NVIDIA GeForce GTS 450 im Test - NVIDIA präsentiert den leisen "Sniper"

Grafikkarten | HT4U.net | Seite 35

Gesamtwertung und Fazit



Unsere nachfolgende Gesamtwertung bezieht sich ausschließlich auf den aktuellen Status Quo und das aktuelle Testfeld und spiegelt in der Zusammenfassung unsere Erfahrungen im Test wieder. Man gelangt mittels Klick auf die einzelne Wertungskategorie sofort in das entsprechende Testkapitel.

Testwertung NVIDIA GeForce GTS 450 Referenz Gigabyte GeForce GTS 450 OC MSI N450GTS Cyclone OC
Performance (Leistungsklasse) o o +
Lieferumfang entfällt o o
Kühlleistung o + / o ++
Lautstärke Idle ++ + / ++ ++
Lautstärke Last ++ + / ++ ++
Leistungsaufnahme Idle ++ + ++
Leistungsaufnahme Last o o o
Übertakten ++ + +
Unverbindliche Preisempfehlung 129 Euro (-) ? 129 Euro (-)
Mögliche Bewertungsmerkmale: -- / – / o / + / ++


NVIDIA GeForce GTS 450 (Referenz)

NVIDIA schickt nun endgültig die GeForce GTS 250 in Rente. Das hat sich die Grafikkarte sich auch verdient, basiert sie doch auf dem schon über zwei Jahre alten GeForce-9800-GTX+-Chip. Die GeForce GTS 450 stellt im Produktportfolio des Herstellers den unmittelbaren Nachfolger dar. Im Hinblick auf die 3D-Leistung, ziehen wir unseren Leistungsindex zu Rate, der einen Mittelwert über unseren Testparcours bildet, stellt dies einen würdigen Nachfolger dar. Immerhin übertrumpft man die betagte GTS 250 unter zugeschalteten Filtern im Mittel um 23 Prozent.

Doch bleiben wir noch bei der 3D-Performance, denn der Vergleich zum Mitbewerb ist noch nicht gezogen. Danach sollte sich die GeForce GTS 450 mehr oder minder exakt zwischen einer Radeon HD 5770 und einer Radeon HD 5750 platzieren. Das ist nach unseren Zahlen nicht der Fall. Im Durchschnitt bewegt man sich knapp unter einer Radeon HD 5750 mit 1024 MByte Hauptspeicher. Das Bild verbessert sich ein wenig, wenn man die hohen Auflösungen von 1920 x 1200 Pixeln außer Acht lässt, für welche sich die Leistungsklasse in aller Regel weniger anbietet. Erst die übertakteten Modelle von Gigabyte und insbesondere MSI mit der hohen Speicherübertaktung führen zum gewünschten Erfolg. Dabei schafft es die MSI-Karte bei diesen Taktraten dann beispielsweise auch sich mit einer GeForce GTX 260 zu balgen.

Auf der Haben-Seite muss man der neuen GeForce GTS 450 zu gute halten, dass NVIDIA ein Kühlkonstrukt konzipiert hat, welches in allen Lebenslagen flüsterleise kühlt und dennoch neue Bestmarken bei der Leistungsaufnahme sowohl im lastfreien Betrieb als auch bei der Wiedergabe von Blu-ray-Discs setzt. Das hätte man einem abgespeckten Fermi ursprünglich so nicht zugetraut. Die Leistungsaufnahme unter Last erscheint uns für die gebotene Performance im direkten Vergleich zur Konkurrenz dann allerdings zu hoch.

Bild: NVIDIA GeForce GTS 450 im Test – NVIDIA präsentiert den leisen "Sniper"

Der offizielle Einführungspreis der GeForce GTS 450 lautet auf 129 US-Dollar. Genau diese Zahl in Euro nannte uns NVIDIA auch für den deutschen Markt. Man wies aber darauf hin, dass es hinsichtlich der vielen Eigenkreationen Grafikkarten geben wird, welche den Preis überschreiten oder eben unterbieten würden. Hier muss man noch ein paar Tage abwarten. Sollte die UVP allerdings dann auch dem Marktpreis entsprechen, würde man sich bereits über den Startpreisen einer Radeon HD 5770 bewegen. Die günstigsten Modelle starten hier bereits ab 113 Euro (letzte Woche noch bei 125 Euro!). Eine HIS Radeon HD 5750 iCooler IV ist unterdessen schon auf einen Preis von unter 100 Euro gerutscht. Auch hier lag der Preis vergangene Woche noch bei 110 Euro, so dass man unterstellen darf, dass AMD bereits auf die heutige Vorstellung der GTS 450 reagiert hat. Die Preisschlacht ist also erst am Anfang und die genannte UVP seitens NVIDIA eher schwierig zu erzielen.

Natürlich bleiben NVIDIA im Bereich Cuda und PhysX abermals Pluspunkte, auf der anderen Seite darf man auf der ATI-Haben-Seite der HD-5700-Modelle Eyefinity nennen.

Gigabyte GeForce GTS 450 OC


Gigabyte hat in unserer Bewertungstabelle teilweise zwei Bewertungen erhalten, was schlicht auf die beiden Betriebszustände der Lüfter zurückzuführen ist. Die erste Bewertung steht dabei für die Werkseinstellung im Zwei-Lüfter-Betrieb, die zweite Bewertung für die Einstellung im Smart-Fan-Betrieb (Single-Lüfter, abwechselnd). Obgleich diese GTS 450 OC im Dual-Fan-Betrieb nun nicht wirklich laut ist, empfehlen wir Silent-Fans den Jumper zu setzen, da man es so schafft, die Lautstärke unter 15 dB(A) zu senken.

Diese Besonderheiten in der Lüftersteuerung dürften wohl auch mit der Hauptgrund dafür sein, dass Gigabyte ein eigenes Board-Layout wählte. Dadurch, aber auch durch die werkseitige Übertaktung agierte der Testkandidat mit leicht höheren Messwerten bei der Leistungsaufnahme.

MSI N450GTS Cyclone OC


Im Segment "Mut zur Übertaktung" gewinnt MSI heute gewiss die Krone. Nicht nur, dass man den GPU-Takt auf 850 MHz angehoben hat, man hat auch den Speichertakt auf 1000 MHz angehoben – dem maximalen Takt der Chipspezifikation. Der daraus resultierende Erfolg ist, dass sich die MSI-Grafikkarte von Hause aus in der Performance in etwa mit einer GeForce GTX 260 messen darf und sich zwischen einer Radeon HD 5750 und einer Radeon HD 5770 bewegt. Wie bei den anderen GTS-450-Vertretern blieb bei der GPU-Übertaktung aber noch immer Spielraum nach oben.

MSI hat sein Board wieder einmal mit einem Cyclone-Kühler gepaart, welcher bereits bei der GTX-460-Umsetzung im lastfreien Betrieb mit besten Werten glänzen konnte. Heute setzt MSI noch einmal einen drauf und senkt das Betriebsgeräusch auf fast 12 dB(A) – und das auch unter Spiele-Last. Selbst unter simulierter Vollast überschreitet man nur knapp einen Wert von 15 dB(A). Besser geht es kaum.

Natürlich steigt durch die Übertaktung auch die Leistungsaufnahme. Was den Preis anbelangt, so bestätigte uns MSI am vergangenen Freitag die unverbindliche Preisempfehlung von 129 Euro. Damit gilt auch hier das gleiche Fazit wie für die GeForce-GTS-450-Karten im Allgemeinen: zu teuer!

Wir werden im Laufe der Woche sehen, wohin die Preisschlacht zwischen AMD und NVIDIA führt.


[pg & ls], 13. September 2010

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