AMD A6-3650 im Test - Die bessere Llano-APU?

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Das Testsample: AMD A6-3650


Wenden wir uns nun unserem heutigen Testexemplar, dem AMD A6-3650 selbst, zu. Im Folgenden wollen wir dieses Muster vorstellen und auf dessen Taktraten, Versorgungsspannungen und Temperaturen eingehen. Sämtliche Daten haben wir dabei auf dem Mainboard ASUS F1A75-V Pro ermittelt.

Takt & Spannungen


Wie üblich für einen Llano taktet auch der A6-3650 im Idle dank Cool'n'Quiet auf 800 MHz herunter. Zugleich wird auch die Versorgungsspannung auf bis zu 0,47 Volt abgesenkt. Unter Last klettert diese dann jedoch auf gemessene 1,40 Volt. Die VID – also die von AMD vorgesehene Spannung – liegt sogar bei 1,4125 Volt. Damit gleicht dieses Modell in Sachen Spannungen dem A8-3850. Unter Last wird dann auch die maximale Taktfrequenz von 2,6 GHz erreicht, die stets anliegt, denn einen TurboMode besitzt der A6-3650 nicht.

Bild: AMD A6-3650 im Test – Die bessere Llano-APU?

Die iGPU senkt ihre Taktfrequenz im Idle von 433 MHz auf 282 MHz ab, ohne dabei jedoch ihre Versorgungsspannung zu reduzieren. Diese wird wie der Speichercontroller stets mit 1,14 bis 1,15 Volt (VID = 1,1375 Volt) versorgt.

AMD A6-3650AMD A8-3850
IdleKerne + L2-Cache0,47 Volt0,47 Volt
GPU + IMC + PCIe1,14 Volt1,14 Volt
LastKerne + L2-Cache1,40 Volt (VID = 1,4125)1,40 Volt (VID = 1,4125)
GPU + IMC + PCIe1,15 Volt (VID = 1,1375)1,15 Volt (VID = 1,1375)
real anliegende VCore und die zugehörige VID


Temperaturen


Wie bereits beim A8-3850 stießen wir auch beim A6-3650 auf das altbekannte Problem beim Auslesen der Temperatursensoren für die Kerntemperaturen. Wie schon bei der Athlon-II- und Phenom-II-Generation lesen die gängigen Programme keine realistischen Werte aus. So liegen beispielsweise die Temperaturen im Idle bei angeblichen 2°C – satte 18 °C unter Zimmertemperatur. Absolut unmöglich. Ein bisschen Hoffnung besteht allerdings noch, dass es aktuell ein Problem der Software ist und nicht der Hardware, doch die Vergangenheit macht hier leider nur wenig Hoffnung.

Unter Last wurden dann knapp 50 °C gemeldet. Auf dem äußersten Rand des Heatspreaders haben wir jedoch schon rund 40 °C gemessen, so dass die 50 °C als Kerntemperaturen zu niedrig erscheinen. In Realität dürften die Kerntemperaturen wohl bei 60 °C bis 70 °C gelegen haben, was nicht gerade wenig ist. Aber auch hier ist noch keine endgültige Einschätzung möglich, denn AMD will – oder kann – uns dieses Problem nicht erklären.

Bild: AMD A6-3650 im Test – Die bessere Llano-APU?
Bild: AMD A6-3650 im Test – Die bessere Llano-APU?
Links: Idle-Temperatur von 2 °C, Rechts: Last-Temperatur von 49 °C


Somit muss man festhalten, dass man den Temperatursensoren keinesfalls trauen sollte und einen Sicherheitszuschlag von 10 bis 20 °C einbeziehen oder zusätzliche Messfühler zu Rate ziehen sollte. Ein solcher deutete am Rand des Heatspreaders unter Last eine Temperatur von knapp 50 °C an, so dass damit zu rechnen ist, dass die Kerntemperaturen bei 60 bis 70 °C liegen.