AMD FX-8150 - Bulldozer im ausführlichen Test

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Die integrierte Northbridge


Unter dem Begriff der "integrierten Northbridge" fasst AMD den L3-Cache, den Speichercontroller und die Hypertransport-Interfaces zusammen. Bei allen drei Komponenten hat AMD im Vergleich zur Vorgängergeneration Hand angelegt um mehr Performance herauszuholen. Je nach Modell variiert die Taktfrequenz der integrierten Northbridge, die rund 1,2 Milliarden Transistoren besitzt, zwischen 2 GHz und 2,2 GHz (siehe Modellübersicht).

Bild: AMD FX-8150 – Bulldozer im ausführlichen Test
Northbridge-Takt


So fasst der von allen Modulen gemeinsam genutzte L3-Cache nun 8 MByte statt 6 MByte, wie es bei den Phenom-II-Prozessoren der Fall ist. Der L3-Cache ist eine Art "Victim"-Cache wie uns AMD verriet. Dies bedeutet, dass im L3-Cache all die Daten gepuffert werden, die aus den L2-Caches entfernt werden. Die Bandbreite des L3-Caches liegt dabei bei lesenden Zugriffen bei 256 GByte/s (bei 2 GHz) bzw. 281 GByte/s. Bei schreibenden Zugriffen liegt die Bandbreite bei der Hälfte. Während diese Bandbreite an sich ausreichend dimensioniert ist, könnte die "System Request Queue", welche zwischen den Modulen und dem L3-Cache liegt zu einem Flaschenhals werden. Leider nennt AMD hierzu keine Daten.

Auch der Speichercontroller wurde aufgebohrt. So unterstützt ersterer nun DDR3-1866-Speicher und seine beiden Speicherkanäle umfassen nun 72 statt wie bisher 64 Bit. Die überzähligen 8 Bit verwendet AMD zur Fehlererkennung und Korrektur. DDR3-1866-Speicher wird allerdings nur dann offiziell unterstützt, wenn nur ein Speichermodul pro Kanal zum Einsatz kommt. Bei Vollbestückung spezifiziert AMD hingegen lediglich DDR3-1600. Mit einem Dual-Channel-Kit bestehend aus vier zwei GByte großen DDR3-1866-Modulen von G.Skill aus der Ripjaws-Familie (F3-14900CL9Q-8GBXL, Timings von 9-9-9-24) konnten wir auch problemlos vier DDR3-1866-Module einsetzen und dies sogar bei 1,5 Volt. Allerdings bringt der Einsatz von 8 GByte Arbeitsspeicher leistungsmäßig nur in ganz seltenen Fällen einen Vorteil. Man kann also beruhigt auch zu lediglich 4 GByte Speicher greifen, Leistung verschenkt man dadurch nicht.

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AMD Bulldozer: Intergrierte Northbridge


Der Hypertransport-Takt wurde ebenfalls angehoben und liegt im Desktop-Segment nun bei 2,6 GHz womit die Bandbreite auf 20,8 GByte/s steigt. Spürbare Vorteile sollte man sich jedoch weder vom gesteigerten Speichertakt noch vom Hypertransport-Takt erhoffen. Unsere Messungen ergaben keine Unterschiede zwischen einem Takt von 2,0 und 2,6 GHz für den Hypertransport.

 

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