Realer Energieverbrauch von Intels Core-i-CPUs, deren iGPU und der Chipsätze

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Leistungsaufnahme: GMA HD


Mit den Clarkdale-Prozessoren machte Intel den ersten Schritt hinzu einer Verschmelzung von Grafik- und Allzweckprozessor. Neben den zwei in der 32-nm-Fertigung hergestellten Rechenkernen besitzen diese Modelle noch eine integrierte Grafikeinheit, die "GMA HD". Diese sitzt jedoch noch nicht im gleichen Die wie die zwei Kerne, sondern befindet sich zusammen mit dem Speichercontroller auf einem separaten Die, welches lediglich auf dem gleichen Trägermaterial wie das Dual-Core-Die sitzt.

Mit der Integration der GPU einhergehend stellen sich natürlich viele Käufer die Frage, ob sie überhaupt noch eine diskrete Grafikkarte benötigen. Die Lage aus Sicht der Performance haben wir dabei schon im zugehörigen Launch-Artikel aufgezeigt. Doch was empfiehlt sich aus Sicht des Energieverbrauchs?

Um dies herauszufinden haben wir neben einem Volllast-Test, mittels LinX simuliert, und einer Idle-Messung auch zwei Grafikbenchmarks sowie denn OCCT-GPU-Test herangezogen. Zum einen haben wir dabei den Demo-Lauf des 3DMark06 verwendet und zum anderen kam der Benchmark von STALKER CoP in einer mittleren Qualitätsstufe zum Einsatz. Außerdem haben wir natürlich noch den beliebten FurMark-Stresstest absolviert. In den nachfolgenden Messungen präsentieren wir zu diesen Tests die Verbrauchswerte der integrierten Grafikeinheit ohne Wandler, einmal bei Verwendung der GMA HD bei Standardtakt (900 MHz beim Core i5 661) und einmal haben wir die GMA HD nur mit 733 MHz betrieben, da die meisten Clarkdale-Modelle diese Taktrate für die integrierte Grafikeinheit verwenden.

Leistungsaufnahme "GMA HD"
GMA HD @ 900 MHz
GMA HD @ 733 MHz
OCCT
15,70
13,50
FurMark 1.6
14,65
12,43
3DMark 06
11,77
10,48
STALKER CoP
9,84
8,59
Batman Begins (VC1)
0,58
0,58
Das Geheime Fenster (MPEG2)
0,56
0,56
James Bond: Ein Quantum Trost (H.264)
0,54
0,54
Idle
0,03
0,03
LinX (32 Bit)
0,03
0,03
Watt


Bemerkenswert gering ist der Verbrauch im Idle sowie bei der Wiedergabe von HD-Videos. Dies liegt dabei vor allem an einer stark abgesenkten Versorgungsspannung. So wird die GPU im Idle lediglich mit 0,5 Volt versorgt und auch bei der Blu-Ray-Wiedergabe sind es sehr geringe 0,64 Volt. Ob Intel auch die Taktfrequenzen reduziert wissen wir indes nicht, in den Spezifikationen ist davon zumindest keine Rede. Ebenso unbekannt ist, ob Intel Teile der iGPU – etwa eine oder mehrere Ausführungseinheiten (Execution Units) – komplett abschalten kann.

Allerdings muss man an dieser Stelle auch erwähnen, dass die CPU noch immerhin zu 15 Prozent bei der Video-Wiedergabe ausgelastet ist. Moderne diskrete Grafikbeschleuniger entlasten den Prozessor deutlich stärker. Es sind somit nicht nur sehr gute Energiesparmechanismen sondern auch eine "geschickte" Lastverteilung, die hier die iGPU besonders gut aussehen lassen.

Ihr "wahres" Bild zeigt die "GMA HD" dann bei den 3D-Tests und in Stesstests. Dennoch bleibt die maximale Leistungsaufnahme unter 16 Watt. Das verbrauchen viele diskrete Grafikbeschleuniger bereits beim Nichtstun. Allerdings begnügen sich die gerade die neusten Low-End-Modelle unter Last mit ähnlich wenig Energie, liefern oftmals aber mehr Leistung. In diesem Fall bleibt als einziger Vorteil für die GMA HD, der geringe Idle-Verbrauch bestehen.

In Sachen Leistung-Pro-Watt steht die "GMA HD" gar nicht so schlecht dar. So erreicht sie beispielsweise in dem STALKER-Benchmark einen Wert von 2,14 FpS/Watt, während eine Radeon HD 5870 weniger als 2 FpS/Watt erreicht. Eine Radeon HD 5450 oder eine vergleichbare NVIDIA-Grafikkarte dürfte jedoch in Sachen Energie-Effizienz nicht erreicht werden, da diese bei einem ähnlichen Last-Verbrauch meist mehr Leistung bieten.