AMDs Llano-APU A8-3850 im Test - Gelegenheitsspieler aufgepasst

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Praxis: Video-Beschleunigung


Neben dem Einsatz als 3D-Beschleuniger ist eine Hauptaufgabe der integrierten Grafikeinheit der Llano-APU die Prozessorkerne bei der Wiedergabe von HD-Videos zu entlasten. Aber auch bei der Umwandlung von einem in ein anderes Format kann sie unterstützend eingreifen. Wie wir im Theorie-Teil dargelegt haben, greift AMD dabei auf die letzte Entwicklungsstufe des Unified Video Decoders (UVD) in der Version 3 zurück. Doch wie schlägt sich die Llano-APU damit in der Praxis? Dazu wollen wir uns zunächst den Bereich der Video-Decodierung ansehen.

Video-Decoding


Um die Hardware-Decoding-Eigenschaften der neuen Beschleuniger untersuchen zu können verwenden wir ArcSofts TotalMedia Theatre und spielen mit dieser Software mehrere Blu-Ray-Videos ab. Gleichzeitig zeichnen wir die Prozessorauslastung und den Energieverbrauch auf, um Vergleiche zu anderen Plattformen bzw. anderen Konfigurationen ziehen zu können.

Video-Decoding
James Bond – Ein Quantum Trost [H.264]
ohne HW-Beschleunigung
23
mit HW-Beschleunigung
[HD 6550D]
10
mit HW-Beschleunigung
[HD 5550]
9
CPU-Last [%]


Video-Decoding
Batman Begins [VC1]
ohne HW-Beschleunigung
19
mit HW-Beschleunigung
[HD 6550D]
9
mit HW-Beschleunigung
[HD 5550]
9
CPU-Last [%]


Video-Decoding
Das geheime Fenster [MPEG2]
ohne HW-Beschleunigung
14
mit HW-Beschleunigung
[HD 5550]
11
mit HW-Beschleunigung
[HD 6550D]
9
CPU-Last [%]


Wie die Ergebnisse zeigen, entlastet die integrierte Grafikeinheit bzw. der UVD der Llano-APUs die Rechenkerne deutlich. Besonders stark fällt dies beim fordernsten Codec, dem H.264 (James Bond), auf. Hier sinkt die Auslastung von 23 Prozent auf gerade einmal 9 Prozent. Auf den Energieverbrauch wirkt sich dies jedoch bestenfalls marginal aus, denn sowohl mit aktiver Hardware-Beschleunigung der iGPU als auch ohne Hardware-Beschleunigung lag der Verbrauch zwischen 60 und 70 Watt. Zum Vergleich: Ein "Sandy Bridge"-System mit Core i7 2600K und integrierte Intel HD-3000 Grafikeinheit verbraucht bei aktiver Hardware-Beschleunigung maximal 58 Watt, ohne Hardware-Beschleunigung sind es 68 Watt. Die unterschiedlichen Plattformen nehmen sich hier also nichts.


Video-Encoding


Neben dem Video-Decoding kann die integrierte Grafikeinheit wie erwähnt auch zum Kodieren von Video-Material eingesetzt werden. Dabei übernehmen Unified Video Decoder und Shader das Dekodieren des Datenstroms.

Um die Eignung der Zacate-APU für dieses Einsatzgebiet zu evaluieren haben wir ein HD-Video im Full-HD-Format in das H.264-Format umgewandelt. Einmal haben wir dabei die Umrechnung mit Hilfe der Prozessorkerne vorgenommen und ein anderes Mal mit Hilfe des integrierten Beschleunigers. Zum Vergleich haben wir das gleiche Video auch noch einmal mit der diskreten Radeon HD 5550 codiert. Als Software kam ArcSofts MediaConverter zum Einsatz.

Video-Encoding
H.264-Encoding [1920x1080]
H.264-Encoding [320x240]
nur Prozessorkerne
58
33
mit iGPU
[Radeon HD 6550D]
66
9
mit Radeon HD 5550
83
9
Sekunden


Die Ergebnisse sind dabei überaus interessant, insbesondere jene zur Full-HD-Auflösung. Hier konvertieren die Prozessorkerne alleine das Video wesentlich schneller, als es die integrierte Grafikeinheit oder die diskrete Radeon HD 5550 vermag. Allerdings benötigt das System dann mit 115 Watt auch deutlich mehr Energie. Im Falle der Radeon HD 5550 werden nur noch 105 Watt und bei Verwendung der integrierten Grafikeinheit gar nur noch 93 Watt verbraucht. Ein weiterer Vorteil der Konvertierung mit Hilfe der iGPU ist eine stark reduzierte CPU-Auslastung (nur noch 33 statt 100 Prozent), so dass die Prozessorkerne parallel andere Aufgaben übernehmen können.

Zwar sind diese Ergebnisse recht gut, reichen jedoch nicht an Intels "QuickSync"-Technologie heran. Mit dieser schafft eine "Sandy Bridge"-CPU bei Verwendung der iGPU die Konvertierung bei der Full-HD-Auflösung in nur 33 Sekunden und verbraucht dabei nur 67 Watt.



 

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