AMD FX-8150 - Bulldozer im ausführlichen Test

Prozessoren | HT4U.net | Seite 20

Erfahrungen


In der Praxis zeigt sich AMDs neuer Turbo-Modus jedoch häufiger mal von seiner unsichtbaren Seite. Insbesondere wenn Anwendungen viele Floating-Point-Berechnungen durchführen, haben wir häufig festgestellt, dass der Turbo-Modus gar nicht ausgenützt wird oder nicht sein Limit ausschöpft. Dies ist z. B im Cinebench der Fall, beim x264-Encoder oder Pov-Ray um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Grund hierfür ist, dass solche Anwendungen deutlich mehr Energie verbrauchen. AMD rechnet hierbei mit einem Mehrverbrauch von etwa 30 Prozent gegenüber Anwendungen, die bevorzugt Integer-Operationen durchführen. Dies ist im Übrigen auch mit ein Grund, warum der Floating-Point-Cluster von beiden Threads in einem Modul gemeinsam genutzt wird.

Bild: AMD FX-8150 – Bulldozer im ausführlichen Test
Im Cinebench 11.5 wird der Turbo nur selten zugeschaltet, da die Floating-Point-Cluster zu viel Energie verbrauchen


Nicht geändert hat AMD die Umsetzung des Turbo-Modus. Wie bisher wird für die höheren Taktfrequenzen schlicht die Versorgungsspannung angehoben. Bei unserem AMD FX-8150 konnten wir feststellen, dass AMD nicht gerade zimperlich ist, wenn es darum geht die Versorgungsspannung anzuheben. So lagen ohne Turbo 1,26 Volt an den Rechenkernen an, bei Auslastung mit allen Threads und zugeschaltetem Turbo (All-Thread-Turbo) waren es schon 1,35 Volt für einen Frequenzvorteil von 300 MHz. Wird der maximale Turbo verwendet sind es gar 1,37 Volt. In Sachen Energieeffizienz wird der neue Turbo-Modus also sicherlich keine Siege einfahren.

TaktfrequenzSpannung
kein Turbo3,6 GHz1,26 Volt
All-Thread-Turbo3,9 GHz [+300 MHz = 8 %]1,35 Volt
Half-Thread-Turbo4,2 GHz [+600 MHz = 17 %]1,37 Volt


Leistungseinfluss des Turbo Modus


Interessant ist, was der Turbo-Modus wirklich an zusätzlicher Leistung bringt. Im Mittel über alle in unserem Parcours vertretenen Anwendungen ergibt sich durch den Turbo-Modus ein Vorteil von 9 Prozent, bei Single-Threaded-Anwendungen wie den Audio-Konvertern können es aber auch bis zu 15 Prozent sein. Alles in allem dürfte sich damit der Einsatz des Turbo-Modus im Desktop-Segment lohnen.

Keinen Einfluss auf die Leistung hat bei Single-Threaded-Anwendungen im Übrigen das "Herumhüpfen" des Threads von einem Kern zum nächsten. Dies kann man daran erkennen, dass ein manuelles Festpinnen des Thread auf einen Kern in Sachen Leistung nichts bringt.

Performance-Index
Alle Tests
AMD FX-8150
[3,6 GHz, Turbo, DDR3-1866]
100
AMD FX-8150
[3,6 GHz, DDR3-1866]
92
Prozent
Benchmark-Übersicht ein-/ausblenden


Auswahl der Produkte

Produkt 1:
Produkt 2:



 

Inhalt dieses Testberichtes