XMas-Upgrade: AMD A8-3870K Black Edition im Test

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Fazit


Da ist sie nun, AMDs erste "Black Edition" für die A-Serie auf Basis der Llano-APUs, welche AMD in Anlehnung an Intels Übertakter-CPUs mit dem Kürzel "K" im Namen versieht. Dem A8-3870K spendiert AMD aber nicht nur freie Multiplikatoren für den Takt von Prozessorkernen und Grafikeinheit, sondern dreht im Vergleich zu den bisherigen Modellen auch noch ein wenig an der Taktschraube. So bietet der A8-3870K als schnellster Llano-Ableger nun immerhin 3 GHz von Haus aus. Und obendrein kostet er nicht einmal mehr als das bisherige Spitzenmodell, der A8-3850. Ein rundum gelungenes Paket also?

Bild: XMas-Upgrade: AMD A8-3870K Black Edition im Test

Jein heißt hierauf die klare Antwort. Auf der Featureseite kann der A8-3870K voll überzeugen, doch auch ihm machen die Probleme der Llano-APUs zu schaffen. Da ist zum einen die Leistung der Prozessorkerne, die im Vergleich zu der ähnlich teuren Konkurrenz schlicht zu niedrig ist und zum anderen der Energieverbrauch unter CPU-Volllast. Obwohl die Llano-APUs nun schon seit einem halben Jahr auf dem Markt sind, hat AMD diese Schwäche bisher offenbar nicht ausgleichen können. Oder sollten man besser wollen sagen? Immerhin zeigt auf der A8-3870K einmal wieder, dass sich mit Undervolting extrem viel herausholen lässt.

Auf der Habenseite steht hingegen natürlich die sehr potente integrierte Grafikeinheit, welche ideal für "Casual Games" ist und für Spieler, die bei den neusten 3D-Spielen auch mit weniger Details zufrieden sind. Wem die Leistung nicht ganz ausreicht, der kann beim A8-3870K natürlich dank der freien Multiplikatoren recht einfach nachhelfen. Ohne großen Aufwand konnten wir so die Leistung der iGPU um satte 24 Prozent steigern. Ähnliches gilt natürlich auch für die Prozessorkerne, doch stehen hier die zusätzlichen Kosten (Energieverbrauch) nicht im Verhältnis zur zusätzlichen Leistung.

Bleibt somit schlussendlich die Frage zu klären, für wen der A8-3870K interessant sein könnte. Sicherlich dürften Fans der Llano-Serie am neuen Flaggschiff schnell Gefallen finden. Auch uns gefällt er besser als der A8-3850, bietet er zum gleichen Preis doch mehr Leistung und mehr Features. Ob letzteres jedoch für die Zielgruppe (Office-PCs, HTPCs, Casual Gamers) wirklich ausschlaggebend sind, wagen wir allerdings zu bezweifeln, denn diese Gruppe nutzt normalerweise eher die Standardeinstellungen und verzichtet auf das Übertakten.

[fo], 24. Dezember 2011