010

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