AMDs Llano-APU A8-3850 im Test - Gelegenheitsspieler aufgepasst

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Fazit


Da ist sie nun, die Llano-APU, benannt nach einem Fluss in Texas der mit seinen zwei Quellarmen (Metapher für CPU und GPU), welche sich bei Junction vereinigen (Fusion, APU). Zusammen mit der neuen Lynx-Plattform soll Llano für AMD die Kohlen auf dem Feuer holen, wenn es um das Desktop-Segment geht. Doch ist dies gelungen?

Fangen wir mit einem Fazit über die Prozessorkerne an. Diese unterscheiden sich nur unwesentlich von jenen eines Athlon II und dementsprechend fällt auch ihre Leistung aus. Im Falle der Vierkern-CPUs heißt dies im Mittel ein Vorsprung von 4 Prozent gegenüber einem Athlon II X4, bei den Dual-Core-Versionen läuft es sogar auf einen Gleichstand hinaus. Damit gewinnt man natürlich keinen Blumentopf mehr, die ähnlich teuren Intel-Boliden sind hier stets performanter. Dennoch reicht die Leistung von Llano für alltägliche Aufgaben bei weitem aus. Auch die integrierte Grafikeinheit wird nicht durch die Prozessorkerne ausgebremst.

Eben diese integrierte Grafikeinheit erreicht im Falle des Topmodells A8-3850 bei Einsatz von DDR3-1866-Speicher in etwa die Leistung einer diskreten Radeon HD 5550 mit DDR3-Speicher. Noch nie war eine iGPU so performant wie die Radeon HD 6550D. Damit sind nun auch erstmals Spiele mit höheren Anforderungen mit Hilfe einer iGPU darstellbar und dies selbst bei relativ hohen Auflösungen. Für die maximalen Details reicht es zwar bei den neusten Titeln nicht, aber für ein Spiel zwischendurch reicht die Leistung allemal aus.

Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst

Während die iGPU hier überzeugen kann, fällt eine Beurteilung des Energieverbrauchs der Llano-APU sehr schwer. Zwar ist diese nun erstmals mit einer fortschrittlichen 32-nm-Technologie gefertigt, doch die sehr hohe Versorgungsspannung für die Kerne von 1,4 Volt macht viele Vorteile zu Nichte. Am Ende ist damit der gesamte A8-3850 unter Last nicht sparsamer als ein alter Athlon II. Im Idle liegt man immerhin vorne und bei Verwendung der integrierten Grafikeinheit ist damit aufgrund der höheren Integration die Lynx-Plattform sparsamer als der AM3-Vorgänger. An Intels Sandy Bridge kommt man jedoch nicht heran, diese ist gerade unter CPU-Volllast noch Lichtjahre voraus.

Als Konkurrenz für die A6- und A8-Serie mit vier Kernen hat AMD im Übrigen Intels Core-i3-Serie auf "Sandy Bridge"-Basis mit zwei Kernen auserkoren. Ein A8-3850 erhält von AMD einen Listenpreis von 135 US-Dollar, was dem Listenpreis eines Core i3 2105 oder Core i3 2120 entspricht. Ein A6-3650 geht mit 115 US-Dollar an den Start und konkurriert damit mit einem Core i3 2100. In allen Fällen sind die Intel-Dual-Cores wesentlich schneller und deutlich sparsamer. Die Llano-Ableger können dafür mit einer spiele-tauglichen Grafikeinheit punkten.

Dies bringt uns dann auch zu der eingangs gestellten Frage, ob Llano oder "Sandy Bridge" das bessere Produkt ist. Eine Antwort darauf lässt sich nicht geben. Wer keine Spiele spielt, der fährt unserer Meinung nach mit "Sandy Bridge" besser. Gleiches gilt für all jene, die aktuelle Spiele nur mit höchsten Details spielen wollen oder die wirklich CPU-Leistung brauchen. Für alle anderen – insbesondere die Gelegenheitsspieler – ist Llano wohl die bessere Wahl.

Damit Llano jedoch zum Erfolg wird, gilt es noch ein großes Probleme zu lösen. Die teilweise massiven Bildfehler auf dem Windows-Desktop machen es aktuell unmöglich eine Empfehlung für die Lynx-Plattform auszusprechen. Hier sollte man mit einer Anschaffung noch warten, bis das Problem eindeutig identifiziert und ausgeräumt ist.

Schlussendlich bleibt somit festzuhalten, dass Llano wohl die aktuell beste Option für Gelegenheitsspieler ist, man mit dem Kauf aber noch ein bisschen warten sollte, bis die Kinderkrankheiten der Lynx-Plattform behoben sind.

[fo], 30. Juni 2011


Update 03.07.2011:
Im Zuge weiterer Tests mit einer Preview-Version des Catalyst 11.7 (Versionsnummer 8.871) sind die Bildfehler verschwunden. Das Problem scheint also gelöst und damit der größte Kritikpunkt eliminiert zu sein.



 

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