AMD A6-3650 im Test - Die bessere Llano-APU?

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Betrieb abseits des Specs


Übertakten


Wie schon beim A8-3850 liegt auch beim A6-3650 die Betriebsspannung unter Last bei sehr hohen 1,40 Volt. Dies ist zwar in Sachen Energieverbrauch wenig förderlich, kann jedoch zu guten Übertaktungsergebnissen bei Verwendung der Standardspannung führen. Was dabei mit dem AMD A6-3650 möglich ist, wollen wir auf dieser Seite herausfinden.

Die Versorgungsspannung haben wir dabei auf dem Standardwert belassen – also 1,40 Volt. Auf eine Steigerung der Versorgungsspannung haben wir verzichtet, da diese ohnehin schon sehr hoch ist. Darüber hinaus haben wir den A6-3650 nur über eine Steigerung des Referenztaktes übertaktet, denn einen freien Multiplikator besitzt diese Llano-APU nicht.

In einem ersten Durchgang wollten wir den Referenztakt der Llano-APU anheben, wobei nicht die integrierte Grafikeinheit sondern eine PCI-Express-Grafikkarte zum Einsatz kam. Wie sich jedoch sehr schnell herausstellte, ist diese Konfiguration überhaupt nicht zum Übertakten geeignet, denn den Referenztakt konnten wir nicht einmal um 3 MHz stabil steigern – die diskrete Grafikkarte stieg bei höheren Taktfrequenzen sofort aus, was nahe legt dass zusammen mit dem Referenztakt auch der PCI-Express-Takt erhöht wird, was zu Instabilitäten führt.

In einem nächsten Versuch haben wir den analogen Monitorausgang der integrierten Grafikeinheit verwendet, welcher über den Hudson-Chipsatz bereitgestellt wird. In dieser Konfiguration konnten wir den Referenztakt jedoch – wie schon beim A8-3850 – nicht einmal um 5 MHz steigern. Höhere Taktfrequenzen führten dazu, dass kein Bild mehr ausgegeben wurde. Offenbar entkoppelt AMD auch hier einige Taktsignale nicht vom Referenztakt, so dass diese automatisch mit angehoben werden, wenn der Referenztakt erhöht wird. Für das analoge Display-Interface ist dies dann ebenfalls zu viel.

Bild: AMD A6-3650 im Test – Die bessere Llano-APU?
Max. CPU-Takt bei Verwendung des DP-Ausganges der iGPU


Wie schon beim A8-3850 stellte sich schlussendlich auch beim A6-3650 heraus, dass man zum Übertakten am Besten einen digitalen Ausgang der integrierten Grafikeinheit zur Bildausgabe verwendet. In dieser Konfiguration gelang es uns dann auch den Referenztakt von 100 MHz auf 133 MHz anzuheben (auf dem ASUS F1A75-V Pro) – immerhin sehr beachtliche 33 Prozent. Damit lief der A6-3650 schlussendlich mit 3457 MHz bei 1,40 Volt. Dies ist zwar kein sehr gutes Ergebnis, aber immerhin schon besser als die 3,33 GHz des A8-3850. Die iGPU läuft in diesem Setup dann mit fast 590 MHz gegenüber 443 MHz mit Standard-Einstellungen.

Damit bringt im Falle des A6-3650 auch die Übertaktung einen ordentlichen Leistungsschub, denn da Taktgewinne meist linear einfließen, steigt die Leistung um ein gutes Drittel und überholt damit in Sachen CPU-Leistung des A8-3850 und kann bei der iGPU-Performance zu diesem aufschließen.