AMDs Llano-APU A8-3850 im Test - Gelegenheitsspieler aufgepasst

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Llano: Der neue FM1-Sockel


Bedingt durch die Integration der Grafikeinheit, benötigen die Llano-APUs eine neuen Sockel und sind inkompatibel zum aktuellen AM3(+)-Sockel. Stattdessen verwenden diese Prozessoren den neuen FM1-Sockel mit 905 Kontakten, welcher gut an dem "Loch" in der Mitte zu erkennen ist. Erneut setzt AMD dabei auf Kontaktpins auf Seiten der CPU.

Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst
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In Sachen Kühlerbefestigung hat sich trotz neuem Sockel jedoch nichts verändert. Auch beim Sockel FM1 kommt AMDs seit Jahren bekanntes Befestigungssystem zum Einsatz, welches lediglich geringfügig überarbeitet wurde. So geht nun das Retentionmodul nicht mehr einmal komplett um den Sockel herum, sondern besteht aus zwei Teilen, die oberhalb und unterhalb des Sockel befestigt sind. Dadurch erhofft man sich eine bessere Leitung des Luftstrom in Richtung Spannungswandler. Alte Sockel-AM2- oder AM3-Kühler können somit problemlos auch für den Sockel FM1 genutzt werden.

Zusammen mit dem neuen Sockel überarbeitet AMD auch die Energieversorgung innerhalb des Prozessors. So gibt es für die APUs zwei getrennte Versorgungsspannungen. Eine ist dabei für die Versorgung der Kerne und des L2-Caches gedacht (VCore). Die andere (VDDNB) bedient die iGPU, den Speichercontroller, PCI-Express-Interface, UVD und integrierte Northbridge. Beide Spannungen können dabei dank Cool'n'Quiet je nach Belastung reduziert werden, wobei jeweils der am stärksten belastete Bereich die benötigte Spannung vorgibt.

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Llano besitzt zwei Versorgungsspannungen VCore und VDDNB


Beide Versorgungsspannungen werden dabei aus der 12-Volt-CPU-Schiene erzeugt, d. h. die komplette Energieversorgung der Llano-APUs erfolgt über den 12-Volt-CPU-Stromanschluss und nicht wie bei Intel auf mehrere unterschiedliche Spannungsschienen verteilt. AMD sieht dabei für die Kerne mindestens drei Wandler, und für den Rest mindestens einen Wandler in seinen Spezifikationen vor.

Llano ebenfalls mit Serial Voltage ID


Wie Intel bei Sandy Bridge setzt auch AMD mit Llano auf eine serielle Voltage-ID (SVID). Während dies bei Intel jedoch eine absolute Neuerung war, verwendet AMD schon seit geraumer Zeit eine SVID. Dennoch hat man kleinere Optimierungen vorgenommen, um den Energieverbrauch der APU zu reduzieren.

Die SVID für Llano verwendet eine 7 bit breite serielle Schnittstelle zum VR-Controller. Das serielle Interface besteht dabei aus zwei Kanälen (Takt, Daten). Im Gegensatz zur SVID für den Sockel AM3, bei der die Taktrate fest bei 400 kHz lag, kann bei Llano und dem FM1-Sockel nun alternativ eine Taktfrequenz von 3,4 MHz verwendet werden. Durch den höheren Takt kann dabei häufiger die Versorgungsspannung angepasst und damit besser auf die jeweilige Lastsituation reagiert werden – was dem Verbrauch zu Gute kommt. Allerdings erscheint uns ein Takt von 3,4 MHz doch als sehr hoch, denn damit sind mehr als 180000 Spannungsänderungen pro Sekunde, oder 180 Wechsel pro Millisekunde möglich. Ob dies die Wandler jedoch bewerkstelligen können, erscheint fraglich.

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Anders als bei Intel sehen die Spezifikationen nur eine einseitige Kommunikation zwischen Prozessor und VR-Controller vor. Bei Llano sendet also nur die APU die gewünschte Spannung für Prozessorkerne oder den restlichen Teil an den VR-Controller und dieser sorgt anschließend dafür, dass die Spannungswandler diese Spannung bereitstellen. Eine Kommunikation in die andere Richtung ist hingegen nicht möglich.

Bild: AMDs Llano-APU A8-3850 im Test – Gelegenheitsspieler aufgepasst
L6717 VR-Controller von STMicroelectronics auf dem ASRock A75 Pro4



 

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