AMDs Llano-APU A8-3850 im Test - Gelegenheitsspieler aufgepasst

Prozessoren | HT4U.net | Seite 15

Praxis: Bildqualität der iGPU


Ein wichtiges Kriterium neben der reinen Performance, die wir uns auf der nächsten Seite ansehen werden, ist gerade hierzulande die Bildqualität. Diese gilt dabei sowohl für die Darstellung im 2D-Betrieb als auch bei Spielen. Was letzteres betrifft wollen wir uns an dieser Stelle eher kurz fassen, denn die integrierte Grafikeinheit entspricht wie erwähnt einer Radeon HD 5570. Daher verweisen wie hier auf unsere zahlreichen Artikel zur Bildqualität der Radeon-HD-5000-Serie sowie zu den Veränderungen in den letzten Treiber-Versionen, wie etwa bei der "Artificial Intelligence"-Option (A.I.) oder der Tessellation-Optimierung.


Winkelabhängigkeit des AF


Dennoch soll der anisotrope Filter (AF) hier noch einmal gesondert hervorgehoben werden, und zwar aus dem Grund, dass sich hier aus zweierlei Gründen eine ganze Menge gegenüber den Vorgängergenerationen in Sachen iGPU und auch im Vergleich zur Konkurrenz einiges getan hat. Zum einen – wie von der Radeon-HD-5000-Serie gewohnt – gibt es fast keine Winkelabhängigkeit des anisotropen Filters mehr. Zum anderen bietet – wie wir gleich sehen werden – die iGPU genug Leistung, um eine anisotrope Filterung regelmäßig zu aktivieren. Dies ist bei allen anderen iGPUs eigentlich nicht der Fall und darüber hinaus ist deren Filter stark winkelabhängig wie die nachfolgenden Bilder zeigen.

Intel HD 3000 (Sandy Bridge)AMD 890GX AMD Radeon HD 5550AMD Radeon HD 6550D (Llano)
Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst
Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst
Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst
Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst



Bildfehler auf dem Desktop


Während man also beim anisotropen Filter glänzen kann, gibt es an ganz anderer und unerwarteter Stelle massive Probleme: auf dem Windows-Desktop. Taktet die iGPU herunter, liegen also statt 600 MHz nur noch 282 MHz an, so kommt es zu teilweise massiven Bildfehlern in der Darstellung des Desktops. Diese äußern sich zumeist als weiße Querstriche, die stets vom rechten Bildschirmrand ausgehen, aber auch flimmernde Farbverläufe können beobachtet werden.

Damit man sich einmal einen Eindruck von dem Fehler machen kann, haben wir mit einer Kamera die Bildfehler aufgezeichnet. Per Klick auf das untenstehende Bild kann man sich das Video herunterladen.


Bildfehler auf dem Windows-Desktop: Man achte auf die weißen Querstriche


Ganz besonders schlimm sind diese Bildfehler dabei nach Kalt- oder Neustarts. Je länger das System läuft desto weniger häufig treten sie auf. Dabei ist es vollkommen egal, ob ein BeQuiet, Seasonic oder Enermax-Netzteil, ein ASUS- oder ASRock-Mainboard, DDR3-1333- oder DDR3-1866-Speicher verbaut ist und ob die APU heiß oder kalt ist. Auch die Verwendung des VGA- statt des DVI-Ausganges brachte keine Linderung. Auch der Monitor kann als Fehlerquelle ausgeschlossen werden. Gleiches gilt für das testweise Abschalten der Energiesparmodi wie Cool'n'Quiet oder Power Gating.

Es ist dabei äußert unwahrscheinlich, dass der Fehler an unserem Testmuster liegt, denn auch unsere Partnerseite PC Games Hardware konnte mit ihren Systemen den Fehler beobachten. Es scheint also viel mehr ein Problem der APU selbst oder des Treibers zu sein. Wir haben natürlich AMD das Problem geschildert, doch bis heute blieb ein passender Lösungsansatz aus. Egal was nun die genaue Ursache ist, in beiden Fällen ist dieses Phänomen natürlich absolut untragbar und muss schleunigst behoben werden.

Update 03.07.2011:
Im Zuge weiterer Tests mit einer Preview-Version des Catalyst 11.7 (Versionsnummer 8.871) sind die Bildfehler verschwunden. Das Problem scheint also gelöst zu sein.


 

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