NVIDIA GeForce GTX 580: Runderneuerung ermöglicht Fermi im Vollausbau

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Fazit



In der Einleitung hatten wir einiges an Geschehnissen im Hinblick auf NVIDIAs frühere Situation aufgefrischt. Ebenfalls haben wir die Frage aufgeworfen, dass diese neuen Namensgebung uns etwas "überhöht" erscheint, in Anbetracht des Umstandes, dass wir es beim neuen GF110-Chip eigentlich nur mit einem überarbeiteten Fermi im Vollausbau zu tun haben. NVIDIA entgegnete uns allerdings, dass etwas mehr dahinter stecke und die nun anlaufende, neue Produktpalette erst folgen würde. Es würden schlicht die Nummern für diese Produkte ausgehen. Weiterhin sei der GF100 mit all seinen Details und Problemen einfach später gekommen als geplant, die Roadmap stand aber dennoch fest. Wäre Fermi aka GF100 eben wie geplant schon im Herbst letzten Jahres erschienen, hätte sich die aktuelle Frage nach der Produktbezeichnung vielleicht nur nebensächlich aufgetan.

NVIDIAs neuer GF110-Chip erblickt heute das Licht der Welt und wieder startet der Hersteller mit dem Top-Leistungs-Produkt der neuen Serie. Zuletzt – im April – bescherte das keine gute Presse und auch die Quartalsergebnisse zeigten sich folgend nicht so wie gewünscht.

Doch im Unterschied zur GTX 480 macht NVIDIA mit der Runderneuerung doch einiges deutlich besser. Wir kommen nicht umhin, als einer der Haupt-Kritik-Geber zur GTX 480, hier nun ein deutlich besseres Produkt zu erkennen. Zwar ist die Fertigung identisch, dafür besteht der Chip aber aus mehr Rechenwerken und arbeitet mit einem höheren Takt.

NVIDIA versprach, dass man neben Feinheiten bei der Chip-Fertigung zusätzlich noch Änderungen bei der Kühlung umgesetzt habe. Mit der GTX 480 gelang es dem Hersteller die aktuell schnellste Single-GPU am Markt zu präsentieren. Die Schelte im Bereich Leistungsaufnahme und Lautstärke war allerdings immens. Mit der GTX 580 gelang es NVIDIA nun die 3D-Leistung noch einmal zu optimieren. Im Mittel zeigt man sich in unserem Testfeld um 14 Prozent schneller als die bisherige GeForce GTX 480 und um 24 Prozent schneller als eine Radeon HD 5870. Das ist schon eine gesetzte Hausnummer, doch überhaupt nicht die Spielwiese, welche NVIDIA gerne hätte.

Bild: NVIDIA GeForce GTX 580: Runderneuerung ermöglicht Fermi im Vollausbau

Abermals führt NVIDIA ins Feld, dass man zukunftsweisend arbeitete – hier mit Blick auf all die Optionen neuer DirectX-11-Titel. In diesem Vergleich degradiert man erneut den Kontrahenten. Im schlechtesten Fall agiert man in rein dieser Betrachtung zwischen deutlich mehr als 20 Prozent und deutlich mehr als 60 Prozent vor der schnellsten AMD-DirectX-11-GPU. Das dürfte den Mitbewerber AMD durchaus ärgern, der gerne am 22. November mit seinen Cayman-GPUs (Radeon HD 6970) zurückschlagen möchte, es aber schon mehr oder minder verpasste mit seinem Barts-Workaround hier neue Akzente zu setzen.

Zurück zur NVIDIA GeForce GTX 580. NVIDIA schaffte es wie versprochen die Leistung zu steigern, man schaffte es ebenfalls die Leistungsaufnahme im Vergleich zur GTX 480 zu optimieren und zusätzlich versprach man eine bessere Geräuschkulisse. Mehr oder minder ist alles das in unseren Resultaten auch zu beobachten. Ob man dann aber eben die Idle-Leistungsaufnahme von 31 Watt für gut hält sei dahin gestellt. Für einen "reinrassigen Sportwagen" mit dieser Leistung, mag das für ambitionierte Fahrer noch akzeptabel sein. Bei der Geräuschkulisse im lastfreien Betrieb können wir bei Werten von unter 18 dB(A) ebenfalls sehr gut Ergebnisse attestieren.

Entfernen wir uns vom Idle-Modus, zeigt diese High-End-Karte aber auch alles, was man eben nicht sehen möchte. Es sollte auf der Hand liegen, dass der Verbrauch ins Abseits rückt. Die Geräuschkulissen mag dann auch noch auf dem dB(A)-Level eines Sportwagens liegen – bei Elektronik-Produkten gibt es aber leider keinen 8-Zylinder-Sound. Es macht keinen Spaß sich das anzuhören.

Zur Verfügbarkeit der GeForce GTX 580 gab es im Vorfeld Gerüchte zu einem Paperlaunch. Dem widerspricht NVIDIA energisch. Man gibt zu, dass man die Partner sehr spät informiert habe – dies allerdings mit Absicht, weil man dafür Sorge tragen wollte, dass die Planungen so lange wie möglich gegenüber der Öffentlichkeit geheim bleiben. Genaue Stückzahlen wollte NVIDIA auch nicht nennen, spricht aber davon, dass es heute zum Start tausende Karten für Europa geben wird und bereits kommende Woche die nächste Lieferung mit abermals tausenden Karten folge.

Der Preis ist nun auch wieder auf einem Niveau, welcher NVIDIA gefallen dürfte. 499 US-Dollar oder für Europa 479 Euro hat man ausgerufen. Eine GTX 480 auf einem Preislevel von aktuell knapp 340 Euro scheint für Enthusiasten plötzlich attraktiv. Aber eben jenes Modell ist im Abverkauf und AMD hat – abgesehen von der Dual-GPU-Karte Radeon HD 5970 – nicht wirklich etwas entgegenzusetzen. Ob die kommende HD 6970 das richten wird, bleibt eine spannende Frage.

[pg & ls], 09. November 2010

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