Leistungsaufnahme zweiter Gang - Wir servieren Intels Sockel 1156

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Leistungsaufnahme: Einfluss der Software



Wer unsere Prozessor-Tests regelmäßig verfolgt hat, der wird wissen, dass wir seit geraumer Zeit, Core2MaxPerf als Software zur Erzeugung der maximalen Last bzw. Leistungsaufnahme einsetzen. In der letzten Zeit sind jedoch zahlreiche neue Tools aufgetaucht, denen nachgesagt wird, dass sie eine noch höhere Leistungsaufnahme erzeugen als es Core2MaxPerf schafft. Bereits der Test zur realen Leistungsaufnahme der Sockel-1366-Prozessoren hat dabei belegt, dass Core2MaxPerf bei diesen Modellen nur noch die zweite Geige spielt und andere Programme die Hardware wesentlich stärker beanspruchen. Grund genug für uns, der Sache auch bei den heutigen Testkandidaten auf den Grund zu gehen. Zu diesem Zweck haben wir uns die prominentesten Vertreter herausgepickt und haben untersucht, welche Software die Sockel-1156-Prozessoren am stärksten fordert. Genauere Informationen zu den jeweiligen Tools finden sich im Anhang.

Während aller Messungen war dabei der TurboMode sowie Hyperthreading aktiviert. Da sich alle Probanden quasi gleich verhalten haben, wollen wir nachfolgend nur die Ergebnisse des Core i5 661 sowie des Core i7 870 präsentieren und analysieren um eine bessere Übersicht zu gewährleisten.

Core-Bereich


Leistungsaufnahme Einfluss der Software (Core-Bereich, mit Wandler)
Core i7 870
Core i5 661
LinX (32 Bit)
95,0
36,7
LinX (64 Bit)
89,3
36,0
Prime95 (32 Bit)
86,8
33,2
Prime95 (64 Bit)
85,2
33,2
IntelBurnTest (64 Bit)
80,5
31,1
Core2MaxPerf (4 Kerne)
78,4
0,0
Core2MaxPerf (3 Kerne)
71,4
0,0
Core2MaxPerf (2 Kerne)
59,4
31,9
Core2MaxPerf (1 Kern)
47,9
23,8
STALKER CoP
28,8
22,3
Idle
0,6
0,2
Watt


Erneut muss man an dieser Stelle ganz klar festhalten, dass Core2MaxPerf unter allen "Lasttools" die geringste Leistungsaufnahme im Core-Bereich erzeugt, egal ob Dual- oder Quad-Core. Selbst der Einsatz von Prime95 führt zu einem höheren Energiebedarf. Das absolute Maximum erreicht man wie bei den Sockel-1366-Ablegern mit LinX in der 32-Bit-Version.

Man muss an dieser Stelle allerdings auch beachten, dass Prime, LinX und der IntelBurnTest wesentlich mehr Schwankungen in der Auslastung und damit der Leistungsaufnahme hervorrufen als Core2MaxPerf, welches die CPU am "gleichmäßigsten" auslastet.

Darüber hinaus ist ein seltsames Phänomen beim Core i7 870 zu beobachten. Der Energieverbrauch bei Auslastung von nur einem Kern ist extrem hoch. So messen wir eine fast doppelt so hohe Leistungsaufnahme im Vergleich zur Belastung des Core i5 661 mit nur einem Kern und dies trotz gleichem Takt! Die 32-nm-Fertigung verschafft dem Core i5 zwar Vorteile, wie wir bereits nachgewiesen haben, jedoch sind damit die riesigen Unterschiede bei Auslastung von nur wenigen Kernen nicht erklärbar. Bei absoluter Volllast sind die Differenzen hingegen so wie wir sie erwartet hätten. Ein Grund dürfte sicherlich im sehr potenten TurboMode und der damit verbundenen Spannungserhöhungen liegen, doch alleine ist dieser – wie wir später noch sehen werden – für den hohen Verbrauch bei Nutzung weniger Kerne nicht verantwortlich. Vielmehr scheint es so zu sein, dass ein Kern unseres Testmusters einen deutlich höheren Verbrauch als die drei restlichen Kerne hat. Starten wir Core2MaxPerf statt auf dem ersten auf dem letzten Kern, so verbraucht die CPU satte 15 Watt weniger, wenn nur ein Kern ausgelastet wird. Möglicherweise haben wir einfach nur ein sehr schlechtes Exemplar erwischt, möglicherweise gibt es aber auch größere Güte-Streuungen als bisher angenommen.

UnCore-Bereich


Leistungsaufnahme Einfluss der Software (UnCore-Bereich, ohne Wandler)
Core i7 870
Core i5 661
LinX (32 Bit)
18,2
14,3
LinX (64 Bit)
17,1
14,1
Prime95 (32 Bit)
16,7
13,6
Prime95 (64 Bit)
16,6
13,6
IntelBurnTest (64 Bit)
15,8
14,3
STALKER CoP
12,7
13,3
Core2MaxPerf
12,7
11,8
Idle
4,8
5,2
Watt


Die Auswertungen für den UnCore-Bereich bestätigen im größten Teil, das zuvor gezeichnete Bild. Durch den integrierten Speichercontroller und den großen L3-Cache, die durch Prime sowie die LinPack-Tests LinX und IntelBurnTest stärker als von Core2MaxPerf beansprucht werden, liegt hier erneut LinX in der 32-Bit-Version an der Spitze. Allerdings sind insbesondere beim Core i5 661 die Unterschiede eher gering, was am kleineren L3-Cache, der separaten Unterbringung des Speichercontrollers im GPU-Die und dem Verhältnis zwischen Speicherbandbreite und Rechenleistung liegt.

Geht man von einer Wandler-Effizienz ähnlich jener des X58 Pro-E von MSI, das auf die gleichen Wandler setzt, aus – also rund 89 Prozent unter Volllast – so erhält man für den Core-Bereich des Core i7 870 eine "reale" Leistungsaufnahme von 85,5 Watt. Zusammen mit den 18,2 Watt für den UnCore verbraucht unser Exemplar dieser CPU somit maximal 103,7 Watt und somit mehr als es die Thermal Design Power (TDP) mit 95 Watt eigentlich erlaubt.

Zum einen könnte dies bedeuten, dass MSI hier ein wenig trickst um den TurboMode auch unter extremer Last noch nutzen zu können, denn eigentlich müsste die Power Control Unit des Core i7 870 die Taktraten bei den vorliegenden Verbrauchswerten reduzieren. Zum anderen könnte es aber auch darauf hindeuten, dass – gerade weil der TurboMode noch voll greift – der Wirkungsgrad der Wandler auf dem H57M-ED65 deutlich niedriger ausfällt.

Belastet man einen Core i5 661 mit LinX, und geht von obiger Effizienz aus, so verbraucht der Core-Bereich gerade einmal 33,8 Watt. Summa summarum benötigt unser Exemplar des Core i5 661 somit – unter den gemachten Annahmen – 48,1 Watt unter Volllast. Ein exzellentes Ergebnis, welches fernab der TDP von 83 Watt liegt.