Intel X25-M G2 "Postville" im Test

Storage & Speicher | HT4U.net | Seite 18

Fazit



Fassen wir unsere Eindrücke einmal zusammenen: Intel liefert mit der X25-M G2 gewohnt gute Arbeit ab und bietet eine Geschwindigkeit auf höchstem Niveau. Weiterhin spricht besonders die TRIM-Unterstützung für sich, das einen der größten Kritikpunkte von SSDs endlich aus der Welt schafft. Es bleibt allerdings auch bei der Postville der unschöne Effekt, dass eine volle Festplatte nicht mehr an die Performance des Auslieferungszustandes anknüpfen kann. Dies erklärt sich jedoch aus der dahinterstehenden Technik.

Ordnet man Intel zwischen den bei uns bisher getesteten Mitbewerbern ein, fällt besonders auf, dass sich der enorme Preisunterschied relativiert hat. Bei einer Kapazität von 160 GB schlagen rund 360 Euro zu Buche – nur wenig mehr als vergleichbaren Modellen ab 128 GB und 100 MB/s Schreibgeschwindigkeit. Hier finden sich erste Vertreter ab 260 Euro im Preisvergleich. Relativ gesehen ist Intel damit immer noch 40 Prozent teurer, doch dafür gibt es auch 25 Prozent mehr Speicherplatz.

Dass die Speichergrößer immer noch ein wesentlicher Faktor ist, zeigen gerade die Modelle ab 256 GB, die schnell in Regionen jenseits von 400 bis 500 Euro vorstoßen. Wer jetzt bereit ist, über 300 Euro in eine Flash-Festplatte zu investieren, macht mit TRIM-Unterstützung und Windows 7 keinen Fehler mehr. Für Modelle ohne TRIM-Unterstützung würden wir weiterhin kein Geld ausgeben.

Bild: Intel X25-M G2

Wer nur gute Antwortzeiten wichtig sind, aber nciht so viel Geld ausgeben möchte, findet womöglich in der Western Digital VelociRaptor einen geeigneten Kandidaten. Die Festplatte ist mit einer Kapazität von 160 GB schon ab 120 Euro (bzw. unter 200 Euro für 300 GB) in der 3,5-Zoll-Version zu bekommen und erreicht bei den Reaktionszeiten noch immer deutlich bessere Resultate als klassische Magnetspeicher mit 7200 Umdrehungen. Für Notebooks sind sie auf Grund ihrer Bauform natürlich keine Alternative.

Eine kleine Gegenüberstellung zwischen Highend-Festplatte und X25-M G2 zeigt, wie weit die Welten auseinander liegen. Ein Grund mehr für uns, der SSD eine goldene Zukunft vorherzusagen. Die technischen Unterschiede beim Lesen sind gravierend, dass für hohe Performance und flotte Antwortzeiten nur eine SSD in Frage kommt. Beim Schreiben hatte Flash bisher noch einige Nachteile, die aber – wie wir im Test nachgewiesen haben – mittlerweile nur noch in den seltensten Fällen für die Praxis relevant sind.

Festplatte ATTO Lesen [MB/s] ATTO Schreiben [MB/s] IOMeter Lesen [MB/s] IOMeter Schreiben [MB/s] Average Read Response Time [ms] Maximum Write Response Time [ms]
Intel X25-M Postville 198,45 85,9 3,09 1,52 0,52 294,4
Western Digital VelociRaptor 100,31 100,43 0,22 0,11 8,88 329,3



Kritisch beurteilen wir das verwirrende Ausmaß ans Flash-Controllern. Hier lässt sich nur schwer herausfinden, welches Modell in welcher SSD zum Einsatz kommt. Da dieser aber Kernelement für eine gute Leistung darstellt, läuft man noch immer häufig Gefahr, die Katze im Sack zu kaufen.

Wem der Preis für eine SSD bisher noch zu hoch ist, für den ist Warten die einzige Alternative. Gleichzeitig ist der Preis auch der einzige Faktor, der sich bei den neuen SSDs tatsächlich negativ ankreiden lässt, wenn man einmal die Langzeiterfahrungen außen vor lässt. Hier dürfte im Laufe des nächsten Jahres aber klar Besserung eintreten. Startete die erste X25-M mit 160 GB noch für über 700 Euro in den Markt, entließ Intel die X25-M G2 bereits für unter 400 Euro in die Regale. Damit hat sich der Preis innerhalb eines Jahres halbiert.

Schlusswort: Die Intel X25-M G2 "Postville" mit 160 GB bietet für ihren Preis eine überaus attraktive Leistung im höchsten Performance-Bereich. Obwohl die SSD bei voller Kapaztiätsausschöpfung im PC Mark Vantage um fast 50 Prozent einbricht, erreicht sie dennoch eine Geschwindigkeit, mit der man sich nicht verstecken braucht. Günstiger geht es allerdings mit Modellen von der Konkurrenz, die schrittweise neue Firmware-Versionen mit TRIM-Support anbieten. Beim Neukauf sollte man dennoch genau hinschauen, da sich nicht alle Modelle im Nachhinein aktualisieren lassen.

[rl], 24.01.2010
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