AMDs Llano-APU A8-3850 im Test - Gelegenheitsspieler aufgepasst

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Takt, Temperaturen & Spannungen


Wenden wir uns nun unserem heutigen Testexemplar, dem A8-3850 selbst zu. Im Folgenden wollen wir nun kurz dieses Muster vorstellen. Die erwähnten Spannungen sind dabei auf dem F1A75-V Pro von ASUS abgenommen worden.

Beim Blick auf die Taktfrequenzen fällt als erstes auf, dass der Grundtakt – anders als sonst von AMD gewöhnt – bei 100 MHz liegt. Offenbar geht man hier den gleichen weg wie bei der Brazos-Plattform, die erstmals auch auf einen 100-MHz-Referenztakt gesetzt hat. Zusammen mit einem Multiplikator von 8 ergibt sich damit der AMD-typische Idle-Takt von 800 MHz für die Prozessor-Kerne. Unter Last besitzt der A8-3850 dann eine Taktfrequenz von 2,9 GHz.

Während im Idle die Versorgungsspannung für die Kerne auf sehr niedrige 0,47 Volt abgesenkt wird, konnten wir die Spannung unter Last kaum glauben. So liegen in diesem Betriebszustand satte 1,40 Volt an, die VID liegt mit 1,4125 Volt sogar noch etwas höher. Auf dem zur Kontrolle herangezogenen ASRock-Mainboard waren es reale 1,41 Volt. Trotz 32-nm-Fertigung hat sich in Sachen Versorgungsspannung somit nichts gegenüber den Vorgängern verändert, eher im Gegenteil. Derart hohe Spannungen haben wir nur sehr selten erblickt, bei Llano scheint dies unseren Informationen nach jedoch kein Einzelfall zu sein. Wie genau diese Werte einzuordnen sind ist aktuell allerdings noch unklar, denn AMD hat bisher keine Daten zum Bereich der möglichen Spannungen bekanntgegeben. Eines scheint jedoch klar, ganz rund läuft die 32-nm-Fertigung doch noch nicht.

Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst

Ebenfalls erstaunt hat uns die Tatsache, das der restliche APU-Bereich auf beiden Mainboards mit einer mehr oder minder konstanten Spannung von 1,14 bis 1,15 Volt (VID = 1,1375 Volt) versorgt wird. Anders als bei diskreten Grafikkarten mittlerweile üblich, wird somit die Versorgungsspannung für die integrierte Grafikeinheit im Idle nicht abgesenkt. Ein Grund dafür ist sicherlich der Umstand, dass mit dieser Spannung auch der Speichercontroller und das PCI-Express-Interface versorgt werden. Die Taktfrequenz der iGPU wird hingegen von 600 MHz auf 282 MHz reduziert, allerdings wohl nur bei reinen 2D-Applikationen und dem Windows-Desktop. Bereits bei der Wiedergabe von HD-Videos liegen wieder die vollen 600 MHz an.

AMD A8-3850
IdleKerne + L2-Cache0,47 Volt
GPU + IMC + PCIe1,14 Volt
LastKerne + L2-Cache1,40 Volt (VID = 1,4125)
GPU + IMC + PCIe1,15 Volt (VID = 1,1375)


Besonders gespannt waren wir bei Llano auf die Umsetzung der Temperatursensoren, denn diese gaben bei den Vorgängergeneration in Form des Athlon II und Phenom II stets Anlass zur Kritik. Insofern war unsere Hoffnung groß, dass AMD die Probleme gelöst hat und vielleicht gar für jeden Kern separate Werte ausgibt. Doch leider muss man Stand heute festhalten, dass wiederum keine Software in der Lage ist, die Temperaturen auch nur annähernd richtig auszulesen. Erneut wird nur ein Wert ausgegeben, und dieser liegt im Idle bei unserem Testsample bei gerade einmal 1 °C. Ein bisschen Hoffnung besteht natürlich noch, dass es aktuell ein Problem der Software ist und nicht der Hardware, doch die Vergangenheit macht hier leider nur wenig Hoffnung.

Unter Last wurden dann rund 45 °C gemeldet, was in etwa der Temperatur am äußerten Rand des Heatspreaders entspricht, denn dort haben wir 43 °C unter Last gemessen. Damit dürften die Kerntemperaturen wohl bei 65 °C bis 75 °C gelegen haben, was nicht gerade wenig ist. Aber auch hier ist noch keine endgültige Einschätzung möglich, denn wie bei den Spannungen lässt sich AMD auch hier nicht in die Karten blicken.

Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst
Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst
Links: Idle-Temperatur von 2 °C, Rechts: Last-Temperatur von 45 °C



 

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