AMDs Llano-APU A8-3850 im Test - Gelegenheitsspieler aufgepasst

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Llano: Überblick über Lynx & Technik


Um die Leistung der neuen Prozessoren richtig einordnen zu können ist es wichtig, sich ein Bild der zu Grunde liegenden Technik zu machen. Es interessiert uns ja nicht nur die Rohleistung, sondern eben auch die Effizienz und vor allem die Verbesserungen gegenüber den Vorgängergenerationen und worin diese begründet sind. Daher wollen wir auf dieser Seite einen kurzen Überblick über die wichtigsten Veränderungen geben. Die nächsten Seiten widmen sich dann den Detailfragen bevor wir dann zu den Benchmarks kommen.

Komponenten einer "Llano"-APU


Mit dem gelungenen Start der Brazos-Plattform zu Beginn des Jahres feierte AMD auch das erfolgreiche Debüt seines ersten Prozessors, der neben einem Speichercontroller auch über eine Grafikeinheit sowie einen PCI-Express-Controller verfügt. Dieses Konzept bezeichnet AMD daher auch gerne als Fusion.

Um die Verschmelzung dabei auch im Sprachgebrauch deutlich zu kennzeichnen, verwendet AMD für derartige Prozessoren die Bezeichnung APU, die für Accelerated Processing Unit steht. Damit soll klar werden, dass es sich um mehr als nur um eine klassische CPU (Central Processing Unit) handelt. Nach Zacate/Ontario ist Llano dabei die zweite APU, die AMD auf den Markt bringt. Im Gegensatz zu Zacate/Ontario ist das Zielsegment jedoch ein ganz anderes und dementsprechend unterschiedlich fallen auch die Hardware-Konfigurationen aus, auch wenn sie sich auf den ersten Blick ähneln mögen.

Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst
Lynx-Plattform bestehend aus Llano-APU und Hudson-Chipsatz


Wie bereits bei den APUs für die Brazos-Plattform kann auch die iGPU der Llano-APU anders als etwa die iGPU von Intels "Sandy Bridge"-Prozessoren nicht auf einen von den Prozessorkernen genutzten Cache zugreifen. Der komplette Datenverkehr der iGPU läuft somit über den Speichercontroller und den angebundenen Arbeitsspeicher. Aus diesem Grund verfügen die potentesten Llano-APUs auch über ein zweikanaliges Speicherinterface, welches auf einen Takt von DDR3-1866 und damit eine Speicherbandbreite von fast 30 GByte/s ausgelegt ist. Allerdings kann dieser Takt offiziell nur dann erreicht werden, wenn maximal ein Modul pro Speicherkanal zum Einsatz kommt.

Durch die Integration von Speichercontroller und Grafikeinheit in den Prozessor kann AMD nun auch für Llano auf ein Ein-Chip-Design beim Chipsatz umsteigen. Der "Hudson" genannte Chipsatz ist dabei über ein "Unified Media Interface" (UMI) mit dem Prozessor verbunden. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als vier gebündelte PCI-Express-Leitungen der zweiten Generation, so dass die Bandbreite des Interfaces 4 GByte/s beträgt. Exakt das Gleiche macht im Übrigen auch Intel bei seinem "Direct Media Interface" (DMI).

Neben dem Chipsatz-Interface stellt der Prozessor auch noch eine weitere PCI-Express-Verbindung bestehend aus 20 Leitungen der zweiten Generation bereit. 16 Leitungen sind dabei für die Anbindung einer diskreten Grafikkarte vorgesehen (wahlweise auch als zweimal x8 für Crossfire oder SLI, falls lizenziert). Auch die verbleibenden vier Leitung werden gemäß AMD für IO-Aufgaben verwendet. Hier könnten beispielsweise – bei passendem Board-Layout weitere PCI-Express-Karten direkt an die APU angebunden werden, und müssen nicht den Umweg über den Chipsatz gehen.

Ebenfalls in die APU integriert sind die Display-Schnittstellen. Diese ermöglichen den gleichzeitigen Betrieb zweier Displays mit digitalen Schnittstellen. Wer noch auf einen analogen Ausgang zurückgreift, muss dafür den Umweg über den Chipsatz in Kauf nehmen, denn die APU bietet nur noch digitale Ausgänge. Der Hudson-Chipsatz bietet dabei die Möglichkeit eine Display per VGA anzuschließen.

Schlussendlich befinden sich im Prozessor auch noch die namensgebenden Prozessorkerne – je nach Modell 2 oder 4. Diese stammen dabei direkt vom Athlon II ab und wurden nur geringfügig überarbeitet. Dadurch fallen sie jedoch sehr klein aus und belegen zusammen mit dem zugehörigen L2-Cache nicht einmal die Hälfte des Chips. Alleine der Grafikkern mit 400 Shadern ist hier flächenmäßig mindestens ebenbürtig.

Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst
Gut zu erkennen sind die vier "kleinen" Kerne und der riesige Grafikbeschleuniger



 

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