Intel Core i7 980X -Unleashing the beast?

Prozessoren | HT4U.net | Seite 2

Technik



Wie üblich werfen wir zunächst einen Blick unter die Haube und setzen uns mit den technischen Details des neuen Prozessors auseinander. Wie bereits eingangs erwähnt ist der Gulftown das Resultat aus der Kreuzung der Westmere-Architektur – welche wir ausführlich im Launch-Artikel zu den Clarkdale-Prozessoren vorgestellt haben – und dem bereits 2008 eingeführten Bloomfield. Obenauf packt Intel zwei weitere Kerne und 12 statt 8 MByte L3-Cache. Doch was bedeutet dies im Detail? Was kann ein Core i7 980X nun und was nicht?

Von den Bloomfield-Prozessoren erbt der Gulftown den dreikanaligen Speichercontroller, welchen Intel allerdings nicht weiter verbessert hat. Es bleibt also bei der maximalen Unterstützung von DDR3-1066 – zumindest offiziell. Inoffiziell geht natürlich wesentlich mehr, zum Beispiel durch den Einsatz von Speicher mit Intels Xtreme Memory Profile (XMP). Bei der Versorgungsspannung für den Speicher ist jedoch noch immer Vorsicht geboten, denn alles über 1,65 Volt stuft Intel als gefährlich ein.

Auch der Quick Path Interconnect (QPI) als Chipsatz-Verbindung zum X58-Chipsatz stammt von den Bloomfield-Modellen ab und bringt es beim Core i7 980X auf 6,4 GT/s. Da sich die Verbindungen zum Mainboard nicht verändert haben und die Spezifikationen für die Versorgungsspannungen wie beim Bloomfield-Prozessoren gleich gebliebe sind, verwenden auch die Gulftown-Modelle den Sockel LGA1366 und passen somit auf alle X58-Platinen – ein passendes BIOS vorausgesetzt.

Auch den TurboMode – 266 MHz zusätzlich bei Auslastung eines Kerns, sonst 133 MHz zusätzlich – sowie Hyperthreading findet man beim Gulftown wieder.

KernbezeichnungGulftownBloomfieldClarkdale
ErscheinungsterminMärz 2010November 2008Januar 2010
SockelLGA1366LGA1366LGA1156
Fertigung32 nm45 nm32nm
ArchitekturWestmereNehalemWestmere
Anzahl der Kerne642
Taktbis zu 3,33 GHzbis zu 3,33 GHzbis zu 3,46 GHz
Die-Größe248 mm²275 mm²114 mm² + 81 mm²
Transistoren1.170 Mio731 Mio383 Mio + 177 Mio
TDP130 Watt130 Watt73 – 87 Watt
VCoremultiple VIDsmultiple VIDsmultiple VIDs
L1-Cache (Daten/Befehle)32 KByte32 KByte32 KByte
L2-Cache 256 kB (pro Kern)256 kB (pro Kern)256 kB (pro Kern)
L3-Cache12 MB8 MBbis zu 4 MB
ErweiterungenMMX, SSE, SSE2, SSE3, SSSE3, SSE4, SSE4.2, Intel 64, XD, EIST, VT, AESMMX, SSE, SSE2, SSE3, SSSE3, SSE4, SSE4.2, Intel 64, XD, EIST, VTMMX, SSE, SSE2, SSE3, SSSE3, SSE4*, SSE4.2*, Intel 64, XD, EIST, VT, AES*
Speicherinterface3x DDR3-10663x DDR3-10662 x DDR3-1333
Speicherbandbreite25,5 GByte/s25,5 GByte/s21,2 GByte/s
GPUneinneinja
Anbindung NorthbridgeQPIQPIDMI
Bandbreite Northbridge-Anbindung25,6 GByte/s19,2 bis 25,6 GByte/s2 GByte/s
TurboMode Stufen (max)222
Hyperthreadingjajamodellabhängig
* = modellabhängig


Von der Westmere-Architektur erhält der Core i7 980X die fortschritliche 32-nm-Fertigung sowie die AES-Erweiterung. Dank der kleineren Stukturbreiten misst ein Gulftown-Die nur 248 mm² und ist damit kleiner als die Bloomfield-Vorgänger. Dies, obwohl nun sechs statt vier Kernen und 12 statt 8 MByte L3-Cache in dem Die unterkommen. Außerdem benötigen ein Core i7 980X wie alle Bloomfield-Modelle maximal 130 Watt. Auch hier dürfte die verbesserte Fertigung eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Bild: Intel Core i7 980X -Unleashing the beast?


Eine weitere Neuerung des Westmere-Architektur ist ein verbessertes Powergating. Bereits mit der Einführung der Nehalem-Architektur führte Intel die Power Control Unit (PCU) sowie die Möglichkeit inaktive Kerne abzuschalten ein.

Mit dem Westmere-Nachfolger geht man nun sogar noch einen Schritt weiter und ermöglicht es auch Teile des Uncore-Bereiches – bestehend aus L3-Cache, Queue, QPI und Speichercontroller abzuschalten. Der L3-Cache kann dabei jedoch nur komplett deaktiviert werden. In diesem Fall muss zunächst dessen Inhalt im Hauptspeicher gesichert werden bevor der Cache von der Energieversorgung durch das sogenannte Power Gate getrennt wird. Diese Technik verwenden im Übrigen auch schon die Clardale bzw. Arrendale-Prozessoren. Sie dürfte die Leistungsaufnahme im Idle nochmals ein bisschen reduzieren.

Das Testmuster


Unser heutiges Testmuster ist dabei aktuell der einzige Gulftown-Prozessor für Desktop-Systeme. Mit 3,33 GHz bietet er aber sofort einen sehr hohen Takt, so das fraglich bleibt, ob Intel überhaupt noch eine CPU mit mehr Takt auf den Markt bringen wird. Fraglich insbesondere deshalb, weil man Ende diesen Jahres bereits den nächsten großen Schritt (Tock) der Tick-Tock-Strategie mit dem Start von Sandy Bridge vollziehen wird. Nach der Einführung der Nehalem-Architektur 2008 war Westmere im Wesentlichen ja nur ein Die-Shrink (Tick).

Bild: Intel Core i7 980X -Unleashing the beast?
Aus der Präsentation von Intel


Langsamere Modelle sind ebenfalls nur wenige zu erwarten. Schenkt man den letzten Gerüchten Glauben, so kommt im zweiten Halbjahr noch ein Core i7 970. Verwunderlich ist dies jedoch nicht, denn Intel will mit den Gulftown-Prozessoren einzig und allein die Enthusiasten bedienen. Im Server-Segment sieht dies freilich anders aus, denn hier will man mit Gulftown AMDs 12-Kern-Prozessoren Magny Cours Paroli bieten und wird folglich auch ein paar kleinere Modelle ins Portfolio aufnehmen.

Bild: Intel Core i7 980X -Unleashing the beast?