Intel Core i7 980X -Unleashing the beast?

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Fazit



Der Core i7 980X und damit die Gulftown-Prozessoren sind auf der Pressekonferenz unter dem Motto "unleashing the beast" vorgestellt worden und dies weckt natürlich Erwartungen in einen solchen Test. Doch sind diese Erwartungen heute erfüllt worden?

Wenn man das heute gesehene rekapituliert, dann fällt es einem schwer, diese Frage eindeutig mit ja oder nein zu beantworten. Wurde es wirklich bestialisch? Vielleicht bei der Leistungsaufnahme, denn hier Überschritt Intel nach langer Zeit wieder einmal die 200-Watt-Marke unter Last für das gesamte System und auch im Idle lag man bei wenig rühmlichen 120 Watt. Doch Vorsicht: Ein Core i7 975 mit gleichem Takt benötigt in beiden Zuständen mehr, so dass vor allem die 32-nm-Fertigung hier einiges beim viel gescholtenen Sockel 1366 verbessert hat.

Die Leistung des Sechskern-Prozessors als bestialisch zu bezeichnen ist dann noch schwerer. Grundsätzlich muss man sehen, dass der Core i7 980X mit seinen 3,33 GHz und den 12 MB L3-Cache sowieso schon oben angesiedelt ist und man deshalb nicht alles auf die sechs Kerne schieben kann und darf.

Dennoch konnte man das Biest sehen: Beispielsweise bei der AES-Erweiterung. Hier zeigten sich die sechs AES-Einheiten in Zusammenarbeit der mit den Kernen skalierenden Software als vorerst unschlagbar. Deutlich war der Zuwachs auch bei anderen multithreaded Applikationen, wie zum Beispiel Pov-Ray. Auch einige Spiele lockten das Biest hervor und lieferten dafür erhöhte FPS. Ansonsten bleibt das Biest versteckt oder stellt sich – wenn auch selten – mal hinter anderen Prozessoren.

Bild: Intel Core i7 980X -Unleashing the beast?

Auch wenn Intels Biest längst nicht so bestialisch ist, wie der ein oder andere vermutet oder gehofft hat, so zeigt man mit dem heutigen Start der Gulftown-Prozessoren, was dank 32-nm-Fertigung und Baukastenprinzip alles möglich ist. Sechs Kerne, gesenkte Leistungsaufnahme, Triple-Channel, 12 MB L3-Cache, AES-Erweiterung, HTT und TurboMode sind das Ergebnis von Intels letztem Schritt im Tick.

Apropos HTT und TurboMode. Dank der sechs Kerne profitiert der Core i7 980X erwartungsgemäß nur sehr wenig von Hyperthreading, welches es ermöglicht bis zu 12 Threads parallel abzuarbeiten. Auch der TurboMode ist beim Gulftown wieder mit von der Partie, doch die zusätzlichen 133 MHz bis 266 MHz bringen kaum zusätzliche Leistung. Hier wäre es sicherlich besser gewesen, wenn Intel ähnlich wie bei den Lynnfield-Modellen deutlich stärkere Taktsprünge zulassen würde.

Stellt sich letztlich die Frage, was das ganze denn kosten soll? Eine Suche im Preisvergleich siedelt den Ci7 980X bei jenseits der 900-Euro-Marke an, womit sich hier das Biest in seiner vollen Pracht zeigt. Wesentlich günstiger sollte der Prozessor auch in den kommenden Wochen nicht werden, da die Nachfrage bei Intels Extreme-Modellen nicht entsprechend hoch ist, als das sich die Händler hier Preisschlachten liefern würden.

Auch Intel sieht dies ähnlich und betont klar, dass es bei den solchen Prozessoren um reine Enthusiasten-Stücke handelt, weshalb hier das Preis- Leistungsverhältnis weitgehend außen vor bleibt. Der Enthusiast möge dem auch zustimmen, der Tester jedoch muss das Preis-Leistungsverhältnis durchaus in Frage stellen.

[dk] und [fo] , 11. März 2010

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