NVIDIA GeForce GTX 460 - Der Jäger stellt sich vor

Grafikkarten | HT4U.net | Seite 35

Gesamtwertung und Fazit



Unsere nachfolgende Gesamtwertung bezieht sich ausschließlich auf den aktuellen Status Quo und das aktuelle Testfeld und spiegelt in der Zusammenfassung unsere Erfahrungen im Test wieder. Man gelangt mittels Klick auf die einzelne Wertungskategorie sofort in das entsprechende Testkapitel.

Testwertung Gainward GeForce GTX 460 Golden Sample 10204 MByte Gainward GeForce GTX 460 [neue Firmware] MSI N460GTX Cyclone 768 MByte
Performance + + +
Lieferumfang o o o
Kühlleistung o o +
Lautstärke Idle o o ++
Lautstärke Last -- o o
Leistungsaufnahme Idle ++ ++ ++
Leistungsaufnahme Last o o +
Übertakten + + +
Preis + + +
Mögliche Bewertungsmerkmale: -- / – / o / + / ++


Fazit

Ende Februar 2010 präsentierte AMD die von den Fans heiß erwartete ATI Radeon HD 5830 und versagte. AMD zeigte durch seine Resteverwertung das bislang schlechteste Produkt seiner höchst erfolgreichen Radeon-HD-5000-Familie. Halbherzig umgesetzt, zu teuer und nicht wirklich überzeugend in der Lage die Lücke zwischen HD 5770 und HD 5850 zu schließen. Festhalten darf man aber, dass AMD damit die Vorlage für die heutige NVIDIA-Präsentation lieferte, mit dem Unterschied, dass NVIDIA mit der GeForce GTX 460 wirklich einen eigenen Chip kreierte.

NVIDIA misst sich damit nur allzugern mit der Radeon HD 5830 als direkten Kontrahenten. Aber an der Stelle muss man auch erkennen, dass NVIDIA offenbar mit diesem GF104-Chip alles richtig macht. Man hätte nach der GTX-400-Vorstellung daran zweifeln dürfen, dass dies noch einmal gelingt, doch heute zeigt NVIDIA seinen Fermi-Chip so wie er sein sollte und wie er am besten zu funktionieren scheint.

Die GTX-460-Umsetzung zeigt sich nicht nur mit beeindruckender Leistung, sondern setzt sogar Bestmarken im Bereich Leistungsaufnahme Idle. Weiterhin zeigen sich die Grafikkarten höchst überzeugend auf diesem Segment unter Spielen und kratzen damit an AMDs Domäne.

Bild: NVIDIA GeForce GTX 460 – Der Jäger stellt sich vor

In der Fertigung scheint dieses Konstrukt auch für die Partner höchst attraktiv zu sein. Es scheint festzustehen, was Gerüchte meinten: Die GTX-460-Grafikkarten könnten NVIDIAs Cash-Cow werden.

Hinsichtlich Resteverwertung – wir sprachen AMD HD 5830 an – kennen wir das nach der kurzen Vorstellung der NVIDIA-GTX-400-Familie auch. Die GTX 465 muss hier ganz klar genannt werden. Der aus GTX 470 zurecht gestutzte Chip ist nichts anderes und spätestens heute mit der Vorstellung der GTX 460 hat dieser Chip schlicht ausgedient. NVIDIA meint zwar, dass es aus dem OEM-Bereich eben Anfragen gäbe, weshalb der Chip weiter eine Bedeutung habe, doch gleichzeitig senkt man die Preise, damit dieses Konstrukt überhaupt noch eine Daseinsberechtigung hat.

  • GTX 480 $499
  • GTX 470 $329
  • GTX 465 $249
  • GTX 460 1GB $229
  • GTX 460 768MB $199


Selbst das gelingt aus unserer Sicht nicht wirklich. Die GeForce GTX 465 wird über kurz oder lang vom Markt verschwinden und das zurecht. Im Mittel unserer Benchmarks schlägt sich eine NVIDIA GeForce GTX 460 mit 768 MByte Hauptspeicher lediglich etwa fünf Prozent langsamer, die GTX 460 mit 1024 MB Hauptspeicher ist dabei auf höchste Detailstufen etwa vier Prozent schneller.

Im allgemeinen Performance-Vergleich gelingt es nun aber wirklich die Preis- und Performance-Lücke zu schließen – da wo AMD einst versagte. In hohen Qualitätseinstellungen (4xAA, 16xAF) ist eine Radeon HD 5770 etwa 16 Prozent langsamer als eine NVIDIA GeForce GTX 460 768 MB und 23 Prozent langsamer als die Variante mit 1024 MByte. Die Radeon HD 5830 ist in den gleichen Einstellungen vier bzw. 12 Prozent langsamer als die passenden GTX-460-Modelle mit Referenztaktraten. Die Radeon HD 5850 kann sich mit einem Vorsprung von 14 und 22 Prozent von den heutigen GTX-460-Vertreter absetzen. NVIDIA stößt also wirklich in die Lücke.

Damit können wir aus Sicht des Preis-/Leistungsverhaltens den NVIDIA-GeForce-GTX-460-Modellen eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen!

Unsere beiden heutigen Testkandidaten in Form der Gainward GTX 460 Golden Sample 1024 MB und MSI N460GTX Cyclone 768 MByte zeigen im Ansatz, was der Anwender im Markt erwarten darf. Die Bewertung eingangs dieser beiden Modelle an sich sprechen durchaus für sich. Gainwards Umsetzung im Eigendesign überzeugt an manchen Stellen nicht – allem voran in der Lautstärke. Das Design versagt bei diesen Settings der Lüftersteuerung komplett.

Betrachten wir die vorab gezeigten Umsetzungen der Boardpartner, muss man fürchten, dass sich dies auf sehr viele dieser Grafikkarten umlegen lässt. Hier muss man schlicht hoffen, dass die Kühlerdesigns und die Firmware-Versionen zur der Lüftersteuerung besser werden.

MSIs N460GTX Cyclone mit 768 MByte Hauptspeicher konnte uns unterdessen heute begeistern, wenngleich auch hier noch Optimierungsmöglichkeiten bei der Lautstärke unter Last bestehen. Darüber hinaus glänzt das gezeigte Produkt durch die Bank und ist wirklich eine heiße Empfehlung wert für all jene, welche zu diesem Preis kaufen möchten und das passende Produkt suchen.

Bild: NVIDIA GeForce GTX 460 – Der Jäger stellt sich vor

Update 20.07.2010:


Unmittelbar nach der Vorstellung der Gainward GTX-460-Varianten wurden Stimmen zu unterschiedlichen Lautstärkeangaben laut. Näheres zu den Hintergründen findet sich hier. Gainward hat inzwischen für die verschiedenen Modelle neue Firmware-Versionen bereit gestellt und wir haben natürlich die passende Firmware auf unser Testmuster aufgespielt. Dadurch hat sich das Lüfterdrehzahlverhalten des Ventilators geändert, was natürlich Auswirkungen auf Lautstärke, Temperaturen und Leistungsaufnhame mit sich bringt.

Während die neue Firmware insbesondere dem Lautstärkeverhalten der Gainward GeForce GTX 460 GS 1024 MB unter den Lastzuständen zu Gute kam, änderte sich an der Geräuschkulisse im Lastfreien Betrieb wenig. Das Produkt ist dabei weder ein Leisetreter, noch ein Radaubruder. Unter Spielelast ist die Lautstärke nun durchaus als akzeptabel zu bezeichnen. Die geringeren Lüfterdrehzhalen zeigen dann ein höheres Temperaturverhalten, was allerdings bei den gezeigten GPU-Temperaturen weiterhin unbedenklich ist. Allenfalls die Wandlertemperaturen nähern sich nun Werten knapp unter 100 °C.

[pg & ls], 12. Juli 2010

Diesen Artikel im Forum diskutieren.



 

Inhalt dieses Testberichtes